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Liebherr-Hydraulikbagger: Neue Reihe knickgelenkter Dumper kommt

Sind konzeptionell einen komplett anderen Weg gegangen

Von Michael Wulf

Mit dem TA 230 wird Liebherr das erste Modell aus seiner neu entwickelten Reihe knickgelenkter Dumper im kommenden April zunächst im Bereich der Mietflotten und dann im Verlauf des Jahres in den Markt bringen. Damit nimmt Liebherr einen erneuten Anlauf in diesem Maschinensegment, nachdem der erste Versuch – beginnend mit der Premiere auf der Bauma 2010 – nicht von Erfolg gekrönt war. »Bei den neuen Dumpern sind wir dieses Mal konzeptionell einen komplett anderen Weg gegangen«, sagte im Gespräch mit dem bauMAGAZIN Werner Seifried, Technischer Geschäftsführer der Liebherr-Hydraulikbagger GmbH in Kirchdorf/Iller, bei Testvorführungen im dortigen Entwicklungs- und Vorführzentrum (EVZ). »Wir sehen uns jetzt auf Augenhöhe mit den arrivierten Wettbewerbern.« (das bauMAGAZIN berichtete in Heft 11/19, Seite 16).

Derzeit ist die Produktion einer Serie von drei Dumper-Modellen im Bereich von 27 t bis 41 t geplant, die zur Bauma 2022 komplettiert sein soll. »Wir haben seinerzeit Lehrgeld bezahlt, keine Frage«, sagte Werner Seifried über den missglückten Versuch, von 2010 an mit dem TA 230 den Wettbewerb mit den Platzhirschen Volvo, Caterpillar oder Bell aufzunehmen. »Dieses Mal haben wir bei der Entwicklung auch nach links und rechts geschaut und vor allem viel mit unseren Kunden gesprochen und dann analysiert, wie deren Bedürfnisse sind.«

»Ausführliche Bedarfsanalysen«

Erst nach diesen »ausführlichen Bedarfsanalysen bei Kunden«, so Werner Seifrieds für den Vertrieb zuständige Geschäftsführerkollege Rudolf Arnold, habe Liebherr sich 2015 zur Entwicklung dieser neuen Serie von knickgelenkten Muldenkippern entschieden, zu deren Hauptcharakteristika vor allem »sehr hohe Werte für Fahrleistung und Zugkraft« zählten.

Darüber hinaus biete diese neue Muldenkipper-Generation den Maschinenführern eine hervorragende Sicht nach vorne, zu den Seiten, nach hinten und sogar beidseitig in den Knickbereich, erläuterte Rudolf Arnold weiter. Zudem sei das Betriebs- und Wartungskonzept komplett überarbeitet und optimiert worden, um die Betriebs- und Wartungskosten so gering wie möglich zu halten. So würden tägliche Wartungsarbeiten vom Muldenkipper automatisch übernommen.


»Die Funktion des Produkts zählt«

Das Wiegesystem ist laut Rudolf Arnold serienmäßig im neuen Liebherr-Dumper integriert. Zu den umfangreichen Fahrerassistenzsystemen zählten der Berganfahrassistent, der Stabilitätsassistent, der Geschwindigkeitshalteassistent sowie eine Höhenbegrenzung. Haupteinsatzgebiete des neuen ADT seien die Gewinnungsindustrie, große Infrastrukturprojekte sowie Spezialanwendungen im Tunnelbau.

Damit die fünf Säulen der Produktpolitik von Liebherr – nämlich Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit, Komfort und Wartungsfreundlichkeit – nicht nur in reinen theoretischen Ausarbeitungen endeten, so Werner Seifried, müsse sicher gestellt sein, dass die bei der Produktdefinition festgelegten Produkteigenschaften auch in der Praxis erreicht würden. »Ein richtig gutes Produkt ist viel mehr als das reine Zusammenschrauben irgendwelcher Bauteile. Was am Ende des Tages zählt und am Markt den Unterschied im harten Wettbewerb ausmacht, das ist die Funktion des Produkts.«    m

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