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SBM Mineral Processing GmbH Der autonome Brecher kommt

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: SBM Mineral Processing

Mit der Markteinführung des neuen Remax 600 im »Stealth«-Design will SBM Mineral Processing die nächste Etappe hin zum »autonomen Brechen« nehmen. In München informierte der österreichische Aufbereitungsspezialist u. a. über ein Entwicklungsprojekt, das bereits in naher Zukunft die mobile Aufbereitung revolutionieren soll.

Bereits Ende vergangenen Jahres angekündigt (das bauMAGAZIN berichtete in Heft 12/21, Seite 44), stellt SBM Mineral Processing auf der Bauma den neuen raupenmobilen Prallbrecher Remax 600 vor. Mit einer Aufgabeleistung von 600 t/h, einem 1 400er-Prallbrecher für Aufgabegrößen bis 900 mm und einem ausstattungsabhängigen Gesamtgewicht von maximal 75 t liefert die Anlage bis zu fünf Fraktionen in einem Durchgang. Eine dreifache Windsichtung und ein besonders effizienter Überbandmagnet mit optionalem Längsaustrag sollen auch im Recycling eine hohe Reinheit der Endprodukte gewährleisten.

Die Ausrüstung des Brechers im »Stealth«-Design soll nicht von ungefähr kommen: Den neuen Remax 600 sieht der Hersteller als Technologieträger für die weltweit erste vollautonome Produktionsüberwachung und -steuerung, die SBM Mineral Processing derzeit in Zusammenarbeit mit Forschern der Montan-Universität Leoben (Steiermark) entwickelt. Auf Basis moderner Sensorik und Videotechnologie, leistungsfähiger Kommunikations- und IT-Netzwerke sowie maschinen­technischer Innovationen, wie der automatischen Brechspaltverstellung soll erstmals »Künstliche Intelligenz« (KI) Einzug in die mobile Aufbereitung halten (siehe auch Kasten »Fakten« auf Seite 178). Der »autonome Brecher« soll Betreiber und Maschinisten bei allen Entscheidungen unterstützen und im Betrieb dauerhaft entlasten, jederzeit ein Optimum an Produktqualität gewährleisten und dabei auch maßgeblich zur Energieeinsparung im Brechbetrieb beitragen.

Als eine der letzten Ergänzungen im SBM-Hybridprogramm wurde im vergangenen Jahr der Remax 450 mit effizientem Kreisschwinger-Vorsieb vorgestellt (das bauMAGAZIN berichtete in Heft 8/21, Seite 24).

Laut SBM soll das autonome Brechen Betreiber und Bedienpersonal erheblich unterstützen und entlasten: So lässt sich die Anlage datenbasiert bereits vor Standort- oder Materialwechseln über die richtige Auswahl der Siebmedien exakt auf die Anforderungen hin konfigurieren. Über eine interaktive Menüsteuerung sollen auch unerfahrene Maschinisten die Produktion präzise einstellen können – unabhängig davon, ob maximaler Ausstoß, minimaler Kraftstoffverbrauch (»Eco-Mode«) oder die mengenoptimierte Produktion bestimmter Wertkörnungen gefragt sind. Eine weitere Ent­lastung verspricht auch die neuartige integrierte Werkzeugüberwachung im Prallbrecher, die während der Produktion verschleißbedingten Qualitätseinbußen entgegensteuern und wichtige Unterstützung bei der vorausschauenden Wartung leisten soll.

In großangelegten Testreihen mit dem Remax 600 werden alle System-Komponenten im kommenden Jahr unter Praxisbedingungen optimiert. Mit dem Abschluss der Arbeiten und der Marktreife der auch auf andere Leistungsklassen übertragbaren Technologie rechnet man bei SBM Mineral etwa 2024.

Neuer Vergleichsmaßstab für 1400er-Prallbrecher

Auch ohne »KI inside« sollen die Leistungsdaten des neuen Flaggschiffs der SBM Remax-Baureihe als beeindruckend gelten: Mit den 600 t/h seines weiterentwickelten Prallbrechers 13/14/4 mit 1 380 mm × 1 000 mm messenden Einlauf (B × H), den transportfreundlichen Abmessungen (maximal 21,8 m × 3,48 m × 3,8 m, L × B × H) und Gesamtgewichten von 60 t bis 75 t will der Remax 600 ein neues Leistungssegment in der mobilen Primär- und Sekundärzerkleinerung eröffnen. Schon vor dem Marktstart im Oktober entschieden sich laut SBM die ersten Kunden für die »0-Serie« – voll verfügbar soll die mobile Highend-Lösung gegen Mitte 2023 sein.

Der kleinste vollhybride SBM-Prallbrecher Remax 200 will mit geringen Transportmaßen und hohen Produktionsleistungen überzeugen.

Zahlen

Mobile Prallbrecher Remax 200 Remax 300 Remax 400 Remax 450 Remax 500 Remax 600
Aufgabeleistung (t/h): bis 250 bis 300 bis 400 bis 450 bis 500 bis 600
Einlauf Brecher (mm): 960 × 650 1 040 × 670 1 260 × 800 1 260 × 800 1 260 × 840 1 380 × 1 000
Antrieb Brecher (kW): 110 132 160 160 200 250
Diesel-Generatoreinheit (kW/kVA): 222/278 261/327 300/376 300/376 383/478 443/553
Transportabmessungen (L × B × H m): 13,5 × 2,8 × 3,0 14,9 × 3,0 × 3,2 16,5 × 3,0 × 3,6 17,5 × 3,0 × 3,6 17,8 × 3,2 × 3,8 21,8 × 3,49 × 3,8
Transportgewicht ohne/mit Nachsiebanlage (kg): 22 800/27 000 31 900/37 500 41 700/47 100 43 500/49 000 50 000/58 000 60 000/max. 75 000

Als ein entscheidendes Argument für den Remax 600 gilt wie bei allen SBM-Mobilanlagen der verbrauchsoptimierte diesel-elektrische Hybridantrieb mit optionalem Netzbetrieb: Eine kompakte Einheit aus 15-l-Cummins-Turbodiesel (EU V) und 553-kVa-Generator übernimmt die Versorgung aller elektrischen Antriebe – vom 250 kW starken E-Motor des Brechers, über die komplette Förder- und Siebtechnik bis zu den beiden elektrisch angetriebenen Hydraulikeinheiten von Fahrwerk und Arbeitshydraulik. Durch diese Auslegung bleiben auch im vollelektrischen Netzbetrieb alle Anlagenfunktionen verfügbar, was Vor-Ort-Emissionen (Abgase und Lärm) gegenüber anderen Hybridkonzepten mit kurzzeitigen Diesel-Interventionen erheblich reduzieren soll. Auch im diesel-gestützten Betrieb will der Antrieb drehmomentstark mit dauerhaft niedrigen Drehzahlen überzeugen, was neben einer geringen Umfeldbelastung vor allem zu einem günstigen Verbrauch selbst unter hoher Auslastung aller Nebenaggregate führen soll.

Dabei bietet der Remax 600 ein breites Paket an Standardausrüstungen und Optionen, um auch eine hohe Wertschöpfung durch eine Vielzahl qualitativ hochwertiger Endkörnungen zu gewährleisten. Dazu zählen neben der serienmäßigen Vorabsiebung über ein Doppeldeck-Kreisschwingersieb die drei optionalen Kreisschwinger-Nachsiebeinheiten (1-, 2-, 3-Deck) – jeweils inklusive Überkorn-Rückführung und hoch auskragenden Austragsbändern für groß dimensionierte Produkthalden.

Ein Jawmax 300 im vollelektrischen Recycling-Einsatz.

Mobile Backenbrecher Jawmax 200 Jawmax 300 Jawmax 400 Jawmax 450 Jawmax 500 Jawmax 800
Aufgabeleistung (t/h): bis 250 bis 300 bis 400 bis 450 bis 500 bis 800
Einlauf Brecher (mm): 1 000 × 600 1 000 × 600 1 100 × 700 1 100 × 700 1 080 × 750 1 400 × 1 100
Antrieb Brecher (kW): 75 75 110 110 132 200
Diesel-Generatoreinheit (kW/kVA): 168/210 168/210 222/278 222/278 300/376 300/376
Transportabmessungen (L × B × H m): 9,8 × 2,55 × 3,1 14,9 × 3,0 × 3,2 13,8 × 3,0 × 3,6 14,7 × 2,9 × 3,6 18,1 × 3,2 × 4,0 div. Einheiten
Transportgewicht ohne/mit Nachsiebanlage (kg): 27 500 31 800/36 500 36 500 39 000 64 000 gesamt 160 000

Alle Haldenbänder lassen sich hydraulisch einklappen und verbleiben an der Maschine. Dies ermöglicht einen »One Piece«-Transport und unterstützt kurze Rüstzeiten der stützenlosen Anlage ohne weitere Hilfsmittel laut Hersteller selbst im Ein-Mann-Betrieb. Assistiert wird der Maschinist dabei von den Startroutinen der SBM-Anlagensteuerung »Crush Control« mit ihrem zentralen 10"-Display, einer multifunktionalen Funkfernbedienung sowie dem cloud-basierten Fernzugriff auf alle Betriebszustände via Smartphone oder Tablet.

Mit ausgereiften Technologien neue Märkte öffnen

Mit dem neuen 600 t/h-Prallbrecher bietet SBM Mineral Processing als nach eigenen Angaben einziger Hersteller technologie-übergreifend insgesamt zwölf Plug-in-Hybride bei raupenmobilen Backen- und Prallbrechern von knapp 25 t bis rund 150 t Betriebsgewicht (siehe auch Tabellen). Alle Jawmax- und Remax-Baureihen wurden hinsichtlich Transportmaßen und -gewichten optimiert und wollen sich mit laut Hersteller klassenführenden Brechergrößen auch in der Produktionsleistung weit vorn in ihren jeweiligen Maschinenklassen positionieren, ohne dabei Kompromisse in der Mobilität zwischen oder auf der Baustelle machen zu wollen.

Mit Einführung seiner neuen Mobilbaureihen vor rund drei Jahren stellte SBM auch seine Produktion am österreichischen Standort Liezen neu auf. Vor allem aufgrund einer stärkeren Standardisierung und modularen Ausrichtung konnten die Montagekapazitäten gesteigert werden und liegen jetzt für die raupen- und semimobilen SBM-Baureihen bei rund 200 Anlagen pro Jahr. Parallel zum Ausbau der Serienfertigung investierte man auch in den Aufbau eines auf die Betreuung der Mobiltechnologie ausgerichteten internationalen Händlernetzes: Rund 30 zusätzliche Vertriebs- und Servicepartner konnte SBM Mineral Processing in den vergangenen Jahren alleine in Europa gewinnen, die nun auch die Betreuung der rund 1 000 Anlagen im internationalen Kundenbestand übernehmen. Neben einer flächendeckenden Kundendienstpräsenz in ihren jeweiligen Regionen bringen laut SBM alle neuen Partner eine gute Marktdurchdringung in den Zielbranchen mineralische Rohstoffe, Recycling sowie Tief- und Straßenbau mit.


Der weltweite Anstieg der Energiekosten macht die wirtschaftliche SBM-Technologie auch in anderen großen Märkten immer attraktiver: Auf der Bauma will SBM über seine mittelfristige globale Vertriebsstrategie informieren. Neben dem nordamerikanischen Markt mit vier Händlerstützpunkten und einem eigenen SBM-Teilezentrum in Kanada stehen weitere Überseeregionen, wie etwa Ozeanien oder Südostasien, im Blickfeld.

Smarte stationäre Konzepte auf dem Vormarsch

Auf eine noch längere Erfahrung als in der mobilen Aufbereitungstechnik – dort knapp 40 Jahre als ein Pionier in der Hybridtechnologie – kann SBM Mineral Processing im Bau stationärer Anlagen und in der Entwicklung entsprechender Einzelmaschinen zurückblicken. Auch hier sollen eine stärkere Standardisierung der technischen Komponenten sowie neue modulare Konzepte die Wirtschaftlichkeit in Bau und Betrieb auch komplexer Installationen langfristig sicherstellen.

In München informieren die Spartenspezialisten über jüngste Referenzen, von maßgeschneiderten Kleininstallationen für wenige Hunderttausend Euro bis zu hin zu mehrstufigen Werkskomplexen mit Trocken- oder/und Nassaufbereitung im zweistelligen Millionenbereich. Als Komplettanbieter übernimmt SBM auch die Modernisierung bestehender Werke, entsprechend verfolgt man die Weiterentwicklung leistungsfähiger Einzelmaschinen in den diversen Verfahrensstufen. Ein Beispiel hierfür ist etwa die SMR-Baureihe an kompakten reversierbaren Prallmühlen, die sich als hocheffiziente und qualifizierte Auf- und Nachrüstung für Sekundär- bzw. Tertiärstufen eignen soll. Aus eigener Entwicklung stammen auch die neuen Siebgrößen aus der Baureihe KL-B, die trockene Trennschnitte bis zu 500 µm realisierbar machen und dabei Aufgabeleistungen bis zu 100 t/h zulassen, sowie die SBM-Ellipsen-Schwingsiebe mit digitaler Antriebssynchronisation, die trotz niedriger Bauhöhe eine exakt einstellbare Siebcharakteristik und sehr hohe Effizienz bieten sollen.

Damit eignet sich die Ellipsen-Siebtechnik für das container-mobile Aufbereitungskonzept Gravex, mit dem SBM Mineral Processing eine temporäre Alternative zu mobilen oder semi-stationären Aufbereitungslinien bzw. herkömmlichen Werken mit hohem standortgebundenem Investitionsaufwand bieten will. Schon heute bewähre sich das »Kieswerk im Container« laut Anbieter unter extremen alpinen Bedingungen im Ganzjahresbetrieb auf 2 000 m Seehöhe. Auch für weniger anspruchsvolle Anwendungen soll sich das modular aufgebaute und dank »Plug-and-Play«-Auslegung der einzelnen Prozessstufen leicht erweiterbare Gravex-Konzept rechnen. Wie bei container-mobilen Ausrüstungen beispielsweise im Betonbereich profitieren Betreiber laut Hersteller auch hier von einem hohen Werterhalt und der individuellen Nachrüstbarkeit der Technologie über eine lange Lebensdauer und selbst bei mehreren Standortwechseln.    t

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