Aktuelles Straßenbau / Tiefbau

Liebherr: Seilbagger und Greifer beweisen sich als effizientes Duo

Auf der Intermat in Paris wurde es vor Kurzem präsentiert – in Mailand ist es bei der Erweiterung des U-Bahnnetzes bereits erfolgreich im Einsatz: Liebherrs neues Paket für Schlitzwandarbeiten mit Seilbagger und hydraulischem Greifer. Das Zusammenspiel ist so optimiert, dass schnell und präzise gearbeitet werden kann, und überzeugt vor allem mit höchster Effizienz.

Der hydraulische Schlitzwandgreifer ist modular aufgebaut und besteht aus einem besonders robusten Grundkörper. Aus der Typenbezeichnung des Greifers HSG 5-18 C bzw. L ist ersichtlich, dass damit – je nach Aufbau – Schlitzwanddicken von 500 mm bis 1 800 mm möglich sind. Die Bezeichnung C (compact) steht für die kompakte Standardausführung, während bei L (large) der Grundkörper um 2,5 m verlängert ist. Die dadurch erreichte Gesamthöhe des Greifers von 9,5 m und das hohe Gewicht mit niedrigem Schwerpunkt unterstützen eine noch bessere Vertikalität und sind besonders bei größeren Dimensionen der Schlitzwand von Vorteil. Bei sehr schwierigen Bodenverhältnissen kann das Eigengewicht durch ein Zusatzgewicht von 7 t noch einmal erhöht und die Umsetzung der Arbeiten verbessert werden.

Das hohe Greifergewicht ist durch die bewährte Synchronisation der Freifallwinden möglich. Dadurch wird die Traglast des Hydroseilbaggers optimal ausgenutzt. Das Schlitzwandpaket lässt sich bestmöglich an die Gegebenheiten der Baustelle anpassen und überzeugt vor allem durch seine sehr hohe Effizienz. Ein Dieselverbrauch von nur 25 l/h spricht für sich. Die robuste Ausführung des Greifers ist für einen uneingeschränkten Einsatz und eine lange Lebensdauer ausgelegt. Der Hydroseilbagger des Schlitzwandpaketes behält dabei seine Multifunktionalität und kann schnell beispielsweise für den Kran- oder Meißelbetrieb umgebaut werden.


Integrierte Aufzeichnungder Vertikalität

Ein optionaler, am Greifer montierter Sensor der Firma Jean Lutz misst die Vertikalität in X-, Y- und Z-Richtung. Durch die volle Integration des Vertikalitätsassistenten in die Liebherr-Steuerung des Seilbaggers soll höchste Prozesssicherheit der Messungen erreicht werden. Die Datenübertragung vom Sensor zur Steuerung erfolgt via Bluetooth. Am Display in der Fahrerkabine werden die aktuelle Vertikalität des Stiches und mögliche Abweichungen angezeigt. Über die Prozessdatenerfassung PDE von Liebherr werden alle Prozessdaten elektronisch erfasst, visualisiert und aufgezeichnet.

Schlitzwandbau fürneue Metro-Linie in Mailand

Die 1964 eröffnete Metropolitana di Milano wird bis 2022 um die neue Linie M4 erweitert. Dabei wird binnen sieben Jahren die 15 km lange Verbindung von San Cristoforo zum Flughafen Linate mit 21 U-Bahnstationen realisiert. Im zentralen Baustellenabschnitt San Babila setzt das Unternehmen SAOS aktuell den Schlitzwandbau für die neuen Stationen um. Dabei vertraut es auf den Seilbagger HS 8100 HD mit hydraulischem Schlitzwandgreifer HSG 5-18 L von Liebherr.

Die sehr engen Platzverhältnisse an der Piazza San Babila sind eine Herausforderung für die Bauarbeiten. In diesem Abschnitt errichtet SAOS 6 300 m² Schlitzwände für die Erweiterung der Metro-Linie. Mit 130 m² pro Tag unterstreicht das Liebherr-Package eine hohe Produktivität. In San Babila gräbt SAOS Stiche von 2 800 mm x 1 200 mm mit einer Tiefe bis zu 54 m. Der zu bewältigende Boden ist aus Kies-, Sand und Lehmschichten aufgebaut. Die Fertigstellung eines Stiches dauert 16 Stunden, wobei die Hälfte der Zeit für das Graben benötigt wird. Anschließend wird die ­Armierung eingesetzt und be­toniert. Bis zur Realisierung der neuen Linie M4 muss SAOS ­insgesamt 84 000 m² Schlitzwände errichten. »Das Liebherr-­Package ist so ausgelegt, dass wir voll am Limit arbeiten können«, freut sich Rossi Fabio, Assistant Manager bei SAOS.    §

Nach oben
facebook Instagram youtube twitter rss LinkedIn