SBM Mineral Processing GmbH Explosiver Auftritt: Neue Brech- und Siebanlage im Steinbruch vorgestellt

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: SBM Mineral
Von: Dan Windhorst

Anlässlich der Vorstellung der raupenmobilen Brech- und Siebanlage Remax 600 hat sich SBM Mineral Processing wahrlich nicht lumpen lassen: Rund 170 Händler sowie Pressevertreter wurden in das niederösterreichische Ramsau bei Hainfeld in den Steinbruch der Unternehmensgruppe Zöchling geladen, um die bis zu 79 t schwere Neuentwicklung unter realistischen Einsatzbedingungen ordentlich ins Schwitzen zu bringen – gleichzeitig hat der österreichische Aufbereitungsspezialist den Rahmen dieses Events im wahrsten Sinne aus der Felswand gesprengt.

Ein typischer Produkt-Launch beginnt für gewöhnlich damit, einer kurzweiligen Ansprache zu lauschen, in der Hochglanzbroschüre zu blättern und anschließend in Fachgespräche zu versinken. Stattdessen hat SBM Mineral kurzerhand einen ganzen Felsabschnitt weggesprengt. Oberhalb eines weitläufigen Plateaus, und damit in sicherer Entfernung zur eigentlichen Produkt­vorführung, sorgten die Sprengmeister des Steinbruchs für ein gehöriges Scheppern. Einher ging der Startschuss für die Vorführung der Remax 600 also mit einem lauten Knall, aufgewirbeltem Staub und vielen umherfliegenden Felsbrocken.

Genug Material für die 600er

Neben einem nunmehr hellwachen Publikum hatte die Sprengung auch zur Folge, dass die Remax 600 genügend »Futter« für die Live-Vorführung bekam. Abgebaut wird in dem von der Unternehmensgruppe Zöchling betriebenen Steinbruch vorwiegend Dolomit. Über eine ausgeklügelte Materialseilbahn, die sich über das weitläufige Abbaugebiet erstreckt, gelangt das herausgelöste Material zu den Weiterverarbeitungsanlagen. Und genau hier ist Zöchling bereits seit vielen Jahren treuer Verfechter von SBM-Brechern, weshalb auch die Unternehmensgruppe einen genauen Blick auf die neue Anlage geworfen hat. »Wir freuen uns, dieses Event im Steinbruch der Firma Zöchling veranstalten zu dürfen, einem Partner, den wir bereits seit vielen Jahren mit unseren Maschinen begleiten dürfen und der uns heute eine tolle Plattform für die Präsentation unseres neuen Brechers bietet«, so SBM-Geschäftsführer Erwin Schneller.

Eröffnet wurde das Steinbruch-Event von SBM-Geschäftsführer Reinhard Haider, Johannes Zöchling (Geschäftsführer der Zöchling GmbH) sowie Vertriebsleiter Helmut Haider und Geschäftsführer Erwin Schneller von SBM Mineral (v. li. n. re.).

Flexibilität trifft auf Produktivität

Ausgelegt ist die Remax 600 auf die Verarbeitung von Beton, Naturstein, Asphalt, Baurestmassen und Kies. Wie ihre Typenbezeichnung bereits verrät, liegt die maximale Aufgabeleistung bei rund 600 t/h. »Die neue Remax 600 steht für über drei Jahre intensive Entwicklungsarbeit – sowohl von eigenen als auch externen Experten«, erklärte Helmut Haider, Vertriebsleiter bei SBM Mineral, der das Event zusammen mit den beiden SBM-Geschäftsführern Erwin Schneller und Reinhard Haider sowie Johannes Zöchling, Geschäftsführer der Hans Zöchling GmbH, feierlich eröffnet hatte. Laut Helmut Haider soll die grundlegend neu entwickelte 600er neben ihrer Leistungskraft auch mit »einem für kommende Anlagen-Generationen richtungsweisenden Design« überzeugen. Im Mittelpunkt der Entwicklung stand, so Haider weiter, dass das mobile Anlagenkonzept größtmögliche Flexibilität bietet, gleichzeitig aber auch die hohe Produktivität eines Groß-Prallbrechers beinhaltet.

Die Sprengung des harten Dolomit-Gesteins sorgte für einen gelungenen Event-Auftakt im Steinbruch.

Die wichtigsten Vorzüge

Tatsächlich definiert die Remax 600 mit den 600 t/h ihres weiterentwickelten 1400er-Prallbrechers 13/14/4 mit 1 380 mm x 1 000 mm-Einlauf (B x H) für Aufgabegrößen bis 900 mm ein neues Leistungssegment in der mobilen Primär- und Sekundärzerkleinerung. Aufgrund effizienter Vorabsiebung, dreifacher Windsichtung und besonders effizienter Magnetabscheidung sowie des optionalen Ein-/Zwei-/Dreideck-Nachsiebs lassen sich laut Hersteller bis zu fünf hochwertige Fraktionen in einem Durchgang produzieren. »Ähnlich schwere Anlagen im Wettbewerb bieten nur deutlich kleinere Brecher. Vergleicht man Durchsatzleistungen, Produktvielfalt und relevante Ausrüstungen, liegen wir meist schon deutlich über 100 t Transportgewicht in mehreren Einheiten«, er­gänzte Helmut Haider. Abhängig von der Ausrüstung bringt die Remax 600 lediglich zwischen 60 t und 80 t aufs Tiefbett – sogar voll ausgerüstet misst die Anlage zudem schlanke 22 m x 3,5 m x 3,8 m (L x B x H).

Während der Vorführung schluckte die Remax 600 unterschiedliche Materialien – geeignet ist die Anlage für Aufgabegrößen bis 900 mm.

Zusätzliche Ausrüstung und Optionen

Um die neue Brech- und Siebanlage hat SBM Mineral ein breit gefächertes Paket an Standardausrüstungen und optionalen Features geschnürt. Eine hohe Wertschöpfung soll durch eine große Anzahl hochwertiger Endkörnungen erreicht werden. Dazu zählen laut Hersteller neben der serienmäßigen Vorabsiebung über ein Doppeldeck-Kreisschwingersieb mit 1 300 mm Breite und 2 400 mm Länge insbesondere die drei optionalen Kreisschwinger-Nachsiebeinheiten mit 1 800 mm Breite und 5 500 mm Länge. Inklusive seien, so SBM,  jeweils eine Überkornrückführung und hoch auskragende Austragsbänder für großdimensionierte Produkthalden. Als Novum dieser Maschinenklasse bezeichnet SBM Mineral außerdem den effizienten Überbandmagneten mit optionalem Längsaustrag, was gerade im Recycling-Bereich eine hohe Reinheit der Endprodukte gewährleisten soll.

Arbeiten musste die 600er im Steinbruch unter möglichst realistischen Baustellenbedingungen: Zum Einsatz kam deshalb jede Menge schweres Gerät.

Kurze Rüstzeiten und digitale Unterstützung

Im Rahmen der Vorführung wurde deutlich, dass die Remax 600 mit Schnelligkeit punkten kann: Alle Ausrüstungen sowie die Seitenwände des 9-m³-Aufgabebunkers lassen sich hydraulisch einklappen und verbleiben an der Maschine. Zur Folge hat das in erster Linie kurze Rüstzeiten der stützenlosen Anlage, weshalb selbst der Ein-Mann-Betrieb problemlos funktioniert und keine weiteren Hilfsmittel benötigt werden. Vorgestellt hat SBM Mineral in diesem Zusammenhang auch die eigene Anlagensteuerung Crush Control, bestehend aus zentralem 10"-Display, multifunktionaler Funkfernbedienung sowie cloudbasiertem Fernzugriff auf alle Betriebszustände. »Mit Crush Control schaffen wir die direkte Kommunikationsverbindung zwischen Mensch und Maschine«, urteilte Vertriebsurgestein Michael Brookshaw, der mit Expertise und branchenweit bekanntem, britischem Humor als SBM-Moderator durch das gesamte Event führte. »Die Steuerung validiert alle Betriebszustände und Materialeigenschaften – und das in Echtzeit. Crush Control leitet die Werte über eine Cloud-Lösung in die SBM-Zentrale, wo die realen Maschineninformationen mit hinterlegten Referenzdaten abgeglichen werden.« Die ermittelten Optimierungsmöglichkeiten, so Brookshaw weiter, leite das System dann an die Maschinensteuerung zurück. »Auf diese Weise ermöglichen wir eine permanente Anpassung aller Prozessstufen – vor Ort, unmittelbar und ohne Unterbrechung des eigentlichen Betriebs.« Der Fernzugriff gelinge überdies sowohl via Smartphone als auch Tablet.

Zahlen

Remax 600  
Max. Aufgabeleistung: 600 t/h
Endkörnungen: 0/8 mm und 0/150 mm (ohne Nachsiebeinheit)
Abmessungen (L x B x H): 22 m x 3,5 m x 3,8 m
Gesamtgewicht: 61 t bis 75 t (ausstattungsabhängig)
Bunkerinhalt: 9 m³
Aufgabegrößen: bis 900 mm
Motor – Motorleistung: Cummins-Dieselmotor X15 – 430 kW
E-Antrieb: 553-kVa-Generator

Zwischen Hybridantrieb und Netzbetrieb

Im Einsatz überzeugt die Mobilanlage mit verbrauchsoptimiertem dieselelektrischem Hybridantrieb samt optionalem Netzbetrieb. Eine kompakte Einheit aus dem 15-l-Cummins-Turbodiesel und 553-kVa-Generator soll die notwendige Leistung bringen und übernimmt die Versorgung aller elektrischen Antriebe – vom 250 kW starken E-Motor des Brechers über die komplette Förder- und Siebtechnik bis hin zu den beiden elektrisch angetriebenen Hydraulikeinheiten von Fahrwerk und Arbeitshydraulik. Laut SBM bleiben durch diese Auslegung auch im vollelektrischen Netzbetrieb alle Anlagenfunktionen abrufbar. »Auf diese Weise verringern wir die Vor-Ort-Emissionen, seien es Abgase oder Lärmentwicklungen, erheblich«, so Michael Brookshaw, der in diesem Zusammenhang auch auf den drehmomentstarken Antrieb mit dauerhaft niedrigen Drehzahlen hinwies, was neben einer geringen Umfeldbelastung auch zu einem niedrigerem Verbrauch beitrage – »und das selbst unter hoher Auslastung aller Nebenaggregate«.

Bereits seit Jahresbeginn unternehmen SBM Mineral und die Hans Zöchling GmbH weitreichende Feldtests. Unter realen Baustellenbedingungen wird unterschiedlichstes Material im Steinbruch Ramsau verarbeitet, inzwischen bereits mehrere Zehntausend Tonnen. Laut SBM ergaben sich dabei wirtschaftliche Durchschnittswerte von 34 l/h bis 46 l/h Diesel beziehungsweise eine Leistungsaufnahme von 140 kWh bis 200 kWh. »Dieser SBM-typische Verbrauchsvorteil war sicherlich auch entscheidend dafür, dass die auf der Bauma spürbare Begeisterung sehr schnell in echtes Kaufinteresse und bereits lange vor Marktstart in konkrete Bestellungen umschlug«, berichtete Helmut Haider. »Neben unseren eigenen Händlern zeichneten bereits auch die ersten Endkunden – wir gehen davon aus, dass wir unsere Produktionsplanungen für die Remax 600 im nächsten Jahr deutlich nach oben anpassen dürfen.«


Autonomes Brechen – selbstlernende Maschinen

Die Remax 600 wurde den geladenen Gästen allerdings auch als Technologieträger für die vollautonome Produktionsüberwachung und -steuerung vorgestellt, die der Hersteller aktuell in Zusammenarbeit mit Forschern der Montan-Universität Leoben entwickelt. Bereits seit Jahren kooperiert SBM Mineral mit dem dortigen Innovationszentrum für Rohstoffe (IZR). So laufen seit 2021 etwa die Arbeiten an dem groß angelegten F&E-Projekt »Autonomes Brechen« mit dem Ziel, selbstlernende mobile Brecher zu entwickeln, wie Lehrstuhlleiter Helmut Flachberger von der Montan-Universität Leoben im Rahmen des SBM-Events verdeutlichte. Zu seinen Forschungsschwerpunkten im Fachbereich Aufbereitung und Veredlung zählen u. a. die Aufbereitung mittels erneuerbarer Energiequellen, die Digitalisierung in der Aufbereitung sowie die Prozessoptimierung durch Online-Analytik und das autonome Aufbereiten. »Das erklärte Ziel unseres Forschungsprojekts mit SBM Mineral ist, einen innovativen, flexibel einsetzbaren, selbstlernenden, aber eben auch bedienerfreundlichen, emissionsarmen und sicheren ­mobilen Prallbrecher zu entwickeln«, so Helmut Flachberger. »Wir wollen Maßstäbe in Richtung autonomes Aufbereiten mit Mobilanlagen durch den Einsatz cyberphysikalischer Systeme und adaptiver Steuerungen setzen und dabei die Grenzen des Machbaren aus technologischer wie wirtschaftlicher Sicht ausloten.«

Erster Meilenstein dafür soll nun die Remax 600 sein, da sie aufgrund ihrer technischen Ausrüstung, des optimierten elektrischen Antriebs und der neuesten Generation der Crush-Control-Maschinensteuerung bereits heute einen Großteil der anfallenden Maschinendaten verarbeitet. Derzeit arbeiten die Teams an der Entwicklung der leistungsfähigen Sensorik, mit der die Maschine eigenständig Art und Zusammensetzung des Aufgabeguts und die Korngrößenverteilung der Endprodukte erfassen kann. Laut SBM soll das autonome Brechen die Betreiber und das Bedienpersonal erheblich entlasten: So lässt sich die Anlage datenbasiert bereits vor Standort- oder Materialwechseln über die richtige Auswahl der Siebmedien exakt auf die Anforderungen hin konfigurieren. Über eine interaktive Menüsteuerung können auch unerfahrene Maschinisten die Produktion präzise einstellen – je nachdem, ob maximaler Ausstoß, minimaler Kraftstoffverbrauch oder die mengenoptimierte Produktion bestimmter Wertkörnungen gefragt sind. Eine weitere Entlastung bringt auch eine neuartige integrierte Werkzeugüberwachung im Prallbrecher, die während der Produktion verschleißbedingten Qualitätseinbußen entgegensteuert und wichtige Unterstützung bei der vorausschauenden Wartung leistet.    d

 

Unternehmen

Der österreichische Aufbereitungsspezialist SBM Mineral Processing ist Komplettanbieter von Aufbereitungs- und Förderanlagen für die Rohstoff- und Recycling-Industrie sowie von Betonmischanlagen für Transport- und Werksbeton. SBM ist seit mehr als 70 Jahren am Markt vertreten und kann auf ein Produkt­portfolio zurückgreifen, das sowohl Einzelmaschinen, mobile und stationäre Aufbereitungs- und Betonmischanlagen als auch Serviceleistungen beinhaltet. Aktuell beschäftigt das zur MFL-Firmengruppe zugehörige Unternehmen rund 180 Mitarbeiter.

Die Hans Zöchling GmbH ist das Stammunternehmen der Zöchling-Gruppe. Seit Gründung im Jahr 1954 hat sich das einstige Transportunternehmen zum vielschichtigen Dienstleister weiterentwickelt, der heute neben der Rohstoffgewinnung auch die Bereiche Recycling, Erdbau und Abbruch bedient. Aktuell beschäftigt die Unternehmensgruppe 520 Mitarbeiter. Insgesamt verfügt die Gruppe über 20 Standorte, darunter weitere Steinbrüche sowie mehrere Deponien und Kiesgruben, aber auch Abfallbehandlungsanlagen und Reststoffdeponien.

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SBM Mineral Processing GmbH

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