Die Felbermayr Group zählt zu den führenden Spezialisten in den Geschäftsfeldern Bau sowie Transport- und Hebetechnik. Mit über 3 300 Mitarbeitenden an 81 Standorten in 17 Ländern steht das Familienunternehmen für Verlässlichkeit und höchste Sicherheitsstandards. Das Tiwag-Großprojekt Kühtai 2 ist ein zentraler Baustein für die Energiewende in Österreich. Mit einer Leistung von rund 190 MW und einem neuen Speichersee auf über 2 100 m Höhe wird das Pumpspeicherkraftwerk künftig flexible Netzstabilisierung und CO₂-Einsparungen von über 120 000 t pro Jahr ermöglichen. Für den Transport der Transformatoren ins hochalpine Gelände war eine Lösung gefragt, die sowohl maximale Flexibilität als auch enorme Zugkraft bietet. Der 140 t schwere Transformator wurde per Bahn nach Zirl transportiert und dort auf eine Schwerlast-Modul-Kombination umgeladen.
Sechs- und Zweiachser-Kombi
Die Spezialisten von Felbermayr setzten auf eine 15-achsige Kombination: Vorne ein sechsachsiger Selbstfahrer »Addrive« und ein Zweiachser des Typs »THP/FT-L«, hinten eine Drei+vier-Kombination derselben Serie. Dazwischen trug eine Scherenhubbrücke den Transformator, montiert über eine Drehschemel-Einrichtung. Ergänzt wurde das Set-up durch eine Zugmaschine und eine Schubmaschine – unverzichtbar für die steilen Passagen der Bergstrecke. Ein Erfolgsfaktor für den Transport war die Goldhofer »FT Series« aufgrund maximaler Flexibilität und universeller Kombinierbarkeit. »Gerade bei komplexen Projekten wie diesem ist die Fähigkeit, Module flexibel zu konfigurieren und sogar mit Selbstfahrern wie dem ›Addrive‹ zu kombinieren, ein entscheidender Vorteil«, erklärt Erwin Uebel, Servicemonteur bei Goldhofer, der den Transport vor Ort begleitete. »Die Höhenunterschiede zwischen den Modulen sind kein Problem – die ›FT Series‹ ist darauf ausgelegt, maximale Anpassungsfähigkeit zu bieten.«
Zusätzliche Power genutzt
Im Zielbereich führten enge Tunnel- und Kavernen-Abschnitte das konventionelle Kombinationsmodul an seine Grenzen. Millimetergenaue Navigation war nötig, um das Gewicht sicher auszuliefern. Auch der »Addrive« spielte seine Stärken aus: Als Hybridlösung kann er sowohl gezogen als auch als Selbstfahrer eingesetzt werden. Insbesondere in den letzten Kilometern zu der auf über 2 000 m hoch gelegenen Baustelle musste die rund 55 m lange Kombination enorme Steigungen von weit über 16 Prozent überwinden – eine enorme Herausforderung. »Auf den steilen Abschnitten war die zusätzliche Power des ›Addrive‹ Gold wert«, so Uebel weiter. Die Kombination aus Zugmaschinenunterstützung und gezogenem Modul innerhalb des Gesamtzugs mache ihn laut seiner Aussage zur idealen Lösung für anspruchsvolle Topografie. »Wir sind stolz, dass Felbermayr bei diesem Prestigeprojekt auf Goldhofer gesetzt hat«, betont Levin Gonser, Area Sales Manager Transport Technology bei Goldhofer. »Solche Transporte zeigen, wie wichtig Vertrauen und Technologiepartnerschaft sind – gemeinsam meistern wir selbst die größten Herausforderungen.« Auch Felbermayr unterstreicht die erfolgreiche Zusammenarbeit: »Ohne die Unterstützung von Goldhofer und die Leistungsfähigkeit ihrer Produkte wäre dieser Transport erheblich schwerer zu realisieren gewesen«, sagt Ingo Müller, Technische Projektleitung bei Felbermayr. »Die Kombination aus der geballten Erfahrung unserer beiden Unternehmen, innovativer Technik und perfektem Service hat den Unterschied gemacht.«d