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Zeppelin Baumaschinen: »Die neuen Bagger bieten enorme Effizienzsteigerungen«

Wie Zeppelin Baumaschinen als größter Handelspartner von Caterpillar in Europa die neuen 20-t-Bagger Cat 320, 323 und 320 GC beurteilt, was deren wichtigste Neuerungen sind und welche Rolle die Digitalisierung bei Zeppelin spielt, darüber hat Chefredakteur Michael Wulf am Rande der Präsentation in Malaga im bauMAGAZIN-Interview mit Stephan Bäumler, Bereichsleiter Marketing bei Zeppelin Baumaschinen, gesprochen. »Die neuen Maschinen bieten enorme Effizienzsteigerungen und eine außergewöhnlich hohe Kraftstoff-Ersparnis«, betonte Bäumler, der darüber hinaus eine Umsatzsteigerung für 2017 ankündigte: »Wir rechnen im Zeppelin-Konzern mit einer deutlichen Umsatzsteigerung in diesem Jahr. Wir werden unsere führende Marktposition dabei noch einmal ausbauen können.«

 

Das bauMAGAZIN-Interview mit Stephan Bäumler, Bereichsleiter Marketing, Zeppelin Baumaschinen

bauMAGAZIN: Caterpillar hat hier in Malaga mit den Cat 320, 323 und 320 GC seine neue Generation an Baggern in der 20-t-Klasse vorgestellt, die vom zweiten Quartal des ­kommenden Jahres an auf den Markt kommt. Sind diese neuen Maschinen aus Sicht von Zeppelin eine gelungene Neu- bzw. Weiterentwicklung?


Stephan Bäumler: Wir sind total begeistert, dass dieses Projekt – an dem vier Jahre lang gearbeitet und in das viel an Forschung und Entwicklung investiert wurde – jetzt endlich auf den Markt kommt. Und dass Caterpillar damit auch in der wichtigsten Bagger-Klasse startet, nämlich in der 20-t-Klasse. Die Maschinen haben zahlreiche Features erhalten, die neuen Technologien sind implementiert. Das führt zu enormen Effizienz­steigerungen sowie zu einer außergewöhnlich hohen Kraftstoff-Ersparnis, wie man hier in Malaga sehen konnte. Das ist also eine komplette Neuentwicklung, auf einer neuen Basis, einer neuen Plattform. Damit wird Zeppelin seine Position als »Nummer 1«, die wir in Deutschland im Bereich der Kettenbagger haben, mit Sicherheit noch einmal deutlich ausbauen können.

bauMAGAZIN: Wie wichtig ist für Zeppelin dieser »Brot-und-Butter-Bagger« für den deutschen Markt?
Bäumler: Bei den Kettenbaggern ist der 20-Tonner der wichtigste. Das ist das größte Marktsegment. Und dafür sind der Cat 320 und 323 die Schlüssel­maschinen. Das gilt aber auch für die GC-Ausführung des 320. Wir haben hier jetzt eine tolle Segmentierung. Wir können nun jedem Kunden – egal ob er die Maschinen im harten Einsatz hat, im Schichteinsatz oder nur im Stand-by-Betrieb mit wenigen Stunden – verschiedene Varianten anbieten, die natürlich auch zu unterschiedlichen Preisen verfügbar sind. Da sind wir jetzt sehr breit und sehr gut aufgestellt.

bauMAGAZIN: Was sind Ihrer Ansicht nach die wichtigsten Neu- bzw.- Weiterentwicklungen beim neuen Cat 320/323?
Bäumler: Für uns ist es das wichtigste, dass unsere Kunden erfolgreich sind. Und wenn sie mit unseren Maschinen erfolgreicher sind als mit denen vom Wettbewerber, dann sind auch wir zufrieden. Ein wichtiger Punkt für die Kunden ist natürlich der Kraftstoffverbrauch. Damit waren wir schon bei der aktuellen Bagger-Reihe sehr zufrieden. Wenn jetzt der Kraftstoffverbrauch noch einmal um bis zu 25 % reduziert wird, ist das natürlich eine ganz tolle Sache. Und das werden die Kunden honorieren.

bauMAGAZIN: Ist es auch ein entscheidendes Kriterium, dass die vielen Assistenzsysteme, die früher optional geordert werden mussten, jetzt zur Standard-Ausrüstung der neuen Bagger gehören?
Bäumler: Natürlich. Aufgrund des demografischen Wandels wird es beispielsweise in Deutschland in den kommenden Jahren immer schwieriger werden, qualifizierte Maschinenführer zu finden. Ein Baggerfahrer ist heute ein hochqualifizierter Mitarbeiter. Durch diese Assistenzsysteme ist ein Bagger einfacher zu bedienen und leichter ein gutes Arbeitsergebnis auf der Baustelle zu erzielen. Das erleichtert es unseren Kunden, Personal zu finden. Diese Systeme helfen dabei, aus einem durchschnittlichen Baggerführer einen guten zu machen.

bauMAGAZIN: Ein zentrales Thema bei Caterpillar ist seit mehreren Jahren, wie mithilfe der Digitalisierung die Produktivität von Baumaschinen erhöht werden kann. Werden diese Bemühungen von deutschen Kunden eigentlich angenommen?
Bäumler: Selbstverständlich. Da gibt es ganz viele neue Technologien. Die Assistenzsysteme sind das eine. Das andere sind die Flottenmanagementsysteme, die wir auch schon länger anbieten. Beispielsweise kann man per Condition Monitoring feststellen, in welchem Zustand sich die Maschine befindet, welche Verschleißteile demnächst getauscht werden müssen. Am Ende geht es beim Kunden immer um die maximale Verfügbarkeit der Maschine. Dazu benötigt man wiederum eine hohe Ersatzteilverfügbarkeit, die wir unter anderem mit unserem Online Portal abdecken. Wir haben in Deutschland auch schon Drohnen-Technik im Einsatz. Die vermessen auf Baustellen oder im Steinbruch das Gelände, sodass man genau das Arbeitsergebnis sehen kann. Oder sie helfen beispielsweise beim Anlegen von Fahrwegen oder beim Ausarbeiten von Sicherheitsmaßnahmen. Das alles sind wichtige Themen, und da sind wir in Deutschland durchaus auf einem guten Weg.

bauMAGAZIN: Wie hat sich Zeppelin Baumaschinen im Bereich der Digitalisierung positioniert? Was sind die Ziele für die kommenden Jahre in den Bereichen Vertrieb, Service, Wartung oder Miete?
Bäumler: Digitalisierung ist für uns ein ganz, ganz wichtiges Thema! Die Möglichkeiten, die sich dadurch bieten, sehen wir als eine Riesenchance. Weshalb Zeppelin sehr viel Geld investiert. So haben wir mit Z Lab eine neue strategische Geschäftseinheit mit Sitz in Berlin gegründet. Dort versuchen wir, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Rund um das Thema Asset Sharing gibt es beispielsweise die Online-Plattform Klickrent, auf der man Baumaschinen von Kunde zu Kunde vermieten kann, um so die Maschinenauslastung zu maximieren. Da sind wir, so denke ich, auf einem guten Weg und haben verschiedene Geschäftsmodelle in der Pipeline, an denen wir arbeiten. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 alle unsere Geschäftsprozesse, die bislang analog ablaufen, zu digitalisieren. Gleichzeitig werden wir diese analogen Prozesse nicht abschaffen, sondern beides soll parallel laufen. Darüber hinaus streben wir an, demnächst rund 50 % unserer Transaktionen online und vollautomatisiert abwickeln können. Ich spreche dabei nicht von unserem Umsatz, sondern von Transaktionen. So wollen wir Zeit sparen und Prozesse optimieren, bei uns und beim Kunden.

bauMAGAZIN: Zeppelin tritt seit Anfang Oktober auch ­wieder mit einer eigenen Marke am Markt auf (das bau­MAGAZIN berichtete in Heft 10/17, Seite 10). Bei Wacker Neuson in Linz werden mit dem ZM70 und dem ZM110 zwei kompakte Radbagger mit dem Zeppelin-Brand produziert. Was sind die Gründe dafür? Und wird es künftig weitere Kompaktmaschinen geben, die als Zeppelin-Maschine auf den Markt kommen?
Bäumler: Das muss man erst einmal sehen. Wir beobachten den Markt immer sehr genau. So haben wir festgestellt, dass das Segment der kompakten Mobilbagger deutlich gewachsen ist in der jüngsten Vergangenheit. Am liebsten hätten wir es natürlich, Caterpillar würde uns ein komplettes Produktportfolio zur Verfügung stellen. Aber überall dort, wo Caterpillar keine Produkte anbietet, sind wir bei Zeppelin durchaus frei in der Entscheidung, ob wir eigene Produktlinien in unser Portfolio aufnehmen. Und weil das Segment der kompakten Mobilbagger so gewachsen und wichtig geworden ist, haben wir uns entschieden, diese fast schon legendäre ZM-Serie wieder aufzulegen.

bauMAGAZIN: Und diese ZM-Serie gibt es demnächst dann auch bei anderen Kompaktmaschinen?
Bäumler: Erst einmal nicht. Da haben wir derzeit auch nichts vorgesehen. Das Caterpillar-Portfolio ist ja das breiteste, das es von einem Hersteller gibt auf der Welt. Und die Lücken darin sind wirklich sehr klein.

bauMAGAZIN: Noch ist das Jahr 2017 nicht beendet. Können Sie trotzdem etwas dazu sagen, wie sich die Geschäfte von Zeppelin Baumaschinen in Deutschland bislang in diesem Jahr entwickelt haben hinsichtlich Marktanteilen, Absatz und Umsatz?
Bäumler: Generell war 2016 schon ein sehr erfolgreiches Jahr. Wir haben einen Verkaufsrekord ­aufgestellt mit mehr als 5 000 Maschinen und werden diese Rekordzahl wahrscheinlich noch einmal deutlich übertreffen. 2017 läuft sehr, sehr gut. Unsere Kunden haben gut zu tun, und wir haben volle Auftragsbücher. Die Rahmenbedingungen in Deutschland könnten angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation nicht besser sein. Und die Bauwirtschaft profitiert davon besonders. Wir gehen davon aus, dass Zeppelin inklusive aller Auslandsgesellschaften beim Umsatz noch einmal kräftig zulegen wird. Unser Ziel ist es, unsere bereits heute marktführende Position weiter auszubauen und unseren Kunden die besten Produkte und Dienstleistungen der Branche zu bieten.     ß

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