Renault Trucks SASU »E-Tech T« im Dauereinsatz

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: RENAULT TRUCKS

Mehr als 1 000 km an einem Tag – und das mit einer Nennreichweite von 300 km: Am Beispiel des Schweizer Transportunternehmens Hugelshofer Logistik wird deutlich, dass die Leistungsfähigkeit von Elektro-Lkw nicht allein von der Batteriekapazität bestimmt wird. Entscheidend ist ein ganzheitlicher Ansatz aus Fahrzeugeinsatz, Ladeinfrastruktur und intelligenter Tourenplanung.

Die Flotte von Hugelshofer Logistik umfasst insgesamt 220 Lkw, darunter 80 Elektrofahrzeuge. Täglich sind rund 150 Fahrer mit einem Elektro-Lkw unterwegs. Dabei setzt das Unternehmen auf eine Zwei-Mann-Besetzung. Dieses Konzept ermöglicht eine besonders hohe Fahrzeugverfügbarkeit und wirkt sich positiv auf die Gesamtbetriebskosten aus. Während der gesetzlich vorgeschriebenen Pausen werden die Fahrzeuge zwischengeladen, nachts erfolgt eine vollständige Aufladung im Depot. Auf diese Weise legt jeder Elektro-Lkw im Regelbetrieb mehr als 600 km pro Arbeitstag zurück – trotz einer ursprünglich ausgelegten Reichweite von rund 300 km. Ein Fahrzeug aus der Flotte erreichte sogar eine Laufleistung von 1 007 km innerhalb von 24 Stunden – ein neuer Rekord. Das Beispiel zeigt: Eine intensive Nutzung von Elektro-Lkw ist möglich, wenn Einsatzzweck, geografischer Radius und Ladeprozesse präzise aufeinander abgestimmt sind. Eine bedarfsgerechte Dimensionierung der Batteriekapazität spielt dabei eine zentrale Rolle, da nicht jeder Einsatzfall die maximal verfügbare Batteriekapazität erfordert. Renault Trucks unterstützt seine Kunden daher bei der Auswahl der jeweils optimalen Fahrzeugkonfiguration, um Nutzlast und Betriebseffizienz bestmöglich in Einklang zu bringen.

Ladeinfrastruktur als zentraler Leistungsfaktor

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die hohe Performance der Renault Trucks »E-Tech T« bei Hugelshofer ist die leistungsfähige Ladeinfrastruktur. Am Standort Frauenfeld betreibt das Unternehmen 30 Schnellladestationen mit einer Ladeleistung von bis zu 480 kW, an denen täglich bis zu 100 E-Lkw geladen werden können. Ergänzt wird die Infrastruktur durch eine Photovoltaikanlage mit einem Jahresertrag von rund 1,2 Mio. kWh. Drei Transformatoren sorgen zusätzlich für eine stabile Netzversorgung. Derzeit erfolgen rund 95 Prozent aller Ladevorgänge direkt im eigenen Depot – ein entscheidender Vorteil in Bezug auf Kostenkontrolle, Zuverlässigkeit und einen reibungslosen Betrieb.


 

Die Schweiz als Vorreiter bei der Elektrifizierung

Nach Angaben von Hugelshofer Logistik liegen die Betriebskosten der Elektro-Lkw rund 30 Prozent unter denen vergleichbarer Dieselfahrzeuge. Dieser ­wirtschaftliche Vorteil ist nicht nur das Ergebnis strategischer und operativer Entscheidungen des Unternehmens, sondern auch auf die günstigen regulatorischen Rahmenbedingungen in der Schweiz zurückzuführen.

Dank der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) profitieren emissionsfreie Elektro-Lkw von erheblichen Kostenvorteilen gegenüber konventionellen Antrieben. Zusätzlich plant der Schweizer Bundesrat für den Zeitraum von 2026 bis 2030 ein Investitionsprogramm in Höhe von 20 Mio. Schweizer Franken zum Ausbau der Lkw-Ladeinfrastruktur. Das Schweizer Modell erweist sich damit als besonders förderlich für die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs: In den ersten elf Monaten des Jahres 2025 lag der Anteil elektrisch angetriebener Fahrzeuge über 16 t bei 14,7 Prozent – rund fünfmal so hoch wie der europäische Durchschnitt von 1,9 Prozent.

Für Renault Trucks ist die Elektromobilität ein zentraler Baustein auf dem Weg zu einem CO₂-armen Straßengüterverkehr. Das Beispiel aus der Schweiz zeigt, dass die Transformation dann besonders schnell voranschreitet, wenn Fahrzeuge, Infrastruktur, Organisation und politische Rahmenbedingungen ineinandergreifen. Um die Voraussetzungen für eine breite Elektrifizierung in Europa zu schaffen, sei es daher entscheidend, dass sich weitere Staaten an diesem Modell ­orientieren.j

[239]
Socials