TII – Scheuerle: Selbst extrem lange Rotorblätter wirtschaftlich transportieren

Die Länge von Rotorblatttransporten stellt immer eine Herausforderung dar, auch im aktuellen Fall von Cuxhaven bis Erfurt. »Während der Fahrt ist aber alles reibungslos verlaufen«, freut sich Peter Schwandner, Geschäftsführer von P. Schwandner Logistik + Transport aus dem bayerischen Pfreimd nach dem Einsatz des RBTS (RotorBlattTransportSystems) von Scheuerle, einem Unternehmen der TII Group.

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Die vollständige Zugkombination maß beeindruckende 86 m. Das RBTS passierte mehrere Engstellen auf der rund 680 km langen Strecke vom Hafen Cuxhaven bis zum Windpark nahe Erfurt problemlos. »Sonst verwenden wir Telesattelauflieger für solche Transporte. Um mit diesen durch Engstellen zu gelangen, hätten wir Leitplanken demontieren müssen«, berichtet Peter Schwandner. Das hätte zusätzlich Zeit und Geld gekostet. Auch das Genehmigungsverfahren wäre aufwendiger gewesen. »Das RBTS bietet uns deutliche wirtschaftliche Vorteile«, sagt der Geschäftsführer. Selbst auf unebenen Wegen bietet das System von Scheuerle deutliche Vorteile. Mit dem RBTS lassen sich auch große Höhenunterschiede zwischen Dolly und Nachläufer ausgleichen. Die Hubhöhe kann vorn bis zu 2 m und hinten bis zu 1 m betragen.

Einfache Handhabung gelobt

Auch Hubert Drechsel, Fahrer der vierachsigen Zugmaschine, lobt das RBTS: »Die Bedienung des Systems ist recht einfach.« Schwandner ergänzt: »Wir hätten den neuen Blatttyp V 162 von Vestas ohne das RBTS überhaupt nicht fahren können.« Denn die neuesten Rotorblätter für noch leistungsfähigere Windkraftanlagen bauen nicht nur 70 m und deutlich länger, auch der Durchmesser der Blattwurzel nimmt zu. Herkömmliche Telesattelkombinationen erreichen somit schnell Höhen von 4,5 m und mehr. Das Nachläuferkonzept, bei dem das Rotorblatt als Bindeglied zwischen der Aufnahme auf der Zugmaschine und dem Nachläufer dient, ermöglicht dagegen eine Gesamthöhe von rund 4 m.


Aus der Praxis für die Praxis

Scheuerle hat das RBTS mit Windkraftanlagenanbieter Vestas entwickelt. Das System besteht aus einem zweiachsigen Jeep-Dolly mit Freidreheinrichtung und einem Vierachs-Nachläufer. Die Montage des Wind­flügels erfolgt nach dem Plug-and-Play-Prinzip. Mithilfe einer Hebeeinrichtung wird die Flügelwurzel vom Boden aus aufgenommen. Die Schnellkupplungslösung besteht aus der Freidreheinrichtung mit Wurzeladapter und einem Wurzelrahmen, der mit der Flügelwurzel verbunden wird. Dieser Rahmen lässt sich dann per Adapter an der Freidreheinrichtung befestigen. Eine Klemme auf dem Dolly fixiert die Spitze des Rotorblatts. Zugleich ermöglicht die Befestigung des Blatts eine torsionsfreie Lagerung und einen sicheren Transport. Auch bei Leertransporten bietet das RBTS Vorteile: Dann lässt es sich zu einer Sattelzugkombination auf 16,5 m Länge, 2,55 m Breite, unter 4 m Höhe und einem Gewicht von weniger als 40 t verkürzen. Damit ist für die Leerfahrt keine Sondergenehmigung nötig. Zusätzlich lässt sich das RBTS auch für die Aufnahme von Rotorblättern weiterer Hersteller adap­tieren.    t

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