Unter realistischen Einsatzbedingungen lassen sich die Maschinen erst richtig beurteilen – und genau deshalb hat Sean McCusker, Geschäftsführer der Jürgen Kölsch Baumaschinen GmbH, auch auf Formate wie die RATL gesetzt. »Es hat alles sehr gut funktioniert. Also, wir haben klassischen kontaminierten Bauschutt mit Kunststoff- und Holzanteilen sowie Armierungseisen aufgegeben. Die maximale Körnung von 0/45 wurde im ersten Schritt durch den ›RM 100X‹ definiert. Der Brecher war mit einer Nachsiebeinheit mit einer 50-mm-Quadratmasche ausgerüstet. Überkorn von über 45 mm wurde automatisch über das integrierte Rückführband erneut dem Brechprozess zugeführt. Zwischen Brecher und Siebanlage kam ein ›Metberg TC30‹ zum Einsatz, so konnte man auf eine Erhöhung des Brechers verzichten. Das ›TC30C‹ ist ein 9 m langes, kompaktes Förderband, speziell entwickelt für beengte Einsatzorte«, wie McCusker erklärte. Gleichzeitig stellte der Branchenkenner klar: »Uns war wichtig zu zeigen, dass Kölsch Lösungskompetenz über die gesamte Wertschöpfungskette anbieten kann, nicht nur für die Bereitstellung einzelner Maschinen. Bei der Herstellung von Baustoffen aus Recyclingmaterial steht heute mehr denn je die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund, bei gleichzeitig gestiegenem Anspruch an das Produkt und die Flexibilität der Anlage. Wir entwickeln und realisieren immer wieder neue, kreative Maschinenkombination. Darin sehen wir ein echtes Alleinstellungsmerkmal von Kölsch.«
Mit Konzept überzeugen
Letztlich stand die komplette Linie in knapp vier Stunden, wie Sean McCusker berichtet. »Unser Ziel war es, ein funktionierendes Konzept vorzustellen. Das ist uns gelungen. Für die reale Anwendung beim Kunden sind freilich, je nach Anspruch, einige Tage mit Feintuning und Optimierung sinnvoll.« Die Recyclinglinie, so Kölsch, lasse sich nicht nur schnell aufbauen, sondern auch modifizieren. Das Förderband wurde durch den Brecher mit 15 kW Leistung versorgt, es verfügt über zwei Elektromotoren. Für den Fahrbetrieb ist in das Band zusätzlich ein Dieselmotor integriert, alternativ ist auch eine Konfiguration mit einem Perkins-Dieselmotor möglich. »Wir haben drei Fraktionen erzeugt. Eine Feinfraktion mit 0/8 mm, ein Mittelkorn von 8/16 mm und Überkorn von 16/45 mm. Die Fraktionierung erfolgte durch eine nachgeschaltete Portafill-›MR-5X‹-Siebanlage mit einem 20-mm-Quadratmaschensieb im Oberdeck und einer 10-mm-D-Harfe im Unterdeck.«
Mit Leichtstoffabscheider
»Wir hatten uns außerdem für die Behandlung des Überkorns entschieden«, wie McCusker anfügt. »Diesen Job übernahm der Leichtstoffabscheider ›Screenpod AV52‹. Die ausgesonderten Leichtstoffe wurden in einem Sammelcontainer abgelegt. Mit dem größeren ›Screenpod AV82‹ könnten wir übrigens einen Abscheider liefern, der zwei Fraktionen gleichzeitig behandeln kann.« Insgesamt zeigte sich Sean McCusker sehr zufrieden mit der Vorstellung des Konzepts und fügt an, dass auch eine »MS 3600« von Zemmler mit auf der RATL vertreten war, die für Interesse bei den Fachbesuchern gesorgt hatte: »Dabei handelt es sich um eine rein elektrische Siebanlage mit elektrisch angetriebenem Kettenlaufwerk.« Die »3600er« ist kompakt aufgebaut, im Verhältnis recht leicht und dürfte laut Kölsch auch eine interessante Lösung für die Herausforderungen der Zukunft darstellen. Mit dem eingebauten 15-mm-Außensieb eignet sie sich zur Klassierung von Bodenaushub. Alternativ kann mit einem 4-mm-Außensieb auch die zuvor erzeugte 0/8 mm-Feinfraktion weiter in Sand und Splitt getrennt werden. Weil sie gerade mal 3,5 t wiegt, so McCusker, lässt sich die Anlage problemlos mit einem Pkw oder Pick-up transportieren.
Kölsch ist im Übrigen Verfechter von mobilen Haldenbändern für die wirtschaftlichere und schonendere Aufhaldung von Schüttgut, als Alternative zum Einsatz von Radladern oder Baggern. »Der Markt hat das mittlerweile weitgehend verstanden. Mobile Haldenbänder sparen Arbeitszeit und schonen das Produkt. Das Band lässt sich durch den Maschinenführer von der Kabine des Baggers oder Laders heraus bedienen. Wichtig ist auch: Telestack ist der Konstrukteur und Hersteller der vermutlich stabilsten Bänder der Welt. Sie sind ausgelegt für die Schiffs- und Zugverladung und werden in hoher Stückzahl produziert. So laufen diese Bänder oft über Jahrzehnte ohne Probleme.«d