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Kurz Gruppe: »Absolutes Highlight ist der elektrische Antrieb«

Dass die Elektrifizierung in Aufbereitung und Recycling voran schreitet, zeigt die aktuelle Entwicklung bei der Kurz-Gruppe aus Friolzheim im Nordschwarzwald. Das Unternehmen hat drei deutlich unterschiedliche Kunden beliefert, die nun alle dank Hybridtechnik von SBM Mineral Processing auch auf einen vollelektrischen Anlageneinsatz bauen können. »Drei Kunden, drei verschiedene Einsätze, ein Resümee – diesel-elektrische Maschinen sind in der Aufbereitungswelt weiter auf dem Vormarsch und die Kurz-Gruppe ist vorn mit dabei«, betont Kurz-Vertriebsleiter Harald Weber.

Das Unternehmen BSW Stahl-Nebenprodukte (BSN) wurde 1996 gegründet und befindet sich in direkter Nachbarschaft zu den Badischen Stahlwerken in Kehl am Rhein, dem einzigen Elektrostahlwerk im Südwesten. Das BSN-Hauptgeschäftsfeld besteht aus der Verarbeitung und der Vermarktung von Nebenprodukten der Stahlerzeugung wie Gesteinskörnungen aus Elektroofenschlacke (Beosalt und Beosil), Walzenzunder (Eisenoxid), Separationseisen, NE-Mischmetalle (nichtmagnetische Schrottbestandteile), Feuerfestausbruch sowie Sticker- und Filterstaub. Vermarktet werden die qualitativ hochwertigen Nebenprodukte der Stahlerzeugung nachhaltig, ökologisch und wirtschaftlich.

Im Juli hat BSN neu einen SBM-Backenbrecher des Typs Jawmax 450 (siehe auch Seite 28) im Betrieb integriert. Der vollelektrische Backenbrecher besitzt einen Einlauf von 1 100 mm x 750 mm und kommt auf ein Einsatzgewicht von 40 t. Eine Überlastsicherung macht es möglich, Stahlschlacke aufzubereiten, da der Backenbrecher innerhalb von Millisekunden auf nicht brechbares Material reagieren, das Brechermaul öffnen und auf den zuvor eingegebenen Brechwert zurückstellen kann. Elektromagnet, Bandwaage, eine separate Vorabsiebung und die Funkfernbedienung vervollständigen die Brecheranlage. Der diesel-elekrische Antrieb erlaubt den motorlosen Betrieb aus der Steckdose.

Stromversorgung gab den Ausschlag

Der diesel-elektrische Antrieb war ein ebenso bedeutsames Kriterium für die Entscheider von Eckle Tief- und Straßenbau. Das 100 %ige Tochterunternehmen der Klaus-Gruppe beschäftigt rund 130 Mitarbeitern im Tief- sowie Straßenbau und betreibt zudem bei Langenau in der Nähe von Ulm einen eigenen Steinbruch für den Eigengebrauch, aber auch für Kundenaufträge. Über das ebenso vor Ort agierende Tochterunternehmen Recycling plus werden Beton und Bauschutt wiederverwertet. Auch hier ist eine von der Kurz-Gruppe kürzlich gelieferte Brecheranlage im Einsatz – eine SBM Remax 450 (Seite 28).


Die 50-t-Prallmühle bietet einen Einlauf von 1 300 mm x 800 mm, eine Nachsiebeinheit und eine Überkornrückführung. Durch eine große separate Vorabsiebung kann im Steinbruch der Siebschutt sauber abgetrennt werden. »Dieser hat ja im stationären Werk nichts verloren und erhöht so die Leistung bei der Splittproduktion«, betont Eckle-Steinbruchleiter Patrick Holzschuh. Die Robustheit der Maschine, die schnelle Reaktionszeit seitens des Händlers Kurz und dessen fachkundige Beratung durch Verkaufsberater Johannes Mayer zählten für Patrick Holzschuh zu den entscheidenden Argumenten pro Remax 450. Über ein mitgeliefertes Haldenband kann Material aufgehaldet oder direkt auf Lkw verladen werden. »Wir werden die Maschine an zwei verschiedenen Stellen im Steinbruch einsetzen und direkt mit eigenem Strom betreiben. An allen anderen Stellen betreiben wir die Maschine bequem mit dem aufgebauten Dieselaggregat«, betont Eckle-Geschäftsführer Frank Nusser-Jungmann.

Vorteile der Prallmühle im Miettest bestätigt

Bei E. Bayer Baustoffwerke im württembergischen Esslingen arbeitet man mit einer SBM Remax 300 im eher traditionellen Baustoff-Recycling. Bayer hat sich auch einen Namen mit dem eigenproduzierten Kalksandstein gemacht. »Dieser besteht aus den natürlichen Rohstoffen Kalk, Sand, Wasser – eigentlich ein recht einfaches Produkt könnte man meinen. Doch die Herstellung von qualitativ einwandfreien Kalksandsteinprodukten erfordert ein hohes Maß an Know-how und aufwendige Produktionstechnik«, wie Geschäftsführer Jörg Bayer betont. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette spiele das Thema »Ökologie« eine wichtige Rolle. »Die Herstellung von KS* weist eine positive Energiebilanz aus, KS* ist zu 100 % recycelbar und die Sandabbaustätten werden vollständig rekultiviert«, so Bayer.

Hier kommt die an Bayer gelieferte SBM Remax 300 ins Spiel: Eine Prallmühle mit einem Einlauf von 1 100 mm x 700 mm und einem Gewicht von 37 t inklusive Nachsieb und Überkornrückführung. Bauschutt und Beton sollen mit ihr aufbereitet und dem Materialkreislauf wieder zugeführt werden. Anfang des Jahres hat man dann hierfür eine Anlage bei der Kurz-Gruppe gemietet und auf Herz und Nieren getestet. Beton wurde auf 0 – 45 mm und Bauschutt auf 0 – 16 mm verkleinert oder gleich auf Körnungen wie 0 – 2 mm, 2 – 8 mm und 8 – 16 mm in einem Arbeitsgang produziert. »Hier zeigte sich deutlich der Vorteil der SBM-Produkte im Vergleich zu anderen Ansätzen. Eine Rinne in dieser Gewichtsklasse ist eine Seltenheit, aber für uns dringend notwendig, um Schäden am Abzugband zu verhindern. Wichtig sind Euro-5-Motoren und ein höhenverstellbarer Magnet, zudem ist die Anlage mit der Funkfernbedienung voll bedienbar«, betont Kalkulator Timm Hoffmann. »Mein absolutes Maschinen-Highlight ist der elektrische Antrieb. Zwar wollen wir nicht mit eigenem Strom fahren, aber ein Dieselverbrauch von unter 20 l/h sucht auch seinesgleichen«, so Hoffmann.    t

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