Aktuelles Erdbewegung

MOBA: Viel Arbeit und wenig Lohn

Überall ist zu hören, wie gut aktuell die Auftragslage bei Bauunternehmen ist. Auf der diesjährigen bauma in München wurde zum Teil vom „goldenen Zeitalter der Bauindustrie“ gesprochen. Angesichts voller Auftragsbücher und steigender Baupreise könnte man meinen, dass es im Moment wirklich „golden“ ist. Doch selbst in solch schönen Zeiten fahren Bauunternehmen Margen ein, für die Unternehmer anderer Branchen noch nicht mal aufstehen würden.

Leider lässt sich trotz steigender Baupreise feststellen, dass diese von ebenfalls ansteigenden Baukosten - insbesondere für Baumaterial und Tariflohnerhöhungen - zu einem erheblichen Teil wieder aufgefressen werden (vgl. Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie, Handelsblatt, 16.05.2019). Nicht nur Lohnerhöhungen, auch der Fachkräftemangel in der personalintensiven Baubranche belasten die Kostenseite der Bauunternehmen.

Obwohl Erdarbeiten im Straßen-, Garten- oder Landschaftsbau mit dem Bagger gemacht werden - und nicht per Hand - sind die Gesamtarbeitskosten erstaunlich hoch. Bevor der Baggerfahrer loslegen kann, wird markiert. Während des Arbeitens wird kontrolliert, und zum Schluss wird aufgemessen. Bei größeren und/oder komplexeren Vorhaben wiederholen sich Markieren, Kontrolle und Aufmaß gleich mehrfach. Untersuchungen belegen, dass der Aufwand für diese Nebenarbeiten in der Regel mehr als die Hälfte der eigentlichen Baggerarbeit ausmacht. Einfache Beobachtungen auf Baustellen belegen das: Für kleine private Aufträge kann es durchaus passieren, dass drei Arbeiter mit vorbereitenden Arbeiten beschäftigt sind (zwei spannen die Referenzschnur und einer wartet), während die eigentliche Arbeit, beispielsweise das Abziehen eines Gartenweges, in einem Drittel der Zeit erledigt ist.

Der Aufwand für dieses „Drumherum“ entsteht auf allen Baustellen, egal ob im privaten Garten, einer Baulandumlegung oder bei großen Erdbauvorhaben. Im Herbst letzten Jahres besuchten wir die Erschließungsmaßnahmen eines Gewerbegebietes im östlichen Niedersachsen. Auf der Baustelle erklärte die Vermesserin, dass sie alleine siebenmal auf die Baustelle geht, um Zwischenmaße zu nehmen, ohne die ein belastbarer Nachweis für die tatsächlich erbrachte Leistung gar nicht möglich wäre.

Im Sprachgebrauch der VOB sind diese Aufwände Nebenleistungen. Im Klartext heißt das, der Bauunternehmen bekommt seine Aushubleistung, also das Baggern, bezahlt. Wie er sicherstellt, dass diese Leistung auch richtig und die prüfbare Abrechnung nachweisbar ist, bleibt sein Kosten- und Zeitrisiko.

Beides kann er mit dem Einsatz einer Baggersteuerung reduzieren. Schon bei kleinen Bauvorhaben ist mit einem Einstiegssystem (MOBA Xsite® Easy) eine relevante Kostenreduzierung möglich. Kleine Flächen mit einem Anspruch an Ebenheit und die richtige Neigung müssen herkömmlich mit bspw. Laser und Latte kontrolliert werden. Mit einer Steuerung, dem ohnehin vorhandenem Laser und einem ebenfalls gegebenen Höhenpunkt kann der Fahrer alles in weniger Zeit vom Bagger aus auf die richtige Höhe bringen.

Bei Kanal- und Leitungsgräben verhält es sich ähnlich. Spannend wird es, wenn mehrere Leitungen in den gleichen Graben verlegt werden sollen. Mit der nächsten Systemausbaustufe (MOBA Xsite® PRO-2D) werden zweifach geneigte Flächen und die beschriebenen Profilgräben nur mit einer Markierung der Lage hergestellt.

Mit einer 3D-Anlage (MOBA Xsite® PRO-3D) - basierend auf einer Satellitenpositionierung oder einer Positionierung mit Totalstation - entfällt auch die Markierung der Lage. Natürlich kann mit einer 3D-Baggersteuerung auch das Planum für eine Hofeinfahrt hergestellt werden. Das wäre aber wie mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Bei Regenrückhaltebecken, Renaturierungen, Baulandumlegungen oder im Straßenbau ist das Bausoll in der Regel so komplex, dass die Einsparung der vielen Lagemarkierungen zu einer merklichen Kostenersparnis führt.

Wenn mäandrierende Geländeverläufe und ein kritischer Auftraggeber oder Planer zusammentreffen, schwindet oft der vereinbarte Werklohn. Ein solches Bausoll exakt abzustecken und dann mit dem Bagger herzustellen ist quasi unmöglich. Abweichungen - wenn auch keine großen - sind vorprogrammiert. Wird die Abnahme dann penibel durchgeführt, gibt es empfindliche Abzüge. Hier spart die 3D-Anlage nicht nur Absteckungskosten, sondern sichert die vereinbarte Vergütung - ohne schmerzliche Abzüge.


Wenn man es genau betrachtet, verändert eine Baggersteuerung das eigentliche Baggern nur bedingt. Vielmehr reduziert ein System wie MOBA Xsite® das ganze Drumherum um die eigentliche Baggerarbeit. Je nach Systemvariante ist dieser Effekt unterschiedlich groß und reicht von der Vermeidung von Kontrollen bis hin zu Erdarbeiten ohne Absteckungen.

Baustelle ohne Absteckungen

Nach der Arbeit folgt das Aufmaß. Nicht nur, dass ein Aufmaß nach VOB vorgeschrieben ist. Es dient auch als prüfbarer Nachweis zur Abrechnung für den Auftraggeber. Doch wie so oft gibt es genau dabei Probleme, besonders wenn klassisch mit dem Band und einer Skizze aufgemessen wurde. Entflammt der Streit darüber richtig, kann es ewig dauern, bis der Werklohn endlich auf dem Konto des Bauunternehmers eintrifft. Wird dieser Arbeitsschritt vom Vermesser durchgeführt, verliert er wertvolle Arbeitszeit, die er nicht in seine Kernaufgabe investieren kann. Wird gar auf eine externe Vermessung zurückgegriffen, belasten die Kosten für ein abrechnungssicheres Aufmaß noch mehr.

Einfacher und schneller geht es mit einem satellitenbasierten Vermessungsstab (z. B. GEOMAX Zenith). Die Bedienersoftware ist auf Anwender vom Baustellenbetrieb zugeschnitten. Einfach und fast selbsterklärend nimmt der Polier oder Bauleiter im laufenden Bauprozess alle abrechnungsrelevanten Volumen auf. Noch eleganter ist es, die Messarbeiten direkt beim Aushub oder Auftrag mit dem Baggerlöffel durchzuführen. Die dabei entstehenden Messpunkte entsprechen der Qualität von Vermessungsstäben und können während der Erdarbeiten direkt ins Büro oder auf das Smarttelefon des Bauleiters übermittelt werden. Ein mit der entsprechenden Erweiterung ausgestatteter MOBA Xsite® PRO-3D Bagger reduziert die Kosten für die sonst erforderliche Bauvermessung und liefert direkt die Abrechnungsdaten. Mit diesen kann der Vermesser oder Abrechner viel zeitnäher die Rechnungen stellen.

Im Erd- und insbesondere Straßenbau haben wir im Vergleich zur Automobil- oder Konsumgüterindustrie die Besonderheit der öffentlichen Ausschreibung. In der Weise, wie in Deutschland dieses Verfahren praktiziert wird, erhält i. d. R. der preisgünstigere Bieter den Auftrag. Zum einen ist hier die Politik gefordert, Lösungen zu schaffen, die dieser Preistreiberei ein Ende setzen. Unsere europäischen Nachbarn sind uns hier bereits einen Schritt voraus.  

Zum anderen gibt es auch viele Erdbauprojekte, die nicht dem Ausschreibungszwang unterliegen, und eine Fülle von Aufträgen, die privat vergeben werden.

Nach oben
facebook youtube twitter rss