bauma Aktuelles GaLaBau – Kommunaltechnik

Holp: Graben und sieben in einem Arbeitsgang

Auf der Bauma will das schwäbische Unternehmen Holp aus Murrhardt unter Beweis stellen, welcher erhebliche Zeitgewinn durch Rotation am Bagger mit zukunftsorientierten Anbaugeräten möglich ist. Neu vorgestellt wird in München ebenso eine hydraulische ­Siebeinrichtung für Bagger von 3 t bis 6 t.

Vor 18 Jahren hat Holp das erste Mal auf der Bauma seine Produkte vorgestellt, inzwischen hat das Unternehmen sein Portfolio erheblich ausgebaut und weiterentwickelt. Als Flaggschiff des Unternehmens gilt der Rotator RotoTop, der heute in sieben Standardgrößen für Bagger von 0,8 t bis 35 t Dienstgewicht verfügbar ist. Seine Baukastenkonstruktion ermöglicht eine individuelle Konfiguration. Der Bauunternehmer wählt die Drehdurchführungen und Leistungsmerkmale aus, die er für seine Gewerke benötigt. Ein Um- bzw. Nachrüsten oder Upgrade ist möglich, auch mit einer Tilteinheit. Da der RotoTop ohne großen Umbau des Baggers sowie ohne weiterem Zubehör wie Joysticks auskommt, kann sich auch eine Aufrüstung für Bagger älteren Semesters lohnen. Durch die besonders flache Bauweise und das geringe Eigengewicht wird die Losbrechkraft des Baggers kaum geschmälert.

RotoX

Für Baufirmen, für die Hub-, Reißkraft, Gewicht und Aufbauhöhe nicht im Blickfeld stehen oder einen einfachen Tiltrotator nutzen wollen, bietet Holp den RotoX an. Ihn gibt es in neun Standardgrößen für Bagger von 3 t bis 37 t Dienstgewicht.

QuickOn

Manchmal sind es die kleinen Hilfsmittel, die Großes leisten. So ist die Holp-Kupplungszange QuickOn ein Werkzeug, das viel Zeit, Kosten und Ärger sparen will. Die mechanische Zange ermöglicht ohne Kraftanstrengung das Öffnen und Zusammenschließen von Hydraulikkupplungen aller Größen und Fabrikate – auch bei 100 bar Staudruck.

Graben und sieben in einem Arbeitsgang

Holp hat eine lang gereifte Idee gemeinsam mit der TH Köln zum Laufen gebracht und eine Siebeinrichtung entwickelt, die das Graben und Sieben auch für Bagger von 3 t bis 6 t ermöglicht. Die Erfahrung aus dem Erdbau hatte gezeigt, dass das Graben und Sieben in einem Arbeitsgang besonders im GaLaBau nicht möglich war, weil gängige Siebschaufeln zu schwer für diese Mobilbagger sind. Muss im GaLaBau Erdreich gesiebt werden, kommen in der Regel Bagger, Lader und eine Siebanlage zum Einsatz, was zeit- und kostenintensiv ist.


Um das zu ändern, entwickeln das Kölner Labor für Baumaschinen der TH Köln und der Maschinenhersteller Holp eine hydraulisch betriebene Siebeinrichtung, die zudem eine Automatisierung der Arbeitsvorgänge ermöglichen soll. »Ein Sieblöffel für kleine Mobilbagger, wie wir ihn in unserem Forschungsprojekt ›LaderMobile Siebeinrichtung‹ (LaMoSieb) entwickeln, wird viele Arbeitsvorgänge optimieren«, sagt Projektmitarbeiter Eduard Dietrich vom Kölner Labor für Baumaschinen.

Die neue Siebeinrichtung sollte so konzipiert sein, dass sie unkompliziert auf die marktüblichen Baggerlöffel montiert werden kann. Zudem sollte die Menge des Siebguts, das in einer Stunde bearbeitet werden kann, nicht hinter der in einer herkömmlichen Siebanlage zurückbleiben. Der Arbeitsprozess sollte bei allen vorkommenden Bodenarten und Partikelgrößen sowie bei jeder Witterung funktionieren. Um das zu gewährleisten, werden Sensoren zur Ermittlung der Drehzahl, des Drehmoments und der Feuchtigkeit verbaut. »Unser Ziel ist ein (teil)autonomer Betrieb des Sieblöffels. Die Sensorik erkennt die relevanten Parameter selbstständig und liefert entweder dem Baumaschinenführer die nötigen Informationen oder führt bestimmte ­definierte Prozessschritte selbsttätig aus, indem sie etwa die optimale Drehzahl und Drehrichtung des Förderbandes einstellt«, sagt Dietrich.

Die Montage der neuen Holp-Siebeinrichtung an die Greif­finger des MultiGrip-Löffels erfolgt unkompliziert. Danach wird das Erdreich mit dem Baggerlöffel aufgenommen. Anschließend wird der Löffel mit der Siebeinrichtung verschlossen und auf Siebposition gebracht. Das Siebgut liegt dann auf einem umlaufenden Förderband in der Siebeinrichtung. Das Band kann das Material in zwei Richtungen fördern. Durch die am Ende angebrachten unterschiedlichen Sieb­rechen kann das Material per Umschalten der Laufrichtung bequem in zwei Korngrößen abgesiebt werden. Die gesiebte Erde fällt aus dem Löffel, während das ausgesiebte Material im Löffel verbleibt. Alle vorkommenden Bodenarten, auch bindige Böden, können bearbeitet werden und das bei fast jeder Witterung.

Weil im GaLaBau nicht auf jeder Baustelle ein Bagger vorhanden ist, hat Holp die Siebeinrichtung auch als elektrisch betriebenes 220-V-Standgerät im Programm. Dieses wird live im Einsatz auf der Bauma zu sehen sein.    §

Nach oben
facebook Instagram youtube twitter rss