Jetzt wird zur Halbzeit gepfiffen!

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Von: Dan Windhorst

Es ist immer wieder erstaunlich, zuweilen ein Stück weit erschreckend, wie die Zeit stets aufs Neue rennt. Das Jahr 2024 geht bereits in die verdiente »Halbzeit« und das bauMAGAZIN wollte wissen, welches Fazit die Bau- und Baumaschinenbranche nach den ersten sechs Monaten ziehen kann. Tatsache ist, dass so manche Branchensparten aufgrund zurückhaltender Investitionsbereitschaft spürbar Federn lassen. Gleichwohl darf nicht unterschlagen werden, dass die Branche noch immer auf einem vergleichsweise hohen Niveau agiert. Statt neuen Rekordumsätzen hinterherzujagen, besinnt man sich vielmehr auf die »Rückkehr zur Normalität« und nimmt insbesondere die Politik aus Berlin in die Pflicht, um gerade der anhaltenden Talfahrt im Wohnungsbau entgegenzuwirken. In der neuen Ausgabe von »Klartext« erhalten Branchengrößen und -kenner die Gelegenheit, die aktuelle Situation auch und gerade mit Blick auf ihre eigenen Unternehmen zu beleuchten.

Zur Wahrheit gehört, dass die Dinge schwieriger geworden sind: In den Gesprächen mit Herstellern, Händlern und Dienstleistungen wird deutlich, dass die Verunsicherung das eigentliche Problem ist: In ein neues Anbaugerät oder einen Bagger zu investieren setzt in unruhigeren Zeiten mehr Weitsicht voraus. Oder wie es der Bauunternehmer von nebenan sagen würde: »Das Ding muss sich schnellstmöglich rechnen«.

Der Baubedarf bleibt gewaltig

Nachvollziehbarerweise gerät man dieser Tage schneller ins Grübeln, allerdings kollidiert genau das mit der Tatsache, dass der Baubedarf in Deutschland alles andere als rückläufig ist. An allen Ecken und Kanten muss gebaut werden – die gewaltige Wohnungsnot sowie sanierungsbedürftige Brücken und Straßen beweisen das zu Genüge. Daher verwundert es kaum, dass die Forderung nach politischer Unterstützung immer lauter wird und aus Sicht der Verbände auch keinesfalls abebben wird. Klare Worte hierfür findet beispielsweise Dieter Schnittjer, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied beim VDBUM, der im Rahmen von »Klartext« vor allem die vielen bürokratischen Hürden und »digitale Schlaglöcher« kritisiert: »Die politischen Aussagen sowie die angedachten guten Rahmenbedingungen verpuffen in den Momenten der Umsetzung.« In erster Linie braucht es nach Ansicht vieler bessere Planbarkeit – und das sowohl für den Hausbauer als auch den Bauunternehmer und den Maschinenhersteller.

Auf eigene Faust

Statt aber auf »Antwort aus Berlin« zu warten, setzt sich gerade die Baumaschinenbranche vielmehr mit der Frage auseinander, welchen Beitrag sie, sozusagen aus eigener Hand, leisten kann. Da geht es etwa um den Verkauf von Maschinen und Anbaugeräten, die zur Effizienzsteigerung und damit zur Optimierung der Kosten im Betrieb beitragen können. Zum anderen setzen die Hersteller und Verbände viel stärker auf ihre Beratungskompetenz. Über dieses sowie weitere Themen sprechen in dieser »Klartext«-Ausgabe Joachim Schier, Geschäftsführer bei Steelwrist Deutschland, Björn Hickmann, Geschäftsführer der Coreum GmbH, Philipp Ellsäßer, Geschäftsführer bei Tibatek und Qiky, Dieter Schnittjer, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied beim VDBUM, Thilo Ohlraun, Vertriebsleiter der Ammann Group, sowie Dr. Hubertus Münster, Director Sales & Marketing bei HD Hyundai Construction Equipment Europe. Die Fragestellung lautete diesmal: »Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit rennt: Das Geschäftsjahr 2024 pfeift bereits zur ›Halbzeit‹ und das bauMAGAZIN möchte wissen, wie Sie die ersten sechs Monate innerhalb der Bau- und Baumaschinenbranche mit Blick auf Ihr Unternehmen beurteilen.« d

»Eine intensivere Weiterbildungskultur wäre wünschenswert«

Dieter Schnittjer –  Geschäftsführer und Vorstands­mitglied beim VDBUM.

»Effizienzbremse: Bürokratische Hürden gepaart mit Halbwissen und digitalen Schlaglöchern«

Es ist deutlich zu spüren, dass der Stau von Bauvorhaben uns noch viele Jahre belasten wird. Die politischen Aussagen sowie die angedachten guten Rahmenbedingungen verpuffen in den Momenten der Umsetzungen. Positive Beschlüsse werden je nach öffentlichem und politischem Druck mit zusätzlichen Auflagen versehen. Ich halte es für existenziell, dass Verbände der Baubranche intervenieren und Lobbyarbeit im positiven Sinne machen. Eine intensivere Weiterbildungskultur wie in der Wirtschaft wäre auch für Verwaltungsmitarbeitende wünschenswert. Aus welchem Grund sind Fachmessen nicht ein Pflichtprogramm für die Verwaltungen? Bauwirtschaft und Auftraggeber würden über den gleichen »Stand der Technik« sprechen. Wie soll sich diese Situation in den nächsten Jahren mit steigendem Fach- und Arbeitskräftemangel verbessern? Ich möchte gern eine Lanze für die viel zu kleine Gruppe der Verwaltungsmitarbeitenden und Abgeordneten brechen, die sich auf Messen erkundigen, um Bauleistungen und Bauverfahren kompetenter zu bewerten. In Verbändeinitiativen sind wir im kritischen Dialog mit Ministerien und Verwaltungen, um bürokratische Hürden mühevoll und in Einzelfällen erfolgreich abzuräumen.

Aber wie verhält es sich mit unserer Branche? Ist es nur der Wendeplatz der Verwaltungen, oder haben auch wir Schlaglöcher auf unserer vermeintlichen Datenüberholspur? In vielen Bauunternehmen sind dynamische IT-Strukturen implementiert und trotzdem sind wir weit entfernt von der Leanbaustelle. Softwarestrukturen zu beschreiben ist für mittelständische Bauunternehmen ohne externe Hilfe oft unmöglich. Aber an welcher Vorlage sollen sie sich orientieren? Für den VDBUM besteht seit Jahren ein eindeutiger Mitgliederauftrag, sich für Standards einzusetzen. Kein Unternehmen, egal welcher Größe, kann sich auf Dauer autark entwickeln. Auftraggeber fordern immer umfangreichere Datenstandards und Dokumentationen. Wir benötigen mehr denn je die Vernetzung der Bauunternehmen, um Systeme und Schnittstellen im Bauprozess zu synchronisieren. Arbeitskreise und Workshops sind wertvolle Investitionen für den Bau- und Unternehmenserfolg! Ein gutes Beispiel im VDBUM-Netzwerk ist »Mittelstand-Digital Zentrum Bau«. Der VDBUM bildet gern die Schnittstelle für die Effizienzsteigerung im Bauprozess.

»Unsere Mission: Die Zukunft der Branche mitentwickeln«

Björn Hickmann – Geschäftsführer der Coreum GmbH.

»Ein Wort stimmt mich positiv: ›Chancen‹ – und genau die müssen jetzt genutzt werden«

Wir erhalten im Coreum einen umfassenden Blick auf den Markt. Hersteller, Verbände, kleine und mittelständische Unternehmen sowie die großen Baukonzerne sind bei uns zu Gast. In Gesprächen können wir das Stimmungsbarometer der Branche gut heraushören. Folgendes kann ich daraus ableiten: Zurückhaltung, Vorsicht, Ungewissheit. Doch ein Wort, das immer wieder auftaucht und mich positiv stimmt, ist »Chance«. Und diese Chancen werden erkannt und müssen jetzt genutzt werden! Wir stehen vor zahlreichen Herausforderungen, die nicht nur uns betreffen. Doch wir haben die richtigen Menschen in unserer Branche, um diese Chancen zu ergreifen. Wir im Coreum tragen unseren Beitrag zur Lösung der aktuellen Herausforderungen bei. Was das in unserem konkreten Fall bedeutet: Wir unterstützen im Bereich Bildung. Das Thema Fachkräftemangel und -sicherung ist mehr als nur ein Buzzword. Wir sehen, dass genau hier investiert wird.

In Aus- und Weiterbildung und in die Erhaltung der Arbeitskraft, um weiterhin zukunftsfähig zu sein. Mit unserer Coreum Akademie unterstützen wir Unternehmen bei der individuellen Weiterbildung und Qualifizierung ihrer Maschinisten, Techniker und dem kaufmännischen Personal sowie im Bereich Gesundheitsmanagement und Stressbewältigung. Wir sind Treffpunkt und Branchenzentrum für die Bau- und Baumaschinenbranche und bringen Menschen und Unternehmen zusammen. Täglich kommen Bauleiter, Maschinisten, Ingenieure, Architekten, Geschäftsführer, Verbandsmitglieder, Schüler und Auszubildende bei uns zusammen. Es wird informiert, diskutiert, sich ausgetauscht, getestet und über »wie machen wir es besser« nachgedacht. Die Maschinen, Materialien, Strukturen und Prozesse müssen nachhaltig, Ressourcen schonend und effizient sein. Daran wird gemeinsam gearbeitet. Gleichzeitig zeigen wir in diversen Themenwelten zukunftsorientierte Lösungen und Prozesse auf. In unseren Themenwelten mit angeschlossenen Aktionsflächen geht es darum, Lösungen praxisnah zu erleben, Prozesse zu verstehen und alles direkt selbst zu testen. Mittlerweile zeigen 55 Marken hier ihre Produkte und machen sie erlebbar. Das bietet Unternehmen die Möglichkeit, sich zunächst intensiv mit geplanten Investitionen in Maschinen und Zubehör auseinanderzusetzen und ihre aktuellen Prozesse zu verbessern. Es ist unsere Mission, gemeinsam mit unseren Partnern und Besuchern Chancen zu ergreifen und die Zukunft der Baubranche mitzuentwickeln, und daran halten wir fest. Das treibt uns an und lässt uns optimistisch auf die zweite Jahreshälfte blicken.


 

Klarer Fokus auf Wachstum: »Let's go: Packen WIR es an!«

Philipp Ellsäßer –  Geschäftsführer  bei Tibatek und Qiky.

»Das Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll«

Die ersten zwei Monate waren sehr von Zurückhaltung und Vorsicht geprägt. Dennoch hat sich im Bereich der Infrastrukturprojekte einiges getan. Die Baubranche, insbesondere der Bereich des Bahn- und Erdkabelbaus, steht vor einer dynamischen und zukunftsweisenden Entwicklung. Ich sehe als Geschäftsführer der Qiky und Tibatek GmbH diese Veränderungen nicht als Hindernis, sondern als Chance: »Das Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll.« Mit diesem optimistischen Ansatz führe ich zwei Unternehmen, die sich durch innovative Lösungen und eine starke Marktpräsenz auszeichnen. Nehmen wir den Erdkabelbau als Beispiel. Dieser gewinnt zunehmend an Bedeutung, da die Nachfrage nach zuverlässigen und nachhaltigen Energienetzen wächst. Insbesondere in Zeiten des Umstiegs auf erneuerbare Energien und der Modernisierung der Infrastruktur sind effiziente und sichere Verlegeverfahren unerlässlich. Tibatek trägt hierzu mit fortschrittlichen Lösungen wie dem Kabelmaster oder der Flüssigbodenschaufel maßgeblich bei. Dieses Gerät ermöglicht das präzise und beschädigungsfreie Verlegen von Kabeln und Leerrohren, was die Effizienz auf Baustellen erheblich steigert und die Sicherheit erhöht. Im Speziellen sollten wir viel mehr auch auf zukunftsweisende Materialien wie Flüssigboden setzen.

Mich ärgert es immer noch maßlos, dass Kommunen und Ingenieurbüros dies noch nicht als Lösung der Zukunft angesehen haben. Material auf der Baustelle sieben, aufbereiten und daraus Flüssigboden herstellen. Besser, eine Ressource zu sparen, geht nicht. Die Rolle der Digitalisierung in der Baubranche und im Maschinenbau sehe ich so: »Wir tragen die Digitalisierung in der Hosentasche.« Mit Qiky bieten wir eine Plattform, die die nahtlose Integration digitaler Technologien in den Arbeitsalltag ermöglicht. Qiky unterstützt die Bauindustrie durch digitale Dokumentenverwaltung, die Nutzung von QR-Codes und die Bereitstellung von Informationen in Echtzeit. Dies führt zu einer erheblichen Steigerung der Effizienz und reduziert den Papierverbrauch. Trotz allem Optimismus und Lösungsbegleiter sehe auch ich, was in unserer Regierung passiert, und kann mich nur Tim Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer beim Hauptverband der Bauindustrie, anschließen. In einem LinkedIn-Beitrag spricht er offen über Missstand und Einsparmaßnahmen im Zuge der Autobahn und somit Infrastruktur.

Dem müssen wir ganz klar entgegenwirken. Es darf nicht sein, dass der bisherige Entwurf mit 20 % Einsparung durchgeht. Mit einer starken Fokussierung auf innovative Technologien und Kundenzufriedenheit sind beide Unternehmen bestens gerüstet, um den Herausforderungen der Branche zu begegnen und weiterhin zu wachsen. Wir von der Tibatek und Qiky GmbH sind Wegbereiter in der Bauindustrie und zwei aufstrebende Unternehmen. Durch die Kombination aus fortschrittlichen Geräten und digitaler Vernetzung setzen wir neue Maßstäbe in Bauprozessen und darüber hinaus. Mit einem klaren Fokus auf Wachstum und Innovation sind wir bereit, die zukünftigen Anforderungen der Branche zu meistern und ihre führende Position weiter auszubauen. Gemeinsam packen wir es in unserem Team an und freuen uns auf die nächsten Jahre. Mit einem Team von Machern um mich rum stünden wir nicht heute da, wo wir stehen. Also let‘s go: Packen WIR es an!

 

»Die Vorhersagen hellen sich auf«

Thilo Ohlraun – Vertriebsleiter der Ammann Group.

»Wir rechnen mit einer Belebung der Nachfrage«

Unsere Produktion konnten wir 2024 auf einem guten Level halten. Lieferzeiten sind passé und fast alle Produkte sind lagermäßig verfügbar, sodass wir jederzeit die Kundenbedürfnisse erfüllen können. Auch die Ammann Händler sind aktuell gut lieferfähig. In den auftragsstarken Jahren 2021 und 2022 haben unsere Kunden intensiv in Neumaschinen investiert. Aktuell sorgen der Ukraine-Krieg, der Nahost-Konflikt und die eintrübenden konjunkturellen Aussichten für Zurückhaltung bei Neuinvestitionen. Ersatzinvestitionen werden nach wie vor getätigt, wenn eine Maschine ein gewisses Alter erreicht hat. Wir bei Ammann rechnen innerhalb der nächsten sechs bis acht Monate mit einer leichten Belebung der Nachfrage nach unseren Baumaschinen.

Aktuell scheinen sich die Vorhersagen etwas aufzuhellen. Der Leitzins wurde gesenkt. In Indien und Südamerika zieht die Nachfrage gerade an. Auch in den etwas schwächelnden Märkten China und Nordamerika sind die Zeichen positiv. Für den deutschen Markt findet im September in Nürnberg die GaLaBau statt, die für uns sehr wichtig ist. Diese Leitmesse wird für die leichte Verdichtung von Ammann in Deutschland für die darauffolgenden Monate wegweisend sein. Und vielleicht gibt uns auch die bis dahin abgeschlossene ­Fußballeuropameisterschaft zusätzliches Vertrauen in mehr und neue Investitionen. Wir werden es ­erfahren.

»Notwendig, sich für die Zukunft zu rüsten«

Joachim Schier –  Geschäftsführer bei  Steelwrist Deutschland.

»Wir sind für Ende 2024, Anfang 2025 optimistisch gestimmt«

Nachdem wir in den vergangenen Jahren von einem Rekord zum nächsten geeilt sind, müssen wir feststellen, dass die ersten sechs Monate 2024 weit davon entfernt sind. Die Planungen für das Jahr 2024 am Ende des vergangenen Jahres waren noch vorsichtig optimistisch, aber die Entwicklung weist aktuell nicht auf eine spürbare Verbesserung hin. Sicherlich sind an der ein oder anderen Stelle erste Anzeichen sichtbar, die man als Silberstreif am Horizont bewerten könnte, allerdings ergeben sich daraus noch keine direkten und konkreten Auswirkungen auf die Umsatzzahlen. Nichtsdestotrotz ist es besonders in schwierigeren Zeiten notwendig, weiter an der Verbesserung der Prozesse und Abläufe auf der Baustelle zu arbeiten und sich für die Zukunft zu rüsten. Genau dabei helfen die Tiltrotatoren und Schnellwechsler von Steelwrist, um messbare Effizienzsteigerungen zu erzielen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Nur der Einsatz von intelligenter Maschinentechnik und eine höhere Auslastung der Maschinen bringt hier spürbare Ergebnisse. Wir von Steelwrist arbeiten trotz der gedämpften Marktlage kontinuierlich an der Weiterentwicklung unserer Produkte. Der Tiltrotator als Inbegriff der Effizienzsteigerung bei Baggern ist unsere Kernkompetenz und mit dem neuen Modell XTR20 setzen wir Maßstäbe, was Bauhöhe, Gewicht, Sensortechnik, Feinsteuerbarkeit und Vielseitigkeit angeht. Daneben steht bei uns das Thema Sicherheit auf der Baustelle im Vordergrund und auch hier sind wir seit Jahren Vorreiter. Mit der revolutionären Sicherheitstechnik LockSense für vollhydraulische Schnellwechsler bieten wir höchste Sicherheit und gleichzeitig die einfachste Bedienung beim Wechsel von Anbauwerkzeugen. Diese Produkte waren Teil einer großen Produktneuvorstellung im ersten Quartal 2024 und das Interesse daran ist hoch. Allerdings sehen wir auch, dass Investitionsentscheidungen deutlich länger brauchen. Generell sehen wir aber, dass ein großer Bedarf beim Wohnungsbau und bei der Infrastruktur im Bereich Schiene, Straße und Energie vorhanden ist. Deshalb sind wir für Ende 2024, Anfang 2025 optimistisch gestimmt.

Notruf für Brückenbau

Die Verbände (HDB, ZDB und BVMB) kritisieren:

»Über 4 000 Brücken allein im Bereich von Autobahnen in Deutschland sind aktuell dringend sanierungsbedürftig oder müssen neu gebaut werden. Vor diesem Hintergrund hatte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) vor zwei Jahren angekündigt, der Bund werde ab 2026 pro Jahr 400 Brückenbauprojekte realisieren – davon sind wir weit entfernt. Zudem wurden Ausschreibungen wegen Geldmangels aufgehoben. Der Etat der Autobahn GmbH soll um 20 % von 6,2 Mrd. Euro auf 4,9 Mrd. Euro gekürzt werden. Diese fahrlässige Investitionspolitik wird dazu führen, dass weitere Brücken gesperrt werden und das Straßennetz weiter verfällt.«

»Baugenehmigungen weiterhin auf Talfahrt«

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des ZDB:

»Wer auf ein Ende der Wohnungsbaukrise hofft, wird weiter enttäuscht.

Seit Jahresbeginn wurden lediglich 17 600 Wohnungen genehmigt, während es vor zwei Jahren noch 31 150 waren. Es ist ein regelrechter Absturz – und ein Ende der Abwärtsspirale nicht absehbar.

»Reduzierung des Leitzinses war ein wichtiges Signal«

Hubertus Münster –  Director Sales & Marketing bei HD Hyundai Construction Equipment Europe.

»Wir werden unsere Wachstumsstrategie weiter unbeirrt verfolgen und uns für den nächsten Aufschwung positionieren«

2024 scheint die erwarteten Marktanpassungen zu bringen, welche die Prognosen aus 2023 erwarten ließen. Aktuell fallen diese im deutschen Markt etwas stärker aus als vorhergesagt, was sich aber zur zweiten Jahreshälfte hin relativieren sollte, da das dritte und insbesondere vierte Quartal 2023 bereits erste Nachfragerückgänge mit sich gebracht haben. Ökonomisch betrachtet war die Reduzierung des Leitzinses ein wichtiges Signal für unsere Kunden, um der teilweise spürbaren Verunsicherung im Markt entgegenzuwirken. Dies gibt der Branche sicherlich neue Impulse. Aber auch verständliche und verlässliche politische Rahmenbedingungen sind erforderlich, um die Investitionssicherheit in der Baubranche zu verbessern, um damit der Baukonjunktur und somit auch der Baumaschinenbranche Anschub zu verleihen. Ungeachtet der aktuellen Situation arbeiten wir bei HD Hyundai CE Europe daran, unsere Strukturen weiter zu optimieren und die Zusammenarbeit mit unseren europäischen Vertriebspartnern weiter auszubauen.

Dies spiegelt sich in zahlreichen Projekten wider, die unsererseits aktuell in Europa vorangetrieben werden. Nach der erfolgreichen Einführung der HX A-Serie-Minibagger im Frühjahr werden wir unser Produktprogramm sowohl im Kompakt- als auch im Großmaschinensegment weiter ergänzen, um unseren Vertriebspartnern noch mehr Geschäftsmöglichkeiten zu eröffnen und unserem Anspruch als Full-Liner weiter gerecht zu werden. Ein erstes Highlight in diesem Zusammenhang stellte der offizielle Launch unserer Stufe V-konformen Großbagger HX800AL und HX1000AL sowie unseres bisher schlagkräftigsten Radladers, dem HL985A mit 7 m3 Schaufelvolumen, auf der Hillhead Show in UK dar. Auch im Bereich Innovation stehen die Zeichen bei uns weiterhin auf »Go«. Im Bereich alternativer, nachhaltiger Antriebe folgen in Kürze neue Produkte, um auch hier neue Geschäftsfelder zu erschließen. Neben dem Maschinenprogramm wurde unser Angebot zudem kürzlich um HD Hyundai Hydraulikhämmer ergänzt, um unseren Kunden auch hier eine »One-Stop-Shop«-Lösung anbieten zu können. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass nach mehreren sehr starken Jahren jetzt eine Marktanpassung stattfindet und dass wir bei HD Hyundai CE Europe diese Phase nutzen, um unsere Wachstumsstrategien weiter unbeirrt zu verfolgen, um uns für den nächsten Aufschwung, der bekanntlichermaßen auf jeden Abschwung folgt, zu positionieren.

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