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Liebherr-Werk Telfs: Hydrostatischer Antrieb und niedriger Schwerpunkt

Mit seiner 50-t-Planierraupe PR 766 will Liebherr die Erfolgsgeschichte des hydrostatischen Antriebs fortsetzen.

In Kombination mit einem Low-Drive-Laufwerk, integriertem ROPS-/FOPS-Schutz und widerstandsfähigen Komponenten soll die Raupe die speziellen Ansprüche im Gewinnungseinsatz wie beste Traktion und Zugkraft, optimale Rundumsicht sowie hohe Maschinenverfügbarkeit und geringen Treibstoffverbrauch mehr als erfüllen.

Durch den hydrostatischen Antrieb kann die Dieselmotordrehzahl der PR 766 konstant gehalten werden, womit das hauseigene Aggregat stets im wirtschaftlich optimalen Drehzahlbereich läuft. Dies unterscheide, wie Liebherr unterstreicht, den Fahrantrieb von allen anderen derzeit am Markt verfügbaren Antriebskonzepten von Großplanierraupen, bei denen die Motordrehzahl im Einsatz stark schwankt. Die PR 766 ist denn auch der nach Herstellerangaben einzige Hydrostat im 50-t-Raupensegment.

Beim Liebherr-Fahrantrieb sind zudem keine Komponenten mit hohem Verschleiß, wie etwa Drehmomentwandler, Schaltgetriebe, Lenkkupplungen oder Betriebsbremse verbaut. Stattdessen arbeiten die Hydraulikpumpen und -motoren nach Anbieteraussagen praktisch verschleißfrei.

Der ebenfalls verbaute Eco-Modus ermöglicht dem Fahrer, zwischen hohem Leistungsvermögen und maximaler Wirtschaftlichkeit zu wählen. Dabei sorgt die Eco-Steuerung in leichten bis mittelschweren Einsätzen im Vergleich zu konventionell angetriebenen Maschinen für zusätzliche Spriteinsparung.

Schieben und Manövrieren – auch mit vollem Schild

Um hartes Gestein gleichmäßig zu lockern und effizient zu schieben, sind hohe Zugkräfte erforderlich. Diese sind beim Hydrostaten quasi »natürlich« gegeben, erfolgt doch – wie Liebherr betont – die Übertragung der Motorleistung stets kraftschlüssig und ohne Schlupf auf beide Antriebsketten.

Wenn die Raupe am meisten Kraft benötigt – bei gefülltem Schild und Kurvenfahrt – kommt als weitere Liebherr-Besonderheit die proaktive Leistungsanpassung zum Tragen. Dabei werden so­wohl innermotorische als auch externe Maschinenparameter, wie die Auslenkung des Fahr-Joysticks, erfasst und die Motorleistung automatisch kurzzeitig erhöht. Daraus soll neben besserem Ansprechverhalten auch eine spürbare Steigerung des Durchzugsvermögens resultieren.

Hohe Reißleistung aus dem Stand

Bestes Eindring- und Schubverhalten unterstützt auch der am Joystick vorwählbare Fahrgeschwindigkeitsbereich. Dadurch kann die Raupe insbe­sondere bei niedriger Geschwindigkeit präzise gesteuert werden. Zusammen mit der automatischen ­stufenlosen Geschwindigkeitsanpassung des Hydrostaten – ohne Gangwechsel – will die PR 766 damit auch ihre Vorteile beim Reißen beweisen. So bestehe laut Liebherr gegenüber konventionellen Antrieben nicht die Gefahr eines überhitzenden Drehmomentwandlers. Der Fahrer muss lediglich den Reißzahn absenken (rechter Joystick) und den linken Fahr-Joystick voll nach vorne drücken. Die passende maximale Reißgeschwindigkeit stellt sich von selbst ein.

Sicheres Bergabschieben und kraftvolles Bergauffahren

Die PR 766 ist serienmäßig mit einem pendelnden Laufwerk ausgerüstet. Dadurch können sich die Laufrollen flexibel an den Untergrund anpassen. Besonders in felsigen Einsätzen werde, so der Hersteller, dadurch die Traktion aber auch die Laufruhe der Maschine deutlich erhöht. Bodenunebenheiten werden durch die elastische Aufhängung ausgeglichen und Stoßbelastungen sollen auf ein Minimum reduziert werden. Dies erhöhe, so Liebherr, nicht nur den Fahrerkomfort, sondern auch die Laufwerksstandzeiten und reduziere den Verschleiß der verbauten Komponenten und des Stahlbaus. Bei Steigungsfahrten – ob vorwärts bergab oder rückwärts bergauf – will die PR 766 mit ihrem langen Low-Drive-Laufwerk und daraus resultierenden niedrigen Schwerpunkt punkten.    §

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