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SBM Mineral Processing: »Wollen unsere Produktion auf jährlich 200 Brecher erhöhen«

Mit der Weiterentwicklung seines Angebots an raupenmobilen Brechanlagen für die Gesteinsaufbereitung und Recycling-Anwendungen hat der traditionsreiche österreichische Hersteller SBM Mineral Processing seine Wachstumsambitionen unterstrichen. »Wir wollen unsere Produktion von zuletzt rund 80 Anlagen im Jahr von 2024 an auf jährlich etwa 200 Anlagen erhöhen«, erklärte SBM-Geschäftsführer Erwin Schneller im Gespräch mit dem bauMAGAZIN bei der Vorstellung der neuen Brecher Jawmax 400/450 und Remax 450 (siehe auch Seite 28). Erreicht werden soll dies vor allem durch die Erweiterung des Produktportfolios und den Ausbau des Händlernetzes sowie durch die Erschließung neuer Märkte. In diesem Zusammenhang kündigte Erwin Schneller den Markteintritt von SBM in den USA für Ende 2022 bzw. Anfang 2023 an. Für dieses Jahr wird ein Umsatz von rund 100 Mio. Euro angestrebt. »Wir planen den Bau von 100 Brechanlagen und wollen damit unseren Umsatz um 15 % bis 20 % erhöhen«, so Erwin Schneller.

Von Michael Wulf

Von Dan Windhorst

Wenn der SBM-Geschäftsführer die Unternehmensziele erläutert, wird schnell vor allem eines deutlich: Große Zweifel hat Erwin Schneller nicht, dass diese Vorgaben auch umgesetzt werden können. Und für diesen Optimismus gibt es Gründe. »Wir haben einen sehr guten Auftragsbestand in Rekordhöhe und sind im vergangenen Jahr gut durch die Pandemie gekommen«, sagte er bei der Präsen­tation der neuen Maschinen und verwies in diesem Zusammenhang auf das Umsatzplus von 20 % im Jahr 2020 auf insgesamt 210 Mio. Euro für die gesamte MFL-Gruppe, zu der SBM Mineral Processing seit der Übernahme im Jahr 2011 gehört.

»Haben die Krise richtig gut gemeistert«

»Wir haben nicht auf die Krise geschaut, sondern dorthin, wo die Arbeit war«, sagte Schneller. »So haben wir die Krise richtig gut gemeistert.« Trotz der Einschränkungen durch die Pandemie habe man die Vertriebsaktivitäten sogar erhöhen und alle geplanten Projekte realisieren können. »Es wurde kein einziger Auftrag storniert«, betonte Erwin Schneller gegenüber dem bauMAGAZIN.

Seit der Erfindung der Schwenkbalkenmühle vor 70 Jahren gilt SBM als das Original in der Brechtechnik am Markt. Heute umfasst das Maschinen-Portfolio stationäre, semimobile und mobile Aufbereitungs- und Förderanlagen für die Rohstoff- und Recycling-Industrie. »Als Qualitätsanbieter in der Aufbereitungstechnik stehen wir am Markt für Wirtschaftlichkeit, Robustheit und Wertstabilität«, so Erwin Schneller und weist auf die vielseitigen Einsatzbereiche der für den Ganzjahresbetrieb konzipierten und für alle klimatischen Anforderungen gerüsteten Anlagen hin. »Qualität zeigt sich aber nicht nur in der kontinuierlich verbesserten Produktqualität, sondern über die gesamte Wertschöpfungskette, von der Beratungs- und Planungskompetenz bis hin zum umfassenden After-Sales-Service.«

Seit 2011 auf Wachstumskurs

So bietet SBM Mineral Processing mobile und semimobile Anlagen im Bereich von 10 t bis 65 t an sowie Sonderlösungen in Gewichtsklassen bis zu 370 t. Stationäre Anlagen für die Nass- oder Trockenaufbereitung von Sand, Kies, Kalkstein, Hartgestein oder Recycling-Material werden mit einem Leistungsumfang von 50 t/h bis 1 000 t/h von SBM geplant, gefertigt, montiert und in Betrieb genommen. Die Brech-, Klassier- und Fördertechnik wird weltweit über ein Netzwerk von Handelspartnern vertrieben.

Seit die MFL-Gruppe mit Sitz in Liezen (Steiermark) die heute in Oberweis (Oberösterreich) ansässige SBM Mineral Processing im Jahr 2011 übernommen hat, ist der Komplettanbieter für Aufbereitungs- und Betontechnik auf Wachstumskurs. Der Umsatz erhöhte sich in diesem Zeitraum allein im Bereich Betontechnik von 5,7 Mio. auf 38 Mio. Euro im Jahr 2020, insgesamt stieg der Umsatz in beiden Sparten um 300 % auf zuletzt rund 80 Mio. Euro.

»Wir haben uns damals gefragt ›was braucht der Markt?‹, dementsprechend unsere Anlagen neu entwickelt und in der Produktion auf ein Baukasten­system umgestellt«, nennt Erwin Schneller die Hauptgründe für die Erfolgsgeschichte. Zu denen auch gehört, »dass unsere Servicetechniker für unsere Kunden rund um die Uhr zur Verfügung stehen.« Eine wichtige Rolle spiele zudem der dieselelektrische Antrieb. »Damit haben wir eine Riesenerfahrung, denn auf dieses Antriebskonzept haben wir schon immer gesetzt.«

Zumal durch den optionalen Netzanschluss die Anlage auch über das Stromnetz betrieben werden könne, wie SBM-Prokurist Heinrich Perkhoff ergänzend erläuterte. Das sei nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch kostengünstiger. So ließen sich im Vergleich zu diesel-hydraulischen Antrieben bis zu 60 % der direkten Energiekosten einsparen.

Das Material künftig autonom verarbeiten

Eine weitere Reduzierung der Kosten soll dadurch erreicht werden, dass ein Brecher künftig das Material autonom verarbeiten kann. »Das soll ähnlich funktionieren wie bei Google Maps«, erläuterte Erwin Schneller. »Man definiert das Ziel, beispielsweise die gewünschte Korngröße, und die Maschine entscheidet selbstständig, wie das Ergebnis am effizientesten erreicht wird.«

Die drei neuen Brecher-Modelle Jawmax 400/450 und Remax 450 sollen in dieser Klasse deshalb »Maßstäbe setzen in Sachen praxisgerechter Mobilität, qualitätsorientierter Anwendungsvielfalt und optimierter Produktivität«, wie es SBM-Vertriebsleiter Helmut Haider formuliert.

Auch mit der zunehmenden Popularität hochkompakter Mobilanlagen für das innerstädtische Recycling und immer leistungsfähigeren Groß­brechern für den ortsmobilen Einsatz auf Recycling-Plätzen oder in Natursteinbetrieben sei die 40-t-Klasse ein wichtiges Referenz-Segment in der mobilen Aufbereitung, erläuterte SBM-Vertriebsleiter Helmut Haider. Abgestimmt auf geltende Transportbestimmungen und bestehende Fuhrpark­ausrüstungen ermöglichten die Anlagen mit Einsatzgewichten von 35 t bis 45 t schnelle und flexible Ortswechsel ohne große Zugeständnisse an Produktionsleistung oder aufwendige Sondergenehmigungen.

»Zuletzt nur wenig innovative Angebote«

»Tatsächlich hat der Markt in diesem Segment zuletzt nur wenig innovative Angebote geliefert, was uns auch die immer zahlreicher werdenden Anfragen von Bauunternehmen, Brechdienstleistern, kleinen bis mittleren Gewinnungsbetrieben und vor allem Vermietern gezeigt haben«, so Helmut Haider weiter. »Neue Brecherkonzepte mit produktionssteigernder Peripherie, alternative Antriebe, intelligente anwenderorientierte Steuerungen: All das passierte mehr oder weniger in den anderen Klassen. Das ›Brot-und-Butter‹-Segment der Vierzigtonner blieb davon weitgehend unberührt.«


Die drei neuen Brecher Jawmax 400/450 und Remax 450 sollen in dieser Klasse deshalb »Maßstäbe setzen in Sachen praxisgerechter Mobilität, qualitätsorientierter Anwendungsvielfalt und optimierter Produktivität«, so Helmut Haider bei der offiziellen Präsentation der Maschinen Anfang Mai im SBM-Werk Liezen.

Wie alle aktuellen SBM-Modelle sind auch die neuen Maschinen auf hohe Bedienungs- und Wartungsfreundlichkeit ausgelegt. Das beginnt bei kurzen Ein-Mann-Rüstzeiten nach Verlassen des Tiefbetts oder Abkoppeln des optionalen Dolly-Fahrwerks. Alle Anlagenkomponenten, wie Bunkerwände oder Förderbänder verbleiben beim Transport an der Maschine und lassen sich hydraulisch und werkzeuglos innerhalb von etwa zehn Minuten in die Arbeitsposition bringen.

»Crush Control« meldete Lade- und Betriebszustände

Unterstützt wird der Maschinist dabei von Rüst- und Startroutinen der Anlagensteuerung »Crush Control«, die über einen großen 10"-Touchscreen auch alle wichtigen Lade- und Betriebszustände meldet. Das System kommuniziert dabei über intuitiv erfassbare Symbole. Zusätzlich bietet SBM noch unterschiedliche Betriebsmodi für den Basisbetrieb bzw. fortgeschrittene Anwender, die etwa Mietkunden den Umgang mit der Anlage weiter vereinfachen sollen.

Der Anlagenbetrieb erfolgt vollautomatisch über die integrierte SPS-Steuerung, die den Lastzustand aller Aggregate und weiterer Sensoren (z.B. optionaler Füllstandsradar am Brechereinlauf) überwacht und die Produktion entlang voreingestellter Parameter steuert. Alle Anlagenzustände oder die von optionalen Bandwaagen erfassten Produktionsmengen lassen sich über eine webbasierte App auch fernabfragen bzw. zur Dokumentation oder Wartungsplanung in andere Anwendungen übertragen.

Mit der neuen serienmäßigen Funkfernbedienung verschafft man dem Maschinisten in der Baggerkabine volle Kontrolle über die Anlage. Über insgesamt zehn Funktionen lassen sich nicht nur die Fahrbewegungen des robusten Raupenfahrwerks proportional steuern (auch im Brecherbetrieb), die Produktion über die Aufgebergeschwindigkeit bzw. Spaltverstellung beeinflussen, sondern auch die Höhe bzw. Wirkkraft des Magnetaustrags korrigieren oder die Staubniederschlagung aktivieren.

»Innovative und absolut marktgerechte Produkte«

»Mit den neuen Jawmax- und Remax-Modellen haben wir unser Angebot einmal mehr um innovative und absolut marktgerechte Produkte erweitert«, betonte Helmut Haider. Dabei zähle Nachhaltigkeit nicht nur in den Kundenbeziehungen: »Wir stellen sehr hohe Ansprüche an die langfristige Verfügbarkeit unserer Produkte, das sieht der Kunde nicht nur in der hochwertigen Verarbeitung. Wir wollen auch, dass die Betreiber unsere Technik immer und überall einsetzen können – und hier kommt unser nach wie vor führendes dieselelektrisches bzw. vollelektrisches Antriebskonzept ins Spiel.« Ob es sich jetzt nun um den emissionsfreien Betrieb auf innerstädtischen Baustellen, minimierte Leckage-Risiken in Wasserschutzgebieten oder generell um Einsparungen fossiler Brennstoffe handle: »Wir und damit unsere Kunden sind dem Wettbewerb oft noch den entscheidenden Schritt voraus«, so Helmut Haider mit Blick auf die derzeit zunehmende »Hybridisierung« im Bereich mobiler Aufbereitungsanlagen.

Deutschland ist der größte Absatzmarkt

Neben den technischen Innovationen setzt SBM Mineral Processing künftig auch auf den Ausbau seines Händlernetzwerkes. So wurde im Frühjahr eine exklusive Partnerschaft mit der südlich von Wien ansässigen Erwin Hofstätter GmbH vereinbart, die in Österreich und in der Schweiz den Vertrieb der SBM-Anlagen verantwortet. Mit einem Anteil von rund 50 % ist Deutschland für SBM Mineral Processing bislang der größte und damit auch wichtigste Absatzmarkt. In Zusammenarbeit mit den Händlern Tiers (Norddeutschland), Moerschen (Westdeutschland) und der Kurz Gruppe (Süddeutschland) organisieren regionale Vertriebsleiter Verkauf, Service und After Sale.

Intensiviert werden soll künftig in Europa vor allem die Präsenz in Frankreich und in Groß­britannien und in Übersee in den USA. Verantwortlich dafür ist seit Sommer vergangenen Jahres der in der Branche bekannte Vertriebsprofi Michael Brookshaw (das bauMAGAZIN berichtete in Heft 8/20, Seite 12).

Den Bereich Betontechnik weiter ausbauen

Sukzessive weiter ausgebaut in den vergangenen Jahren hat SBM Mineral Processing den Bereich Betontechnik. Als Komplettanbieter für Anlagen im Bereich Transport- und Werksbeton sowie Sonder- und Recycling-Beton sieht sich das Unternehmen marktführend im D-A-CH-Raum sowie in Skandi­navien. »Beton hat sich zu einem Hightech-Produkt entwickelt. Als Maschinen- und Anlagenbauer mit jahrzehntelanger Erfahrung bieten wir unseren Kunden innovative Lösungen und Konzepte – von der Sand- bzw. Kiesgewinnung bis zur Herstellung von Beton«, sagte Erwin Schneller. »Unser An­spruch ist es, unsere Technologieführerschaft kontinuierlich auszubauen und unsere Expertise in der Verfahrenstechnik weiter zu stärken.«

Als ein Beispiel dafür nennt er die 2019 auf der Bauma neu vorgestellte mobile Betonmischanlage Euromix 3300 Space. Mit der konsequenten Weiterentwicklung der platzsparenden Konstruktion und dem Einsatz von kompromisslos hochwertigen Komponenten sei es SBM gelungen, den Standard noch einmal zu erhöhen. Erwin Schneller: »Mit unseren ›State-of-the-art‹-Betonmischanlagen – ob supermobil, mobil oder stationär – ermöglichen wir unseren Kunden wirtschaftliche Betonherstellung auf höchstem Niveau. Wir haben uns eine große Expertise – im Zusammenspiel der ver­schiedensten Anforderungen, Komponenten und Bauweisen – aufgebaut. So können wir unsere Kunden mit durchdachten Gesamtkonzepten über­zeugen.«    M


Effizienz und Produktivität weiter optimiert

Als Allrounder mit einem neu entwickelten Backenbrecher treten die neuen Jawmax 400/450 von SBM Mineral Processing an, deren Effizienz und Produktivität durch ein aktives Vorsieb in der 450er-Version weiter optimiert wurde. Auch das bewährte 40-t-Modell der Remax-Prallbrecher ist jetzt mit aktiver Doppeldeck-Vorabsiebung erhältlich, was den Wirkungsgrad, die Produktivität und Wirtschaftlichkeit des »1 300er« Remax 450 nochmals deutlich steigern soll. Alle neuen Anlagen besitzen SBM-typisch einen dieselelektrischen Antrieb mit vollelektrischer Netzoption und verfügen über moderne Steuerungen mit neuer bedienerfreundlicher Funkfernsteuerung und Anbindung an das App-basierte SBM-Anlagen-Management »Crush Control«.

SBM Mineral Processing bietet den neuen raupenmobilen 40-t-Backenbrecher in zwei Versionen an: als Jawmax 450 mit aktivem Zweideck-Vorsieb (Transportgewicht 39,2 t inkl. Optionen) und als Jawmax 400 (36,5 t) mit konventioneller Aufgaberostrinne mit zwei Decks – beispielsweise für den überwiegenden Einsatz als Vorbrecher. Beide Anlagen liegen trotz ihrer 7-m³-Bunker innerhalb der kritischen Transportabmessungen, was beim Jawmax 450 (LxBxH: 14,71 m x 2,88 m x 3,6 m) bedienerfreundlich durch hydraulisch klappbare Bunkerwände gelöst wurde.

Identisch ist auch das diesel-elektrische bzw. vollelektrische SBM-Antriebskonzept: Ein 6,7-l-Cummins-Diesel (170 kW bei 1 500 min¯¹) nach Abgasstufe EU-V liefert die Kraft für den 200-kVa-Aufbaugenerator, der wiederum die nahezu komplett elektrischen Einzelantriebe auf der Maschine versorgt. Lediglich Hubzylinder und Fahrantrieb hängen an der elektrisch betriebenen Ar­beitshydraulik, was leckage-kritische Leitungsführungen wie auch die notwendigen Ölmengen auf der Anlage reduziert. Durch den optionalen Netzanschluss kann die Anlage bei voller Funktionalität auch über das Stromnetz betrieben werden. Laut SBM lassen sich damit bei den direkten Energiekosten bis zu 60 % gegenüber vergleichbaren dieselhydraulischen Anlagen einsparen.

Backenbrecher STE 110-70 das Herzstück

Dank gewichtssparender, vibrationshemmender Integration des Brechergehäuses in die Rahmenstruktur ist der neue Einschwingen-Backenbrecher STE 110-70 das tragende Element der aktuellen Jawmax-400er-Baureihe. Für den Mobileinsatz konzipiert, besitzt der 14 235 kg schwere Brecher eine Einlauföffnung von 1 100 mm x 700 mm. Bei einer Nenngröße von 0 – 700 mm erlaubt er maximale Aufgabegrößen von 1 000 x 600 x 600 mm, was Maschinisten im Bagger oder Lader gerade in der hochfrequenten Beschickung von Recycling-Material deutlich entlastet.


(Beim Verladen auf den Tiefbett-Auflieger des süddeutschen SBM-Händlers Kurz offenbart der Jawmax 450 seine transportoptimierten Abmessungen.)

Die Brechbacken bestehen aus einem hochlegierten Manganguss und sind um 180° drehbar. Dies soll ihre Lebensdauer verdoppeln und ebenso wie die zweiteilig ausgelegten Seitenkeile in HB400-Qualität zu niedrigen Verschleißkosten beitragen. Eine Umlenkplatte unter dem Brecherauslauf leitet das Brechgut in Laufrichtung auf das 1 000-mm-Austragsband.

Hohe Durchsatzleistungen

Ausgelegt auf hohe 400 MPa Druckfestigkeit (beispielsweise Naturstein, Schlacke) bietet der STE 110-70 einen großen Hub (34 mm) für hohe Durchsatzleistungen und eine Brechspalteinstellung von 40 – 160 mm, die im Betrieb unter Last nachjustiert werden kann. Die mechanisch-hydraulische Spaltverstellung durch das SBM-Keilsystem übernimmt auch die optional verfügbare Überlastsicherung: Dehnmessstreifen am Brechergehäuse erfassen kontinuierlich die Druckbelastung – gelangt »Unbrechbares« wie Holz oder Metall zwischen die Backen, öffnet der Brechspalt bis zu 280 mm, lässt den Fremdkörper passieren und stellt sich auf das Ursprungsmaß zurück. Löst sich die Blockade nicht, stoppt der Motor und ermöglicht dem Bediener die manuelle Störungsbehebung – unter anderem durch eine einfache Umkehr der Brecherlaufrichtung auch unter Last.


(Im 7-m³-Aufgabebunker des Jawmax 450 schließt das Stangenrostoberdeck des unabhängigen Vorsiebs direkt an den Vibrationsaufgeber an und entzerrt wirkungsvoll das Aufgabematerial.)

Vierstufige Anpassung der Brecherdrehzahl

Angetrieben wird der STE 110-70 über Keilriemen durch einen 110-kW-Elektromotor mit hohem Anlaufmoment. Dieses bei SBM seit Jahrzehnten bewährte Antriebsprinzip »puffert« nicht nur Brecherlastspitzen und sorgt damit für gleichmäßige, verbrauchsgünstige Drehzahlen im Dieselbetrieb (1 500 min¯¹). Das System ermöglicht auch die vierstufige Anpassung der Brecherdrehzahl zur Optimierung des Brechergebnisses (290 min¯¹ bis 320 min¯¹) und optional den Rückwärtslauf des Backenbrechers, der zum Beispiel beim Brechen von Asphalt oder anderem bindigen Material Vorteile bringt. Ebenso verringert der elektrische Brecherantrieb den Wartungsaufwand und lässt sich in die Maschinensteuerung SBM Crush Control integrieren. Das gilt auch für das neue aktive Zweideckvorsieb (2 x 2 m2) im Jawmax 450, dessen Stangenrostoberdeck im 7-m³-Aufgabebunker an die stufenlos regulierbare Förderrinne anschließt. Als Kreisschwinger ausgeführt, entzerrt die Siebeinheit das Aufgabegut, separiert Feinanteile und Verunreinigungen oder trägt bei hochwertigem Ausgangsmaterial über die 25-mm-Standardmasche bzw. optional wählbare Beläge im Unterdeck eine erste qualifizierte Endkörnung aus. Die Dreiwegeklappe am Sieb­auslauf ermöglicht dabei die selektive Behandlung des Siebguts: Je nach Verunreinigung bzw. Qualität lassen sich beide Fraktionen komplett oder separat über das seitliche Feinanteilband austragen oder als wertiger Brecher-Bypass dem Materialstrom auf dem Hauptaustragsband zuführen.

Kontinuierliche Produktion im Ein-Mann-Betrieb

Die aktive Vorabsiebung senkt laut SBM den Verschleiß im Brecher deutlich und kann den Gesamtdurchsatz um bis zu 25 % erhöhen, was beim Jawmax 450 ein Plus von rund 50 t/h auf eine maximale Leistung von ca. 450 t/h ausmacht (vgl. Jawmax 400 ohne Vorsieb: 400 t/h). Der große beidseitig beschickbare Aufgeber sowie hohe Haldenkapazitäten am Feinaustrag (Abwurfhöhe: 2,8 m; ca. 45 m³) und Brecherabzugsband (4 m; ca. 100 m³) ermöglichten zudem eine kontinuierliche Produktion, auch im Ein-Mann-Betrieb.

Die neue aktive Vorabsiebung verhilft dem raupenmobilen SBM-Prallbrecher Remax 400 ebenso zu einem weiteren Produktivitätssprung. Die in der Basisversion rund 42 t bis 47 t schwere Maschine wurde 2018 vorgestellt und zählt seitdem mit 1 240 mm x 800 mm großem Prallbrecher zu einer der leistungsstärksten Anlagen im Segment von 40 t bis 50 t Einsatzgewicht.


(Je nach Beschaffenheit der Vorabsiebung leitet die manuell betätigte Dreifachklappe unter dem Vorsieb das Material ganz oder teilweise auf das Feinanteilband oder schlägt werthaltige Fraktionen als Bypass der Produktionskörnung zu.)

Die Remax 450 mit Vorabsiebung wurde parallel zu den neuen Jawmax 40-Tonnern entwickelt. Maßgebliche Veränderungen betreffen insbesondere den hinteren Rahmenbereich, der jetzt statt einer Rostrinne auch einen hydraulisch klappbaren 8-m³-Aufgabebunker mit Vibrationsaufgeber und unab­hängigem Vorsieb erhielt. Bis auf die Breite und die Standardausrüstung des Stangenrostoberdecks (15 – 35 mm) ist das Kreisschwingersieb in der Ausführung identisch zum Jawmax 450. Dies gilt auch für die dreistufige Feinaustrag/Bypass-Klappe, die das Bypass-Material allerdings auf die 1 300-mm-Abzugsrinne unter dem Prallbrecher leitet. Dank Vorabsiebung steigt auch die Nennleistung des Prallbrechers um etwa 50 t/h auf jetzt 450 t/h.

Vielseitig einsetzbare Anlage

Als vielseitig einsetzbare Anlage im Rohstoff- und Recycling-Bereich akzeptiert die Remax 450 Aufgabestückgrößen bis 800 mm und liefert Endkörnungen in den Bereichen von 0 – 90 mm bis 0 – 22 mm. Auch die in der Basisversion jetzt rund 43,5 t schwere Anlage besitzt einen diesel-elektrischen Antrieb mit 260-kW-Dieselmotor (EU V), einem 300-kVa-Generator und optionalem Netzbetrieb aller Anlagenfunktionen. Zahlreiche verfügbare Optionen – wie beispielsweise die absetzbare Eindecknachsiebeinheit mit schwenkbarem Rückführ-/Austragsband, Windsichter oder hydraulisch einstellbarer Magnetabscheider – lassen das Transportgewicht auf gut 49 t anwachsen. Trotzdem ermöglichen die kompakten Transportabmessungen inklusive Aufbauoptionen (LxBxH: 17,5 m x 3 m x 3,6 m) auch hier den unkomplizierten »One-Piece«-Transport per Tiefbett oder Dreiachs-Dolly.    M

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