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Zeppelin-Konzern mit Rekord bei Umsatz und Ergebnis

Mit dem höchsten Umsatz der Firmengeschichte in Höhe von 2,75 Mrd. Euro (Vorjahr 2,36 Mrd. Euro) hat der Zeppelin-Konzern das Geschäftsjahr 2017 abgeschlossen und dabei das Konzernergebnis (vor Steuern von Einkommen und Ertrag) auf 93,5 Mio. Euro (Vorjahr 85,9 Mio. Euro) gesteigert. Mit einem Volumen von rund 1 Mrd. Euro war der Vertrieb von neuen Caterpillar-Maschinen (insgesamt 7 900 Einheiten, davon 4 700 in Deutschland) der größte Umsatzbringer des Konzerns, der in seinen sechs strategischen Geschäftseinheiten erstmals mehr als 8 000 Mitarbeiter weltweit beschäftigt.

Das Jahr 2017 sei geprägt gewesen von einem starken Auftrags- und Umsatzwachstum und einer Reihe von strategischen Zukäufen, betonte Peter Gerstmann als Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin GmbH zusammen mit ­seinen Kollegen Michael Heidemann (Stellvertreter) und Christian Dummler (Finanzen) bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Friedrichshafen und verwies in diesem Zusammenhang auch auf das Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 223,4 Mio. Euro. Dabei treibe der Konzern »die digitale Transformation des bestehenden Geschäfts und die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle erfolgreich voran«.


 

Zur Bündelung der Kompetenzen hat Zeppelin die Ressourcen für die Digitalisierung in der Geschäftseinheit Z Lab zusammengeführt. Das strategische Ziel des Konzerns ist es, eine digitale Plattform für herstellerunabhängige, ganzheitliche Lösungen innerhalb der Bauwirtschaft und Industrie zur Verfügung zu stellen. Damit sei man als Handels- und Service-Unternehmen »auf dem richtigen Weg«, sagte Gerstmann. Dabei verfolge man zwei strategische Ziele: »Wir wollen das ›Amazon‹ der Bauindustrie werden, und wir wollen die Datenhoheit auf der Baustelle.«

Baumaschinen legen weiter zu

Im Bereich der Geschäftseinheit Baumaschinen EU konnte Zeppelin in 2017 die Rekordzahlen des Vorjahres noch einmal übertreffen und erwirtschaftete einen Umsatz von 1,308 Mrd. Euro (+ 8 %). Mit einem Plus von 44 % auf 430 Mio. Euro verbuchte der Konzern in der Einheit Baumaschinen CIS den mit Abstand größten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. »Derzeit betreuen wir so viele Baumaschinen im Markt wie noch nie in unserer Firmengeschichte«, so Heidemann. »Sehr erfreulich« seien aber auch die Entwicklungen in den Bereichen Rental (Umsatz 410 Mio. Euro, + 13 %), Power Systems (351 Mio. Euro, + 14 %) und Anlagenbau (326 Mio. Euro, + 25 %) gewesen.

»Den größten Auftrag in der Firmengeschichte«, so Gerstmann, habe man mit dem Verkauf von Mining Equipment im Wert von 65 Mio. US-Dollar für den Einsatz in einer Goldmine in Armenien realisieren können, der zudem ein Servicepotenzial von 150 Mio. Dollar in den kommenden zehn Jahren habe. Weitere »bemerkenswerte Erfolge« seien der Auftrag für die Lieferung von Cat-Motoren für Kreuzfahrtschiffe im Wert von 200 Mio. Euro sowie im Anlagenbau die Errichtung der weltweit größten Recyclinganlage für Reifen im Wert von 17,46 Mio. Dollar und der Bau einer Anlage zur Produktion von Kunststoffen in Sibirien im Wert von 60 Mio. Euro.

Erstmals die Umsatzmarke von 400 Mio. Euro übersprungen hat die Geschäftseinheit Rental. Zur Stärkung der Marktposition im Bereich Baustellen- und Verkehrssicherung habe man die Limes Mobil GmbH erworben und integriert, so Heidemann. Im Rahmen der Digitalisierungs­strategie habe die Geschäftseinheit Rental zudem die digitalen Angebote weiter ausgebaut. Das Online-Mietangebot sei an Kundenan­for­derungen angepasst und weiterentwickelt worden.

»Wir wollen mit Rental Komplettlösungen für Baustellen anbieten«, ergänzte Gerstmann und verwies auf die derzeit knapp 30 Projekte, die Zeppelin baulogistisch komplett managt. »Mit dieser Rundumversorgung unterscheiden wir uns ganz deutlich von den vielen Klein-Vermietern, mal abgesehen davon, dass wir rund 74 000 Maschinen im Bereich Rental aktiv betreuen.«
In seinem Ausblick für das Geschäftsjahr 2018 verwies Gerstmann auf die anhaltend guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, auch wenn die Wachstumsraten als leicht rückläufig prognostiziert würden. Die Stabilisierung und weitere Erholung der Rohstoffpreise sollte aber zu weiteren Wachstumsimpulsen in der Weltwirtschaft führen, so die Einschätzung. Für eine anhaltend gute Baukonjunktur und damit gute Markt- und Absatzchancen für Baumaschinen in Deutschland würden eine weiter hohe Investitionstätigkeit in der Infrastruktur sowie eine Wohnbautätigkeit auf weiter hohem Niveau sorgen.

»Hohe Erwartungen«

In den Bereichen Marine sowie Öl- und Gasanwendungen erwartet man bei Zeppelin keine wesentlichen Impulse, wohingegen der Energiesektor weiterhin wachsen werde. Eine stabile Nachfrage nach verarbeitenden Anlagen wird für die Bereiche Kunststoff, Gummi und Lebensmittel prognostiziert. Auftragsbestände in Höhe von 700 Mio. Euro stützten die Umsatzerwartung für die Geschäftseinheiten Baumaschinen EU, Baumaschinen CIS, Power Systems und Anlagenbau, so Gerstmann. »In Europa ist die Bauindustrie weiter auf einem hohen Niveau, weshalb wir hohe Erwartungen haben.« Auch, weil Cater­pillar im Rahmen seiner Produktoffensive nach den neuen Baggern der 20-t-Klasse weitere »hochmoderne Maschinen« auf den Markt bringen werde.

Sorgen bereiten ihm und seinen Geschäftsführerkollegen allerdings die politischen Entwicklungen der jüngsten Zeit. So bergen für Peter Gerstmann der drohende Handelskrieg zwischen den USA und China sowie die Eskalation des Verhältnisses zwischen den USA und Russland vor dem Hintergrund des Syrien-Konflikts die größten Risiken. Zudem sei die Euro-Zone nicht so stabil wie viele heute glaubten, zumal immer noch unklar sei, wie sich der Brexit auswirke.

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