Liebherr-International Deutschland GmbH Letzter Kran beendet seine Arbeit am Spin Tower in Frankfurt

Nach dreieinhalb Jahren machte er den finalen Hub: der 230 HC-L 8/16. Mit einer Endhakenhöhe von circa 180 m war der Liebherr-Verstellauslegerkran der höchste Kran beim Projekt »The Spin« in Frankfurt – und auch der letzte Kran auf der Baustelle. Seine Demontage erfolgte Mitte November. Ein weiterer 230 HC L 8/16 und zwei Flat-Top-Krane, ein 150 EC-B 8 und ein 110 EC B 6, waren bereits zu einem früheren Zeitpunkt demontiert worden.

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Liebherr

Als die Liebherr-Projektabteilung Tower Crane Solutions vor knapp fünf Jahren mit den Planungen für den Kraneinsatz begonnen hatte, war die Demontage des 230 HC-L 8/16 bereits Thema. Denn für ein reibungsloses Abklettern musste der Kran mit einer Ausladung von 55 m kollisionsfrei am neuen Hotel- und Büroturm vorbeikommen. Und das an einer Fassade mit vielen Vorsprüngen. Denn die oberen Geschosse sind im Vergleich zu den unteren Etagen leicht gedreht, wodurch der 128 m hohe Gebäudeturm nicht glatt nach oben geht. Zudem gab es wegen der Enge auf der Baustelle und der vielbefahrenen Mainzer Landstraße kaum Spielraum bei der Wahl des Kranstandortes.

Wenige Abspannungen

Diese Herausforderung hat die Tower Crane Solutions ebenso passgenau gelöst wie die Verankerungen für den HC-L. Der Verstellauslegerkran ­kletterte extern am Gebäude. »Die dafür notwendigen Abspannungen sollten möglichst wenige Hotelzimmer betreffen«, erläutert Julia Wiebeck, Projektleiterin bei der Tower Crane Solutions.

Der 230 HC-L 8/16 wurde mit drei Abspannungen am Gebäude verankert, davon zwei im Hotelbereich und eine auf Höhe der Büroetagen. Der Kran kletterte auf einem 24 HC 630 Turmsystem mit den Maßen 2,4 x 2,4 m. Der 230 HC-L 8/16 auf einem Unterwagen mit Spurweite 6 x 6 m war der einzige Kran, der bei diesem Projekt geklettert wurde.


Hohe freistehende Hakenhöhe

Ein weiterer 230 HC-L 8/16 wurde freistehend auf 84,3 m Turmhöhe montiert, weil kein Standort unmittelbar am Gebäudeturm möglich war. Dadurch fehlten Anbindungsmöglichkeiten zum Gebäude für ein externes Klettern. Diese enorm hohe freistehende Hakenhöhe konnte nur durch das Zusammenspiel aus starken Fundamentankern und einer Turmkombination aus den Turmsystemen 24 HC 630 und 24 HC 1250 realisiert werden. Auch bei der Gründung des 150 EC-B 8 und 110 EC-B 6 fiel die Wahl auf Fundamentanker.

Technisch umsetzbare Lösung

»Die innerstädtischen Platzverhältnisse erforderten bei sämtlichen Montageschritten der zwei Turmdrehkrane 230 HC-L und der zwei Flat-Top Krane von unserem Kunden GP Con und der Nagel Baumaschinen Frankfurt GmbH als verantwortlicher Vertriebs- und Servicepartner eine präzise Planung, Vorbereitung und Abwicklung – wir haben in Verbindung mit Liebherr ­Tower Crane Solutions immer eine technisch und wirtschaftlich umsetzbare Lösung erarbeitet«, sagt der verantwortliche Vertriebsleiter Jürgen ­Schmitt von der Nagel Baumaschinen ­Frankfurt GmbH.

»Vom ersten Krankonzept bis hin zum Rückbau der Krane war die Abwicklung mit Liebherr und Nagel stets von Kompetenz, Professionalität und Kundenorientierung geprägt. Somit ließen sich die innerstädtischen Herausforderungen umsetzen und komplexe Bauzustände realisieren«, sagt Dennis Ferdinand, Oberbauleiter bei der GP Con GmbH. »Durch die Planung der beiden Hochhauskrane ließen sich die Kletterschritte kompensieren und eine wirtschaftliche Lösung unter Berücksichtigung der geforderten Leistungsfähigkeit wurde erreicht.«

Die Krane unterstützten beim Gebäudeturm und der angrenzenden Randbebauung. Die Krane mit Assistenzsystemen, wie dem Feinpositioniermodus Micromove, halfen bei Betonier-, Verschalungs- und Fassadenarbeiten. Für eine hohe Leistungsfähigkeit wurden die Verstellauslegerkrane im 1-Strang-Betrieb gefahren und konnten so Hübe mit einem Gewicht von bis zu 8 t ausführen.   d

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