Liebherr-International Deutschland GmbH Liebherr entwickelt sich im Geschäftsjahr 2025 stabil

Die Firmengruppe Liebherr hat das Jahr 2025 mit einem Umsatz von 14 772 Mio. Euro abgeschlossen und verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr damit ein Umsatzwachstum von 150 Mio. Euro oder 1,0 Prozent. Zu diesem Plus trug auch die positive Entwicklung in Deutschland bei. Rückläufige Absätze in einzelnen Produktsegmenten konnten dank der breiten Diversifikation und dezentralen Struktur ausgeglichen werden.

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Liebherr-International

In den Produktsegmenten Maritime Krane, Aerospace und Verkehrstechnik, Verzahntechnik und Automationssysteme, Kühl- und Gefriergeräte, Komponenten sowie Hotels erzielte Liebherr einen Gesamtumsatz von 5 427 Mio. Euro. Dies entspricht einer deutlichen Steigerung von 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rückläufig entwickelte sich dagegen der Bereich Baumaschinen und Mining. Dazu gehören die Produktsegmente Erdbewegung, Materialumschlag, Spezialtiefbau, Mining, Mobil- und Raupenkrane, Turmdrehkrane und Betontechnik. Wenngleich die Produktsegmente Spezialtiefbau und Turmdrehkrane zulegen konnten, ging der Umsatz des Bereichs gesamthaft um 5,5 Prozent auf 9 345 Mio. Euro zurück. Regional entwickelten sich die Umsätze der Firmengruppe unterschiedlich. Rückgänge waren in Asien und Ozeanien und in Nordamerika zu verzeichnen. In Europa ergab sich ein geteiltes Bild: Während die Geschäfte in den Nicht‑EU‑Ländern rückläufig waren, konnte Liebherr in der Europäischen Union ein Umsatzplus erzielen, das insbesondere von einer positiven Entwicklung in Deutschland getragen wurde. Gewachsen ist Liebherr ebenfalls in Mittel- und Südamerika und in der Absatzregion Afrika / Naher und Mittlerer Osten, wobei sich vor allem Südafrika und die Vereinigten Arabischen Emirate als Wachstumstreiber erwiesen. Die Firmengruppe erzielte 2025 ein Jahresergebnis von 272 Mio. Euro. Während das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr abnahm, lag das Finanzergebnis über dem Vorjahreswert. Auch im Geschäftsjahr 2025 ist die Mitarbeiterzahl weiter gewachsen: Zum Jahresende beschäftigte Liebherr weltweit insgesamt 55 963 Mitarbeiter, 1 235 mehr als im Vorjahr.

Meilensteine in der Autonomie

Im Geschäftsjahr 2025 investierte die Firmengruppe 708 Mio. Euro in ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Im Bereich Autonomie hat Liebherr zahlreiche Meilensteine erreicht. Auf der Bauma 2025 präsentierte Liebherr erstmals einen autonom arbeitenden Radlader, der mit dem prämierten System »Liebherr Autonomous Operations« ausgestattet ist. Zudem wurde mit »S1 Vision« der Prototyp für einen autonomen, batterieelektrischen und ein­achsigen Muldenkipper vorgestellt. Auch autonome Mining-Trucks stehen kurz vor dem produktiven Einsatz. Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt lag auf alternativen Antriebstechnologien. So hat Liebherr sein Portfolio um neue, elektrifizierte Baumaschinen wie den ersten vollelektrischen Seilbagger »HS 8100.2 dual power« oder den ersten batterieelektrischen Raupenbagger »R 920 G8-E« erweitert. Darüber hinaus lassen sich beispielsweise sowohl der All-Terrain-Kran »LTM 1150-5.4E« als auch der Mobilbaukran »MK 120-5.1E« wahlweise über das Stromnetz oder eine integrierte Batterie betreiben. Ergänzt wird das Angebot durch den batteriebasierten Energiespeicher »LPO 600«, der das Laden und den Betrieb elektrischer Maschinen direkt auf der Baustelle ermöglicht.


Im Berichtsjahr entwickelte Liebherr zudem zahlreiche digitale Lösungen. Neue Assistenzsysteme für Schnelleinsatzkrane korrigieren pendelnde Bewegungen und ermöglichen es, gespeicherte Punkte teilautomatisiert anzufahren. Mit dem »Energy Planner« bietet Liebherr eine Software zur Planung des Energiebedarfs auf Baustellen. Sie hilft, Versorgungslücken zu vermeiden und Ladephasen sowie Energiebedarfe effizient zu kalkulieren. Firmengruppenweit arbeitete Liebherr an einer einheitlichen Software-Basis für digitale Services sowie am Programm »Software Defined Machine«, das eine zukunftsfähige Steuerungsarchitektur für alle Baumaschinen ermöglicht. Weiter baute die Firmengruppe die Organisation und Kompetenzen im Bereich Cybersicherheit aus und stärkte das interne KI-Kompetenzzentrum, um die verantwortungsvolle Nutzung künstlicher Intelligenz voranzutreiben.

Weichen für Wachstum stellen

Auch im vergangenen Geschäftsjahr investierte Liebherr u. a. stark in den Ausbau der Produktionsstandorte sowie in Mietparks und unterstrich damit sein langfristiges Engagement für Innovation und nachhaltiges und organisches Wachstum. Die Investitionen lagen mit 1 059 Mio. Euro erneut auf dem hohen Niveau der Vorjahre und wurden mit in der Firmengruppe erwirtschafteten Mitteln bestritten. Die Abschreibungen beliefen sich auf 587 Mio. Euro. Um der steigenden Nachfrage nach Mobil- und Raupenkranen gerecht zu werden, hat Liebherr in Ehingen-Berg (Deutschland) ein über 500 000 m² großes Grundstück erworben. In Kirchdorf an der Iller entsteht ein neues Versandzentrum. Am Standort Biberach an der Riß führten zwei volumenstarke Aufträge für Großwälzlager aus der Windindustrie zu Investitionen in Produktion, Infrastruktur und Prüftechnik. Bis 2034 modernisiert Liebherr zudem die Produktion von Turmdreh- und Mobilbaukranen in Biberach. Auch international baut Liebherr seine Kapazitäten aus: In Plovdiv (Bulgarien) und in Guaratinguetá (Brasilien) erweitert die Firmengruppe ihre Produktionskapazitäten. In Tupelo (USA) errichtet die Firmengruppe ein neues Logistikzentrum, während in Houston (USA) mit dem Kauf eines Grundstücks die Grundlage für einen neuen Standort für Reparatur, Vertrieb und Service von Baumaschinen geschaffen wurde.

Zuversichtlich für 2026

»Liebherr rechnet auch für das Geschäftsjahr 2026 mit einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld. Globale Unsicherheiten, geopolitische Spannungen und ein weiter steigender Wettbewerbsdruck würden die Rahmenbedingungen weiter prägen«, so Steffen Günther, Managing Director und Mitglied des Direktoriums der Liebherr-International AG, Bulle (Schweiz). Entsprechend sei in mehreren Produktsegmenten weiterhin mit einer zurückhaltenden Investitionsbereitschaft der Kunden zu rechnen. »Auch wenn die Firmengruppe mit einem erfreulichen Auftragsbestand in das Jahr 2026 gestartet ist, erwarten wir eine ausgeprägte Wachstumsphase jedoch erst ab 2027. Bis dahin nutzen wir die Zeit, um gezielt in unsere Standorte, Innovationen und nachhaltige Lösungen zu investieren«, erläutert Steffen Günther. Insgesamt profitiert die Firmengruppe Liebherr von ihrer hohen Diversifikation, ihrer internationalen Ausrichtung sowie ihrer dezentralen Struktur. Diese Faktoren tragen dazu bei, globale Unsicherheiten zeitweise abzufedern. Vor diesem Hintergrund ist Liebherr zuversichtlich, 2026 weiter zu wachsen.

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