Paschal-Werk G.Maier GmbH Sonderschalung unterstützt Kraftwerk-Wiederbelebung

Um mehr Unabhängigkeit in Sachen Energie und mehr Flexibilität in Krisenzeiten zu erreichen, wird im bayrischen Happurg ein seit 2011 wegen Schäden am Oberbecken stillgelegtes Pumpspeicherkraftwerk wieder zum Laufen gebracht. Im Zuge der Baumaßnahme entsteht unter dem Becken auch ein 530 m langer Kontrollgang in offener Tunnelbauweise in Ortbeton. Der Schalungshersteller Paschal aus Steinach hat dafür die Schalung samt Unterstützungskonstruktion geliefert.

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Paschal-Werk

Die Wiederbelebung des Kraftwerks startete im Dezember 2024 und das voraussichtliche Bauende ist für das Frühjahr dieses Jahres geplant. Nach der für 2028 vorgesehenen Inbetriebnahme lässt sich in diesem Pumpspeicherkraftwerk Strom für ca. 160 000 Menschen speichern. Dazu wird zunächst Wasser aus dem Happurger See in das Oberbecken hochgepumpt. Bei wenig Sonneneinstrahlung oder Wind kann der gespeicherte Strom anschließend wieder erzeugt werden, indem das Wasser durch Turbinen abgelassen wird. Das ausführende Bauunternehmen ist die Josef Rädlinger Ingenieurbau GmbH aus Windorf; laut Bauleiter Stefan Louen schon jahrelanger Paschal-Kunde. Entsprechend wurden bereits zuvor verschiedene Projekte im Bereich Sonderschalungsbau erfolgreich miteinander abgeschlossen – eine gute Voraussetzung auch für dieses Projekt.

»Durch die Länge des Kontrollgangs und die große Anzahl an fast baugleichen Abschnitten musste für den optimalen Bauablauf vor Beginn der Arbeiten überlegt werden, wie die Herstellung möglichst schnell, qualitativ gleichbleibend und einfach in der Handhabung gestaltet werden kann. Durch die intensiven Abstimmungen mit der Firma Paschal und eine Feinabstimmung der Schalung im Werk bei einem Ortstermin konnten Lösungen für unsere Anforderungen gefunden und ein gutes Ergebnis erzielt werden. Hervorzuheben ist das lösungsorientierte Handeln, welches sich auch bei mehreren Baustellenterminen zur gemeinsamen ausführungstechnischen Lösungsfindung gezeigt hat«, so Bauleiter Louen.


Bauabschnitte und Schalungslösung im Detail

Nach dem Herstellen der Bodenplatte wurden im zweiten Betonierabschnitt die 1 m hohen Seitenwände erstellt, bevor dann abschließend der halbkreisförmige Tunnelbogen mit einem Durchmesser von 2,20 m aufgesetzt wurde. Alle Bauteile haben eine Dicke von 40 cm. Die Innenschalung des Bogens wurde bei Paschal als Sonderschalung in Stahlausführung entwickelt, die zum Ausschalen und Absenken mit Gelenken ausgestattet war. Als abstützende Unterkonstruktion wurden Stützen, Rahmen und Jochträger des Traggerüsts »Gass« verwendet, die als Serienteile mietbar sind, ebenso wie die radienverstellbare Trapezträger-Rundschalung, die als Außenschalung im Einsatz war.

Innen- und Außenschalung wurden miteinander verspannt, zum Einbringen des Betons wurden in den Segmenten der Außenschalung Betonieröffnungen in regelmäßigen Abständen eingebaut. Mit der Schalung waren 54 Einsätze mit Längen zwischen 4 und 12 m geplant. Das Umsetzen und Verfahren erfolgte durch das Absenken auf Lenk­rollen, die unter dem Traggerüst montiert waren. Da der Tunnel nahezu immer auf fast ebenem Untergrund hergestellt wird, konnte die Schalung ohne zusätzliche technische Hilfsmittel komplett von Hand verschoben werden – ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

»Nach der Fertigstellung verläuft der Kontrollgang unter der späteren Beckensohle. Angeschlossen an diesen Gang sind Drainagerohre, welche unter der Beckenabdichtungsebene verlegt werden. Dadurch kann kontrolliert und lokalisiert werden, ob und an welcher Stelle Wasserverluste im Becken auftreten«, so Bauleiter Stefan Louen. Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, soll in zwei Jahren das stillgelegte Werk in Happurg wieder laufen. Und das Oberbecken dient dann wiederum als größter Akku in Bayern.

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