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frutiger: Einen entscheidenden Schritt in der Staubbindung angekündigt

Parallel zu den Verschärfungen der Luftreinhaltevorschriften sowie neuen Erkenntnissen über die schädlichen Auswirkungen von Staub auf den menschlichen Organismus, hat die Nachfrage nach wirkungsvollen Lösungen zur Staubbindung stark zugenommen. Einige Staubemissionen wie aufgewirbelter Staub bei Baustellenausfahrten, konnten bereits in der Vergangenheit mit einer Reifenwaschanlage wirkungsvoll reduziert werden. Staubprobleme, wie sie typischerweise im Abbruch, in Stahl- und Zementwerken oder auf Materialumschlagplätzen auftreten, erforderten jedoch zunehmend weiterführende Lösungen.

Aus diesem Grund hat Frutiger vor rund fünf Jahren die MobyDick Cannon Line auf den Markt gebracht. Die Wahl des richtigen Modelltyps dieser Anlagen zur Staubbindung orientiert sich in der Regel an der Ausprägung der Staubproblematik der jeweiligen Arbeitsgattung und den herrschenden Wetterverhältnissen.

Meist verändern sich diese Faktoren im Laufe eines Einsatzes erheblich und die ursprüngliche Modellwahl ist für die neuen Bedingungen nicht mehr optimal geeignet. Im schlimmsten Fall kann dies sogar ein Abschalten oder Austauschen der Maschine erforderlich machen.

Diese Situation ist auf lange Sicht nicht zufriedenstellend und bildete für Frutiger die Grundlage für die Entwicklung einer neuen MobyDick-Anlagen-Generation (»New Generation«) zur Staubbindung.

Kooperation mit Zürcher Hochschule ZHAW

Der erste Entwicklungsschritt basierte auf einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Aviatik der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Dabei wurde der Wirkungsgrad verschiedener Anlagen zur Staubbindung nach wissenschaftlichen Kriterien ausgemessen. Anschließend entwickelten die Ingenieure mithilfe von computergestützten Berechnungen eine neue Konusform. Zudem wurden die Leitbleche durch modellierte Hochleistungsstatoren ersetzt und die Motoreneinheit aerodynamisch verkleidet.

Nach Fertigstellung der ersten Prototypen durch Frutiger wurden Kontrollmessungen durchgeführt, die eine Wirkungsgradsteigerung von 25 % gegenüber bisher verwendeten Anlagen bestätigten. »Die ersten Berechnungen zeigten schon früh, dass eine bessere Performance möglich ist. Dass der Wirkungsgrad des Frutiger Prototyps nun so deutlich über den Resultaten aller anderen getesteten Modellen liegt, hat aber selbst uns überrascht«, kommentiert Michael Ammann, wissenschaftlicher Mitarbeiter der ZHAW, seine Messungen. Mittelpunkt der Anstrengungen sei es gewesen, die Motorenleistung des Lüfters anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse maximal zu nutzen, um damit eine verbesserte Wurfweite der Wassertropfen zu erreichen.

Da sich herkömmliches Blech für die Herstellung einer optimalen aerodynamischen Konusformgebung (S-Schlag-Profil) nicht eignet, wird dieser bei Frutiger aus hochwertiger Verbundfaser gefertigt. Der Werkstoff kann im Praxisalltag mit weiteren Vorteilen aufwarten, so gilt das Material als sehr robust, außerordentlich säure- und korrosionsbeständig, lärmdämmend und leicht zu reparieren.

Auch die Frutiger-Ingenieure waren fleißig, so kann erstmals überhaupt an einer Staubbinde­anlage die Wurfweite stufenlos verstellt werden. Beim Modell New Generation 3060 ist dies zwischen 30 m und 60 m sowie bei der größeren Ausführung 3090 gar zwischen 30 m und 90 m möglich.


»Im Betrieb bietet diese Neuerung einen großen Mehrwert, denn Staubquellen können nun stets aus der perfekten Distanz mit maximaler Wirkung bekämpft werden, was unnötigen Wasserverlust drastisch reduziert«, erklärt André Perret, Bereichsleiter für Staubbindung.

Als weiterer Vorteil bieten die Maschinen einen verstellbaren Tropfenwurf. So lassen sich durch den herkömmlichen Düsenring einerseits große Flächen mit feinen Wassertropfenwolken abdecken, andererseits kann mittels eines innenliegenden Düsenkopfs auch ein konzentrierter Tropfenstrahl, der weniger windanfällig ist, erzeugt werden. Die eingesetzte Wassermenge lässt sich ebenfalls regulieren und kann, wie die Wurfweite und das Sprühbild, auf die vorherrschenden Betriebsbedingungen abgestimmt werden.

Urs Frutiger, CEO der Frutiger-Gruppe, kommentiert die Neuentwicklung: »Durch die Zusammenarbeit mit der ZHAW und umfangreichen Tests haben wir eine Technologie, die ursprünglich aus der Schneeindustrie stammt, für die Bauindustrie optimiert. Dies bietet unseren Kunden im Praxisalltag einen echten Mehrwert gegenüber umgebauten Schneekanonen. Es ist sicherlich ein Vorteil, dass wir seit über 60 Jahren in der Baubranche verankert sind und unsere Anlagen von Grund auf nur für den Zweck der Staubbindung entwickeln.« Das hat nicht zuletzt auch die Agentur für Innovationsförderung der Schweizerischen Eidgenossenschaft überzeugt, die die Entwicklung der neuen Technologie ebenfalls unterstützte.

Für jedes Problem eine passende Lösung

Erfreuliches will Frutiger aber auch von den Reifenwaschanlagen berichten: So hat die auf der Bauma 2016 vorgestellte Anlage MobyDick One inzwischen den Weg zu zahlreichen Betriebsstätten namhafter Baufirmen gefunden. Die Funktionalität, Qualität und Waschleistung dieser Anlage überzeugte in den letzten drei Jahren selbst Kunden mit höchsten Ansprüchen an eine Reifenwaschanlage.

Was mit der Einführung im Jahr 2016 begann, soll mit der Bauma 2019 einen Abschluss finden: Die Neustrukturierung der Produktpalette bei den MobyDick-Reifenwaschanlagen. Der Bereich umfasst neu rund 30 Standardmodelle der Linien ConLine Kit Flex und Kit Plus, die vorwiegend auf Baustellen zum Einsatz kommen. Ergänzend dazu bieten die Linien One und RS Line maßgeschneiderte Lösungen.

Automatische Grobreinigung

Auch die Sparte Demucking, in der es in erster Linie nicht um die sauberen Straßen, sondern um die Grobreinigung von Zivil- und Militärfahrzeugen geht, hat sich in den letzten Jahren entwickelt. Immer mehr Betreiber von großen Fahrzeugflotten erkennen die Kostenvorteile, die sich mit dem Einsatz einer MobyDick zur Grobreinigung stark verschmutzter Räder, Ketten, Chassis bis hin zu einem Cat D12 ergeben.     §

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