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Henle: Die Zeichen stehen auf Wachstum

Wenn ein typisches mittelständisches Familienunternehmen von der Schwäbischen Alb bei einem ­Jahresumsatz von rund 16 Mio. Euro insgesamt stolze 4,5 Mio. Euro in die Erweiterung der Produktionskapazitäten und in den Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes investiert, dann bedeutet das vor allem eines:

Von Michael Wulf

die Zukunftsaussichten werden generell recht positiv beurteilt, die Zeichen stehen auf Wachstum. Und das ist bei der Henle Baumaschinentechnik GmbH als Anbieter von Anbaugeräten und Ausrüstungen für die Baumaschinenindustrie der Fall.

Das Unternehmen mit Sitz in Rammingen ist von Geschäftsführer Gerhard Henle seit Jahren so positioniert worden, dass es sowohl als OEM-Partner von renommierten Baumaschinenherstellern als auch mit eigenen Produkten zu einer bekannten Größe im Markt geworden ist. »Dabei haben wir uns immer als ein Familienunternehmen im klassischen Sinne gesehen«, sagte er beim Gespräch mit dem bauMAGAZIN auf der GaLaBau in Nürnberg – und das sei auch in Zukunft der Fall.

So hat der 58-Jährige mit den Töchtern Christiane und Kathrin, deren Freund Kevin Bee sowie dem Neffen Tobias Gnann ein »Junior-Team« im Alter von 22 bis 28 Jahren mit in die Verantwortung genommen, das irgendwann einmal das Unternehmen leiten soll. Was aber nicht heißt, dass Gerhard Henle schon an einen vorzeitigen Ruhestand denkt. Im Gegenteil: »Ich habe hier noch einen Arbeitsvertrag bis 65«, sagt er.

Gleichwohl ist Gerhard Henle der Stolz darüber anzumerken, wie stark die »jungen Leute« schon in die Geschäftsführung mit eingebunden sind. So hat Tobias Gnann als Verantwortlicher für Technik und Produktion nicht nur bei der Entwicklung der neuen mit OilQuick kompatiblen Schnellwechslerreihe HQ, die es in einer mechanischen und einer hydraulischen Ausführung gibt, eine entscheidende Rolle gespielt.

Erster Schweißroboter

Der Maschinenbauingenieur hat auch dafür plädiert, den ersten Schweißroboter überhaupt in der Firmenhistorie einzurichten. Mit dem Ergebnis, dass kommendes Jahr bereits der zweite Schweißroboter installiert werden soll.

Mit der größten Investition in der Firmengeschichte – dem Bau einer rund 1 800 m² großen Produktionshalle sowie eines Verwaltungsgebäudes – reagiert man bei Henle Baumaschinentechnik zum einen auf die starke Nachfrage nach den Standardprodukten wie den Löffeln in ­verschiedensten Ausführungen, zum anderen aber auch darauf, dass man als OEM-Partner bekannter Baumaschinenhersteller deren Anforderungen erfüllen muss.


OEM-Partner von Kubota und Bobcat

So beliefert Henle seit 15 Jahren den Kompaktbagger-Marktführer Kubota mit Schnellwechslern, seit Anfang dieses Jahres ist man zudem mit Schnellwechslern und Schwenkeinrichtungen Erstausrüster von Bobcat. Außerdem arbeitet Henle mit Liebherr im Bereich Sonderteile für dessen Likufix-System zusammen.

Künftig will man zudem, so Gerhard Henle, den Bereich HD-Löffel sowie die Kombination aus Henle-Schnellwechsler und Powertilt ausbauen, wobei man sich auch in Richtung von Trägermaschinen mit einem Einsatzgewicht von bis zu 35 t orientieren werde. Dabei lege man vor allem auf einen Aspekt großen Wert, betonte Gerhard Henle: »Wir wollen die hohe Fertigungstiefe, die uns auszeichnet, auch in Zukunft beibehalten.«

Ausgebaut werden sollen hingegen die Auslandsaktivitäten, so Kathrin Henle. Sie ist für den Vertrieb und das Marketing zuständig, während ihre Schwester Christiane den Bereich Einkauf, Beschaffung und Planung verantwortet und ihr Freund Kevin Bee sich um die IT und das Qualitätsmanagement kümmert. »Wir sehen vor allem in den osteuropäischen Nachbarländern große Chancen für unsere Produkte«, sagte Kathrin Henle.

»Wachstumsmarkt« Schweiz

In diesem Zusammenhang verwies sie auf die ersten Erfolge in den baltischen Ländern, in denen man bereits seit zwei Jahren aktiv sei. Aber auch die Schweiz sei für Henle-Produkte ein »wichtiger Wachstumsmarkt«, Möglichkeiten gebe es zudem in Frankreich. Für eine im Erfolgsfall dann notwendige erneute Erweiterung der Unternehmens­kapazitäten ist schon vorgesorgt. Ein rund 10 000 m² großes Grundstück in direkter Nachbarschaft stünde für Neubauten zur Verfügung. Aber das ist für Gerhard Henle noch Zukunftsmusik. Erst einmal will er mit dem »Junior-Team« das Unternehmen weiter voranbringen. Wie das am besten funktionieren kann, das kann er in der Master-Arbeit seiner Tochter Kathrin mit dem Titel »Wechselspiel der Generationen« nachlesen. Darin hat sie an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen untersucht, welche Faktoren entscheidend für den Erfolg sind, wenn verschiedene Generationen an der Spitze eines Familienunternehmens zusammenarbeiten …    ß

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