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Briggs & Stratton: Benzin-Motoren »eine gute Alternative« zum Diesel

Als »eine gute Alternative« zum Diesel-Motor für den Einbau in Arbeitsmaschinen hat Patrick Limberg, Director Sales Commercial Engines EMEA von Briggs & Stratton und Leiter der deutschen Niederlassung im hessischen Viernheim, bei der Vorstellung des neuen Vanguard-Einzylinder-Motors auf der GaLaBau in Nürnberg den Benzin-Motor an sich bezeichnet.

Von Michael Wulf

»Da spielt uns natürlich die derzeitige Diskussion über die Thematik Abgasnachbehandlung bei Diesel-Motoren beziehungsweise die Emissionsreduzierung in die Hände«, sagte der 52-Jährige in Gespräch mit dem bauMAGAZIN auf den Messe.

Für Patrick Limberg steht es dabei außer Frage, dass der mit fossilen Brennstoffen angetriebene Verbrennungsmotor auf absehbare Zeit »nicht abgelöst wird«. Zwar würden Elektroantriebe »immer mehr zum Thema«, allerdings sei die Technologie noch nicht so ausgereift, dass sie Diesel- oder Benzin-Motoren schon heute komplett ersetzen könne. Hingegen ist er davon überzeugt, dass künftig mehr und mehr Benzin-Motoren im Baumaschinenbereich eingebaut werden und so in manchen Segmenten den Diesel-Motoren ersetzen. »Das wird kommen«, sagte er.

3-in-1-Hebel

Der in Nürnberg präsentierte neue Vanguard-Motor (Modell 12V3) mit 203 cm³ Hubraum und einer Leistung von 4,85 kW ist von Grund auf neu entwickelt worden und entspricht der Abgasnorm Stufe IV. Er biete maximale Produktivität bei niedrigen Betriebskosten und einfacher Handhabung, so Peter Limburg, und erfülle so die Erwartungen professioneller Anwender, die sich im täglichen Einsatz auf ihre Technik voll und ganz verlassen müssten – selbst unter härtesten, unwirtlichen Bedingungen.

Er biete exakt die Eigenschaften, auf die es in der Praxis ankomme: einen problemlosen Start, mehr Leistung als bisher und einen deutlich reduzierten Wartungsaufwand. Dabei arbeite der neue Antrieb zuverlässig auch bei niedrigen Temperaturen von bis zu – 28 °C und in extremen Schräglagen von bis zu 45° in jeder Richtung.

Großen Wert haben die Entwickler laut Patrick Limberg auf einen zuverlässigen und einfachen Startvorgang gelegt. Mit dem neuen Motor wird dieser auf drei Schritte reduziert. Elektronische Zündung, Drehzahleinstellung und Kraftstoffzufuhr werden über einen einzigen 3-in-1-Hebel aktiviert. Der Choke wird nur bei Bedarf gesetzt. Beim Handstart mit dem Seilzug ist weniger Kraftaufwand als bisher erforderlich.


Der 3-in-1-Hebel dient zugleich als Sicherung für den Transport. In der Stopp-Position werden Zündung und Kraftstoffzufuhr gleichzeitig unterbrochen. Damit wird verhindert, dass Benzin auslaufen oder ins Motoröl gelangen kann. Fehlbedienungen, Verschmutzungen und Beschädigungen durch auslaufenden Kraftstoff werden vermieden.

Geräusch- und vibrationsarm

Das Betriebsgeräusch wurde reduziert und im Klang optimiert. Unter Volllast sind die Geräuschemissionen laut Hersteller um bis zu 40 % geringer als bei vergleichbaren Motoren. Anwender, die oft täglich einer hohen Lärmbelastung ausgesetzt seien, würden dadurch spürbar entlastet. Auch die Vibrationsbelastung falle geringer aus, denn Zylinderblock, Kolben und Kurbelwelle seien mit Blick auf möglichst hohe Laufruhe optimiert worden. Das erhöhe die Lebensdauer des Motors und sei für den Anwender auch unmittelbar spürbar: Dank geringer Vibrationen könne er länger ohne Unterbrechung arbeiten.

Reduzierte Betriebskosten

Der neue Vanguard-Motor benötigt laut Briggs & Stratton nur noch alle 200 Betriebsstunden einen Ölwechsel. Sein Einsatzzyklus ist damit doppelt so lang wie üblich. Darüber hinaus ist er serienmäßig mit einem Zyklon-Luftfilter-System ausgestattet, das Wechselintervalle von bis zu 600 Stunden erlaubt. Das Ergebnis sei ein besonders wirtschaftlicher Betrieb bei reduzierten Betriebskosten und mit weniger Stillstandszeiten, heißt es.    ß

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