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Jürgen Kölsch GmbH Der Spezialist unter den Aufbereitern

Ein Familienunternehmen, das der Aufbereitungsbranche bereits in zweiter Generation seinen Stempel aufdrückt und das bauMAGAZIN seit der ersten Stunde begleitet, ist die Jürgen Kölsch GmbH mit Sitz im schwäbischen Heimertingen (Unterallgäu). Der Aufbereitungsspezialist bedient den süddeutschen Markt bereits seit über 37 Jahren mit Maschinen für Recycling und Gewinnung und hat in dieser Zeit eines unweigerlich unter Beweis gestellt: Keine Kompromisse eingehen, sondern maßgeschneiderte Lösungen bieten, die sowohl den Bedarf an Neu- und Gebrauchtgeräten als auch Einzellösungen und komplette Anlagen abdecken. Die bauMAGAZIN-Redaktion hat diesen Firmengrundsatz hinterfragt und unternimmt den redaktionellen Versuch, 37 Jahre Kölsch mit 25 Jahren bauMAGAZIN zu verbinden.

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Erklärtes Ziel der heutigen Geschäftsführer Bettina McCusker, Stefan Kölsch und Sean McCusker ist es, Lösungen zu bieten, die auch unter schwierigsten Arbeitsbedingungen mit Präzision und Effizienz überzeugen. Das von Jürgen Kölsch im Jahr 1985 gegründete Unternehmen stand von Beginn an jedoch vor der Herausforderung, einer Branche ge­recht zu werden, die nicht grundlos als hartumkämpft gilt und nur selten zweite Chancen zulässt. Zuvor war Jürgen Kölsch leitend bei den Baumaschinengrößen Zeppelin als Niederlassungsleiter sowie bei Liebherr als Verkaufsleiter im Bereich Gebrauchtmaschinen tätig.

Begonnen hatte mit der Gründung – damals noch als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) – alles im überschaubaren Familienhaus im bayerisch-schwäbischen Boos. Ein kleiner Anfang mit kleinem Büro, aber umso größeren Ambitionen. Bereits 1991 zog das Unternehmen Kölsch dann ins rund zehn Kilometer entfernte Babenhausen, wo ein großes Gelände zur Verfügung stand. Einst für seine Bänder, Brecher und Siebe bekannt, hat das Unternehmen sein Portfolio mit der Zeit gezielt ausgebaut: Zum einen sind das Lösungen für das Zerkleinern, Klassieren und Handhaben von Abfällen, Altholz oder Biomasse. Zum anderen bietet Kölsch Modelle für die Nass- und Modularaufbereitung zur Nassklassierung mineralischer Produkte und der Lieferung stationärer Lösungen. Um die breitgefächerte Palette jedoch nach außen hin klar zu definieren, ist Kölsch dazu übergegangen, seine einzelnen Maschinensegmente farblich zu markieren: Nassklassierung und stationäre Lösungen sind in einem Blau zusammengefasst. Die grüne Linie hingegen steht für das Angebot an Umwelttechnik – Rot wiederum definiert mobile Aufbereitungsanlagen, etwa ketten­mobile Siebanlagen, Brecher oder Bänder.

Wichtige Partnerschaften eingegangen

Bereits seit Anfang der 1990er-Jahre kooperiert Kölsch mit dem Maschinenhandelsspezialisten Christophel. Als renommierte Experten in der mobilen Aufbereitung entschlossen beide Unternehmen sich dazu, den deutschen Markt in »Nord« für Christophel und »Süd« für Kölsch aufzuteilen, um die Vertriebsreichweiten zu erhöhen, gleichzeitig aber auch verlässliche An­sprechpartner vor Ort zu bieten. Das von Johannes und Christa Christophel im Jahr 1984 gegründete Unternehmen hat seinen Sitz in Lübeck und wird heute geschäftsführend von Rüdiger Christophel sowie im Vertrieb von Alexander Draeger geleitet. Beide – Kölsch und Christophel – bieten ein breitgefächertes Portfolio an, gestützt auf Marken wie Powerscreen, Telestack, Pronar, TWS (Terex Washing Systems), Portafill sowie Rubble Master, Franzoi, Matec und Cityequip.

Der Leitspruch: »Auf uns können Sie sich verlassen« galt für Gründer Jürgen Kölsch schon 1998 gegenüber dem noch jungen bauMAGAZIN. Damals noch in Babenhausen ansässig, hatte das Unternehmen die ersten 13 Jahre seiner Firmenhistorie hinter sich gebracht und ein erstes Resümee gezogen: »Seit der Firmengründung haben wir es geschafft, unseren Kunden nicht nur stets die besten Maschinen, sondern auch einen beispielhaften Service zu bieten. Darauf können wir jetzt aufbauen«, so Jürgen Kölsch damals über ein Unternehmen, das die Entwicklung vom Ein-Mann-Betrieb zu einem der führenden Baumaschinenhändler in Süddeutschland mit mehr als 25 Mitarbeitern geschafft hatte. Das damals rund 12 000 m² große Firmengelände war Heimat der einst neuesten Technik für Sieb-, Wasch- und Brecheranlagen. Gerade im Bereich der Sieb- und Waschtechnik, so belegen es frühe bauMAGAZIN-Ausgaben, vertraute Kölsch auf den technologischen Vorsprung von Powerscreen-Anlagen.

Die Bauma 1998 als wichtige Leistungsschau

Ein Blick auf die bauMAGAZIN-Berichterstattung aus dieser Zeit verrät, dass insbesondere die Messen für Jürgen Kölsch als wichtiger Branchentreff, aber eben auch Präsentationsfläche galten, um das eigene Portfolio aufzuzeigen und weitere Kontakte zu knüpfen. Viel Aufmerksamkeit erhielten 1998 in München beispielsweise die Einschwingbackenbrecher sowie Prallbrecher des Herstellers OM – im Jahr 2003 endete jedoch die Zusammenarbeit. Seither setzte Kölsch auf Lösungen von BL-Pegson, später unter Terex Pegson bekannt; heute tragen deren Maschinen den Markennamen Powerscreen. Zu dieser Zeit hatte sich für Kölsch gezeigt, dass es die richtige Entscheidung war, das Brecherprogramm zu erweitern und immer neue Gebietsvertretungen für Hersteller wie OM zu übernehmen. 1998 waren die »Kraftprotze aus Italien« ob ihrer hydraulischen Brechspaltverstellung per Knopfdruck und einer hydraulischen Überlastsicherung bei den Backenbrechern beliebt.


Ebenfalls von Kölsch zur damaligen Bauma vorgestellt wurden Powerscreen-Siebanlagen wie die Trommelsiebanlage 615, die mit Vielseitigkeit im Arbeitsalltag sowie einem um 180° schwenkbaren Austragband für die Feinkörnung punkten konnte. Nutzen ließ sich die Maschine gerade auf kleineren Baustellen, da sie flexibel und mobil daher kam. Ebenfalls vertreten waren die Kompaktsiebanlage Turbo Chieftain 516 mit einem 5 000 mm x 1 550 mm Siebkasten sowie die Grobsiebanlage Powertrack und der auf einem Raupenfahrwerk basierende Einschwingen­backenbrecher 42x26 von Hersteller Brown-Lenox, der bereits 1996 mit Terex Pegson fusioniert hatte. Zum Ausklang der Bauma 1998 stellte Jürgen Kölsch klar: »Auch wenn es für alle Beteiligten eine anstrengende Woche war, so hat sich der Einsatz doch gelohnt – wir haben die Bauma genutzt und bewiesen, dass wir zu Recht einer der erfolgreichsten Sieb- und Brecher­anlagenspezialisten in Süddeutschland sind.«

Der Gründer ging – die Philosophie blieb

Die folgenden Jahre waren von harter Arbeit, aber auch erfolgreichen Zeiten geprägt. Im Jahr 2003 ging Jürgen Kölsch dann in den verdienten Ruhestand – wohlwissend jedoch, dass er auch weiterhin beratend tätig sein wollte. Und obwohl das Unternehmen Kölsch in den darauffolgenden Jahren viele Veränderungen herbeigeführt hat, ist der Grundgedanke von Jürgen Kölsch stets geblieben, bei allen Veränderungen dennoch die bestmögliche Qualität abzuliefern, wie Sean McCusker sich erinnert.

Ein Jahr später entschloss sich Kölsch dazu, Babenhausen zu verlassen und sich zentraler an der Autobahn A 7 aufzustellen. »Wichtig war dem Unternehmen zu diesem Zeitpunkt, ideale Verkehrsanbindungen zu haben, weshalb der Umzug 2004 nach Heimertingen ein entscheidender Schritt war«, so Sean McCusker gegenüber dem bauMAGAZIN. Der frühere Vertriebsleiter und heutige Geschäftsführer bei Kölsch begründet den Erfolg von damals mit Weitsicht: »Kölsch hatte den Markt im Blick, hat die Bedürfnisse der Anwender hinterfragt und war dazu in der Lage, die richtigen Lösungen zu bieten – etwa im Bereich der Brecher, die selbst von kleineren Firmen benötigt wurden.« Hinzu kam, so McCusker weiter, die Erfahrung auf dem deutschen Markt: Zusammen mit Powerscreen habe man bei Kölsch und Christophel damals eine Raupensiebanlage entwickelt. »Früher hat es keine Förderbänder dieser Art gegeben – heute verkauft jeder diese Art von Maschinen, da die Technologie effizient und stark ist«, so Sean McCusker.

Nah am Anwender dran bleiben

Etwas, das sich ebenfalls seit vielen Jahren durch die Firmenhistorie von Kölsch zieht, ist die enge Verbundenheit zu den Kunden und Anwendern. Zum einen betrifft das den Austausch vor Ort, zum anderen die Treffen auf unterschiedlichsten Messen und Großveranstaltungen. Nun musste auch Kölsch jedoch in Zeiten von Corona eine schmerzliche Durststrecke überstehen: Die messelose Zeit erschwerte den offenen, direkten Dialog und damit eine für Kölsch wichtige Stellschraube, um das direkte Feedback von Kunden und Anwendern zu erhalten. Kompensiert hat man das in den vergangenen zwei Jahren zwar mithilfe digitaler Kanäle – eine echte Messe mit persönlichen Gesprächen kann das auf Dauer aber nicht ersetzen.

In Sachen Umsatz und Nachfrage konnte Kölsch sich auch in Zeiten von Corona nicht beschweren: Die Geschäfte liefen gut – die Auftragsbücher waren voll. Gleichwohl stellte Kölsch-Geschäftsführer Sean McCusker gegenüber dem bauMAGAZIN klar: »Wir alle freuen uns auf gutbesuchte Messen. Mit der Teilnahme an der RecyclingAktiv im Mai ging es endlich wieder los – und auch der Messestand für die Bauma ist bereits gebucht.« Auch dort wird Kölsch zusammen mit Christophel auftreten – einem Partner, den Sean McCusker bis heute im hohen Maße zu schätzen weiß: »Zwischen uns geht es um Vertrauen und darum, familiär miteinander umzugehen. Wir haben eine gemeinsame Basis und teilen dieselben Werte.«

In diesem Zusammenhang stellt Sean McCusker jedoch auch klar, dass Messen und Events allein aber nicht ausreichen: »Sowohl Kölsch als auch Christophel sind nicht von rein vertrieblichen Kompetenzen durchzogen. Das Herzstück beider Unternehmen ist das Schrauben: Wirklich jeder bei uns kann eine Maschine aufbauen und arbeitet somit praxisorientiert. Auch ich schraube bis heute noch und stehe samt Blaumann in der Werkstatt. Wir möchten so nah an unseren Produkten dran bleiben, wie nur irgend möglich und das, salopp gesagt, aus einem ganz einfachen Grund: Wir wollen den Leuten keinen Schrott verkaufen«, sagt McCusker.

Neue Lösungen, neue Wege

Abseits der besonders praxisorientierten Arbeits- und Denkweise hat sich Kölsch mit den Jahren auch zu einem Vordenker weiterentwickelt. Man möchte nicht nur gewohnte Wege gehen, sondern Neues aufzeigen. So passiert beispielsweise auf der Karlsruher Doppelmesse RecyclingAktiv – TiefbauLive vor wenigen Wochen: Hier zeigte Kölsch etwa den Prallbrecher RM100Go! von Rubble Master (RM), der als reine Dieselversion existiert, aber eben auch mit voll integriertem Hybridantrieb realisierbar ist und damit neue Wege aufzeigt. In der Hybridvariante, so Kölsch, wird das Modell über einen kompakten Elektromotor angetrieben. Ein maximaler Durchsatz von rund 300 t/h macht den Prallbrecher der 30-t-Klasse zu einem leistungsstarken Schwergewicht des RM-Sortiments.

Ebenfalls vertreten war in Karlsruhe außerdem eine RM-Konzeptsiebmaschine, die im elektrischen Modus ihre Energie von außen oder auch von einem mit ihr verbunden RM-Hybridbrecher wie dem RM100Go! bezieht. Die auf der Doppelmesse präsentierte Konzeptmaschine soll laut Kölsch bereits technische Details offenbaren, die in Serienreife erst auf der Bauma in München, anhand einer völlig neuen Siebanlage des österreichischen Herstellers, gezeigt werden sollen. Das Bild abgerundet haben Maschinen wie der Franzoi-Schredder TAZ 280, das Telestack-Haldenband TC420X oder das Trommelsieb MPB 20.55gh von Pronar.

Wichtige Verbindungen zum irischen Markt

Einen Vorteil, den das Unternehmen Kölsch bis heute für sich zu nutzen weiß, sind die Wurzeln von Sean McCusker. Der Geschäftsführer ist gebürtiger Ire und seit Jahrzehnten eng mit irischen Herstellern verbunden. Eine Vielzahl an nordirischen Herstellern von Aufbereitungsmaschinen sind durch Kölsch im süddeutschen Raum vertreten und tragen somit zu engen partnerschaftlichen Verbindungen bei. Auch das ist seit der Gründung von Kölsch Tradition geworden: Man geht langfristige Partnerschaften ein, setzt auf Kontinuität und hat schlussendlich hochwertige Marken im Gepäck, was eine breite Zielgruppe abdeckt. In über 37 Jahren konnte sich Kölsch dadurch einen guten Ruf erarbeiten – gekennzeichnet ist dieser Weg allerdings auch durch das hohe Maß an Beständigkeit und Weitsicht.    

Dan Windhorst  d

Firmeninfo

Kölsch GmbH

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