bauma Aktuelles Messerückblick

Bomag: Neues Bedienkonzept und neue Antriebstechnologie

Live-Vorführungen waren das Stichwort am Stand von Bomag. Das Unternehmen hat die Bauma genutzt, um den Besuchern die Vielfalt an neuen Lösungen aufzuzeigen. Unter anderem durften Asphalt- und Erdverdichtungsmaschinen sowie Kaltfräsen und Fertiger im Freigelände begutachtet werden. Im Mittelpunkt standen aber auch alternative Antriebstechnologien sowie das autonome Fahren, was die Bauprozesse künftig verbessern soll.

Von Dan Windhorst

Das Motto lautete »Think fur­ther – Road Equipment and Solutions« und genau das wollte Bomag mit seinen Lösungen auf der Bauma auch unter Beweis stellen. Ziel war es, der Branche neue Sichtweisen aufzuzeigen, insbesondere mit Blick auf alternative Antriebe und autonomes Fahren.

Für Letzteres war die Robomag BW 154 im Gepäck: Zwar steckt die Entwicklung autonomer Baufahrzeuge in der Branche noch am Anfang, aber das Interesse ist schon jetzt sehr groß. Die BW 154 ist eine autonome Tandemwalze für die Asphaltverdichtung. Unterstützt wird sie durch GPS-Daten und Geofencing, um einen vordefinierten Bereich verdichten zu können. Die Maschine ist außerdem mit dem Asphalt-Manager von Bomag sowie mit Sensoren zur Umfelderkennung ausgestattet.

Auf der rund 5 100 m2 großen Ausstellungsfläche konnten die Fachbesucher zudem die leichte Tandemwalze BW 120 mit drei verschiedenen Antriebslösungen kennenlernen (das bauMAGAZIN berichtete in Heft 3/19, Seite 83). Besondere Aufmerksamkeit schenkte Bomag dabei der Designstudie mit einem 30-kW-Gasmotor. Gerade weil die Anforderungen hinsichtlich strengerer Richtlinien sowie der Einführung der EU-Abgasnorm der Stufe V kontinuierlich steigen, setzt das Unternehmen auf neue Denkanstöße in der Motor- und Abgastechnologie.

Hybridtechnologie für neue Tandemwalze

Viel Aufmerksamkeit schenkte man bei Bomag der neuen Tandemwalze BW 174 AP Hybrid mit Hydraulik-Hybrid-Antrieb, die den Dieselmotor mit Hydraulikspeicher und Verdichtungssystem (Asphalt-Manager) zu einer effektiven Systemlösung vereinen soll (bauMAGAZIN 3/19, Seite 83). Der Hydraulikspeicher soll kurzfristig Lastspitzen abdecken. Auf diese Weise kann ein noch kompakterer Motor verwendet werden. Der Hersteller gibt an, dass mit dieser Zusammenstellung der Kraftstoffverbrauch und die CO₂-Emissionen um bis zu 20 % reduziert werden konnten, ohne dabei auf Effizienz und Leistung zu verzichten.


Neues Bedienkonzept für Straßenfertiger

Weil im Straßenbau viel Fingerspitzengefühl und Präzisionsarbeit von den Maschinenführern abverlangt wird, sollten dem Bediener nach Ansicht von Bomag eine noch leichtere Handhabung ermöglicht werden. Für seine kettengetriebenen Straßenfertiger hat der Hersteller die zweite Generation vorgestellt, die vor allem mit Komfort, Ergonomie und einfacher Bedienbarkeit auftrumpfen soll. Neben einem Multifunktionssitz erleichtern ergonomisch geformte Bedienelemente in der Armkonsole das Handling. Gezeigt wurden außerdem die Kaltfräsen BM 500/15 und BM 600/15. Beide Modelle verfügen über einen 105 kW starken Dieselantrieb. Mit einer Arbeitsbreite von 500 mm bzw. 600 mm verfügen beide über noch einmal 20 % mehr Flächenleistung. Wichtig war Bomag hierbei außerdem die Frästiefe von bis zu 210 mm, womit die Maschinen eine große Bandbreite an Anwendungen abdecken sollen.

»Ion Dust Shield« für Kaltfräsen

»Ein besonderes Highlight für uns war der zweite Platz beim ›Bauma-Innovationspreis‹ für unsere Ion-Dust-Shield Technologie zur Feinstaubreduzierung«, betonte Jonathan Stringham, Vice President Marketing, Bomag Deutschland, in München. Der für Atemwege schädliche Feinstaub gehört auf Baustellen zum Alltag, gerade bei der Verwendung von Kaltfräsen. Wenn die kraftvollen Maschinen alte Fahrbahndecken abtragen und anschließend recyceln, wird dabei eine Menge Staub aufgewirbelt. Mit dem bereits auf der Pariser Intermat im Vorjahr gezeigten »Ion Dust Shield« hat Bomag eine Lösung für alle Kaltfräsen ab der 1-m-Klasse vorgestellt, die aus einer Staubverlagerung eine Staubreduzierung machen soll. Auf diese Weise wird der Maschinenführer genauso geschützt wie die Umwelt.       

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