Liebherr-International Deutschland GmbH Rammen, Bohren und Heben auch »unplugged« möglich

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Liebherr-International

Mit dem ersten batteriebetriebenen Großdrehbohrgerät der Welt – dem LB 16 unplugged – hatte das Liebherr-Werk Nenzing auf die sich stetig verändernden Anforderungen der Bauindustrie reagiert (das bauMAGAZIN berichtete erstmals in Heft 5/19, Seite 35). Aktuell präsentiert das Unternehmen gleich sechs Neuheiten der Unplugged-Serie im Bereich Rammen, Bohren und Heben: Dabei handelt es sich um die Rammgeräte LRH 100.1 unplugged und LRH 200 unplugged, die Bohrgeräte LB 25 unplugged und LB 30 unplugged sowie die Raupenkrane LR 1130.1 unplugged und LR 1160.1 unplugged, batteriebetrieben wollen sie dennoch die gleichen Leistungsdaten wie konventionelle Geräte liefern.

Weil sich der alternative Antrieb des LB 16 unplugged im Markt schnell etabliert habe, hat der Hersteller das Konzept auf weitere Produktbereiche übertragen, die elektrifizierte Unplugged-Serie auf Raupenkrane, Ramm- und Bohrgeräte ausgeweitet. Die batteriebetriebenen Geräte verursachen lokal keine Abgase und gelten als sehr leise. Damit sollen sie besonders in lärmempfindlichen Regionen den richtigen Ton treffen und Anklang bei Baustellenpersonal und Anwohnern finden. Laut Liebherr wird das Konzept bereits in London, Paris und Oslo erfolgreich eingesetzt.

Das Laden der Batterien erfolgt über üblichen Baustellenstrom. Während des Ladevorgangs kann der Betrieb fortgesetzt werden. Um in den Akkubetrieb zu gelangen, muss lediglich der Stecker gezogen werden, daher: »unplugged«. Ob ein- oder ausgesteckt, die Leistung und das Anwendungsspektrum bleiben laut Liebherr unverändert. Die sechs neuen Modelle sind sowohl als konventionelle als auch batteriebetriebene Version erhältlich und weisen identische Leistungsdaten auf.

Unplugged Rammen: LRH 100.1 und LRH 200

Das neu entwickelte LRH 200 schließt die Lücke zwischen den Modellen LRH 100 und LRH 600 in der Rammgeräte-Serie. Ein Batteriepaket mit 200 kWh soll dafür sorgen, dass die Modelle im durchschnittlichen Rammeinsatz 4 h bis 5 h im Batteriemodus betrieben werden können. Optional kann auf 400 kWh für 8 h bis 10 h Betrieb aufgerüstet werden.

Liebherr elektrifiziert u. a. mit dem LB 30 unplugged erneut seine Bohrgeräteserie.

Das Konzept des LRH 200 erweitert das Anwendungsspektrum und soll es noch vielseitiger im Einsatz machen. Neben dem Rammen kann das Gerät für Bohrarbeiten mit Endlos­schnecke, Vollverdrängerausrüstung oder Imlochhammer sowie zum Nassmischen eingesetzt werden. Ein Drehmoment von 250 kNm soll für die nötige Kraft sorgen.

Ausgerüstet mit dem hydraulischen Liebherr-Hammer H 6 kann das LRH 200 bzw. LRH 200 unplugged Pfähle bis zu einer Länge von 24,5 m und einem Gewicht von 16 t aufziehen. Das Gerät soll sich besonders durch einen großen Arbeitsbereich auszeichnen. Eine Ausladung bis zu 8,7 m sichert, dass die Maschine beim Arbeiten nicht ständig umgesetzt werden muss.

Das Mäkler-Design erlaubt Neigungen bis zu 18° in alle Richtungen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, den Mäkler beispielsweise in einer Baugrube 6,5 m anzuheben oder abzusenken, was das Gerät noch flexibler machen soll.

Die neuen LRH-Modelle berechnen den aktuellen Bodendruck in Echtzeit und vergleichen diesen mit vorgegebenen Sicherheitsgrenzwerten der Baustelle. Der Bodendruck wird in der Fahrerkabine angezeigt.

Die Steuerung des neuen Rammgeräts LRH 200 basiert auf dem Konzept des LRH 100 und will sich damit als sehr bedienerfreundlich erweisen. Die integrierte Datenaufzeichnung erleichtert die Auswertung der Pfahldaten.

Das neu entwickelte LRH 200 schließt die Lücke zwischen den Modellen LRH 100 und LRH 600 in der Rammgeräte-Serie.

Bohren: LB 25 unplugged und LB 30 unplugged

Die konventionellen Bohrgeräte LB 25 und LB 30 haben sich längst bewährt. Die neuen batteriebetriebenen Unplugged-Versionen sind in Bezug auf Einsatzmöglichkeiten, Gewicht oder Transport identisch, bieten jedoch ebenso den »Zero Emission«-Vorteil. Die Bohrgeräte können für alle gängigen Anwendungen im Spezialtiefbau eingesetzt werden.

Durch die optionale Verlängerung der Bohrachse lassen sich die Maschinen für Bohrdurchmesser bis zu 3,4 m einsetzen. Die optionale Heckabstützung und das neue Design des modularen Heckballasts sollen eine erhöhte Stabilität und längere Lebensdauer unterstützen.

Beide Geräte sind neben der Standardkonfiguration mit einer Gesamthöhe von 14,1 m als »Low Head« oder nur 7,7 m als »Ultra Low Head« erhältlich. Für den Batteriebetrieb muss auch hier das Ladekabel nur ausgesteckt (»unplugged«) und für einen unbegrenzten Einsatz wieder an die Stromversorgung der Baustelle angeschlossen werden. Im Kelly-Einsatz ist der Akku für eine Arbeitsdauer von 4 h ausgelegt.

Heben: LR 1130.1 unplugged und LR 1160.1 unplugged

Die neuen LR 1130.1 unplugged sowie LR 1160.1 unplugged erweitern zusätzlich das Raupenkran-Portfolio der Nenzinger. Der elektrohydraulische Antrieb der neuen Krane hat dieselben Leistungsdaten wie die konventionelle Version und beide werden in gleicher Weise bedient.


Die Batteriekapazität ist für einen durchschnittlichen Hebebetrieb von 8 h ausgelegt. Alternativ lässt sich damit der Hauptausleger mit Nadelausleger vollständig aufrichten. Die Batterie kann laut Anbieter in 2,5 h bis 4,5 h aufgeladen werden. Optional kann mittels zusätzlicher Batterien die Leistung um 20 % bis 60 % erhöht werden.

Im Leerlauf entspricht der Schalldruckpegel von drei Unplugged-Raupenkranen laut Liebherr einer normalen Unterhaltung auf der Baustelle. Das entspricht einem Wert von nur 60 dB(A). Wird berücksichtigt, dass ein Raupenkran 60 % der Zeit auf der Baustelle im Leerlauf verweilt, sei dieser geringe Geräuschpegel als Vorteil mit »großer Stimmkraft« zu verstehen.

Die Designer des Krans legten großen Wert auf das Sicherheitskonzept. Wie alle Raupenkrane aus Nenzing sind auch die neuen batteriebetriebenen Modelle mit allen bewährten Assistenzsystemen erhältlich.

Das neueste System ist die »Gradient Travel Aid« für sicheres Befahren von Rampen. Das Steuerungssystem des Krans berechnet automatisch den Schwerpunkt und warnt den Fahrer, bevor er den sicheren Bereich verlässt. Der Bediener erhält während der Fahrt jederzeit Informationen über die zulässige und tatsächliche Steigung und über den Gesamtschwerpunkt des Krans.     t