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Kölsch - Christophel: Händler ziehen positives Steinexpo-Fazit

Die beiden Händler C. Christophel GmbH und die Jürgen Kölsch GmbH sind renommierte Spezialisten für Aufbereitungstechnik und Recyclinglösungen. An ihrem Gemeinschaftsstand auf der Steinexpo präsentierten sie neun Maschinen der sechs Marken Powerscreen, Rubble Master, Portafill, Matec, Telestack und Cityequip. Zwar stellte die Steinexpo mit etwa 55 000 Besuchern einen neuen Rekord auf, der die eigenen ­Erwartungen sogar übertraf, doch überzeugte die beiden Aussteller am Ende weniger die Quantität der Besucher, als vielmehr deren Qualität. Und falls der Indikator einer erfolgreichen Messeteilnahme die Anzahl der Vertragsabschlüsse ist, dann sei diese Steinexpo gewiss die erfolgreichste Messe beider Maschinenhändler gewesen.

Seit bald einem halben Jahrzehnt kooperieren die beiden Handels- und Serviceunternehmen, Christophel arbeitet vom Norden aus, Kölsch hat seinen Standort in Heimertingen im Allgäu, der diesjährige Gemeinschaftsstand war der zweite auf der Steinexpo in Folge. Beide Aussteller haben schon auf Qualitätsmarken und Maschinen gesetzt, als das Zerkleinern, Klassieren, Halden wie auch das Wiederverwerten von Baustoffen noch nicht viel Beachtung fand. Der stetig wachsende Bedarf an bezahlbaren Baustoffen, die Erhöhung der Deponiekosten und der immer höhere Anspruch an Recyclingmaterial bestätigt Kölsch und Christophel darin, ausschließlich hochwertige, leistungsstarke und flexible Lösungen anzubieten. »Die Innovationen in unserer Branche kommen heute zum größten Teil aus Deutschland«, betonte Sean McCusker, Verkaufsleiter bei Kölsch. Denn Anwender in Deutschland würden an die Maschinen besondere Anforderungen stellen, wie hohe Leistung, besondere Kraftstoffeffizienz, geringe Lärmemissionen und eine Mobilität ohne Sondergenehmigungen. Dieses Dreieck aus Kunde, Hersteller und Händler führe inzwischen zur Entwicklung neuer Anlagen.


Immer das Beste vom Besten
Gezeigt haben Kölsch und Christophel auf der Steinexpo je einen Brecher und ein Sieb von Powerscreen, zwei Brecher von Rubble Master, einen Kompaktbrecher von Cityequip, einen Brecher und eine Siebanlage von Portafill, ein Telestack-LF-Förderband mit Aufgabeeinheit und, als Exot im Programm, eine Matec-Filterpresseinheit zur Abwasseraufbereitung.

Dem Begriff »Demonstration« im »Live-Demo«-Avis rechtfertigte der Powerscreen-Premiertrak 400X eindrucksvoll. Geradezu mühelos zog der 202 kW (274 PS) starke Scania-Dieselmotor den direkt angetriebenen 1 100 x 700 mm großen Backenbrecher durch. Rund 250 t/h »pumpte« das 1 000 mm breite Austragsband den Zuschauern vor die Füße, Verstopfer gab es keine.

Fast könnte man meinen, der nur 26 t schwere, im Einlauf 850 x 500 mm große Einschwingenbackenbrecher 9000 JC von ­Portafill fühlte sich vom großen Premiertrak herausgefordert. Mit dem angehängten 3 340 x 1 000 mm großen Nachsieb wurden Schottertragschichten und Überkorn produziert. Anhand der beiden Haldengrößen konnten sich die Besucher vom Reduktionsgrad des Brechers überzeugen. Betreiber, die ausschließlich eine Tragschicht ­ohne Überkorn produzieren wollen, schwenken das Überkornband einfach derart, dass dieses dem Brecher im geschlossenen Kreislauf ein zweites Mal zugeführt wird. Die R-Nachsieboption kann mit der Maschine oder auf einem Abrollcontainer transportiert werden. Die erstmalig in Deutschland gezeigte Anlage hat auf der Steinexpo derart überzeugt, dass sie direkt vom Gemeinschaftsstand verkauft wurde.

»Die Chieftain 2200 ist die leistungsfähigste Kompaktsiebanlage der Welt«, betonte Christophel-Geschäftsführer Rüdiger Christophel. Während der kurzen Vorführungen konnte das tatsächliche Leistungsvermögen der Anlage nur erahnt werden. Zwei 1 500 x 3 300 mm große Siebmaschinen sind auf dem Chassis der Chieftain 2200 verbaut. Je nach Aufgabenstellungen können die beiden Kästen als Zwangssieb oder als Freischwinger mit hohem Hub gefahren werden. Unabhängig voneinander kann die Drehrichtung der Siebmaschine mit dem Material oder gegenläufig gefahren werden. Nun wurden noch die Neigungen beider Kästen optimal zueinander eingestellt und die Besucher konnten sehen, warum die Chieftain 2200 eine herausragende Anlage in der > 40-t-Klasse ist. Bei dieser Demo erlebten die Zuschauer eine Weltpremiere. Ist doch der Kasten in Dreideckerausführung mit einem kurzen Querband für die Überkornrückführung auf das Haldenband gebaut worden. Auch die Chieftain 2200 hat bereits ein neues Zuhause gefunden.

Nicht nur bei der Herstellung von Schüttgütern sind Christophel und Kölsch erfahrene Ansprechpartner. Werden Schüttgüter mit dem Radlader und Band aufgehaldet, ist ein flacher Ladetrichter nötig. Beim Tele­stack LF 520 fasst dieser 7 m³. ­Stufenlos geschwindigkeitsgeregelt verlässt das Schüttgut über den 1 200 mm breiten Gurt den Trichter. Ein ebenfalls 1 200 mm breites Band transportiert das Schüttgut bis auf die 9,5 m hohe Halde. Erstmalig wurde der LF 520 in Nieder-Ofleiden als »Revolution« gezeigt. Bei dieser Bauweise werden per Drehkranz und ohne Verfahren »360°«-Halden erzeugt, in Boxen abgeworfen oder parallel zur Bahn- oder Kaitrasse Be- und Entladearbeiten ausgeführt.

Wenn Brauchwasser in der Gewinnung nach der Nutzung nicht zeitintensiv über Klärbecken gereinigt, sondern schnell wieder in den Kreislauf eingespeist werden soll, ist eine Wasseraufbereitungsanlage wie die von Matec eine Lösung der Wahl. Für sie sprechen, neben 2 000 internationalen Referenzen, auch ihre hohe Durchsatzleistung. Überrascht waren einige Interessenten, dass deren Probleme nicht im Abwasser, sondern vielmehr in der vorgeschalteten Nassaufbereitung zu finden waren. »Man darf die Abwasseraufbereitung nicht isoliert von der Nassaufbereitung bewerten«, so Christophel. »Eine ganzheitliche Betrachtung ist in jedem Fall erforderlich.«

Partner großer Baukonzerne
Während das Laufpublikum in diesem Jahr eher überschaubar ausfiel, wurden zahlreiche interessante Gespräche mit hochkarätigen Gesprächspartnern geführt, die einmal mehr die außergewöhnliche Bedeutung der Steinexpo als Treffpunkt echter Profis unterstrichen. Sean McCusker stellte erfreut fest, »dass wir mittlerweile auch von den Großkonzernen der Baubranche als Partner auf Augenhöhe geschätzt werden. Das sind Bauunternehmungen, die ihr Geld nicht unbedingt nur mit Gewinnung oder Recycling verdienen.«

Erwartungsgemäß waren nicht nur Naturstein und Baustoffe das Thema, auch die Finessen der Rückgewinnung rückten ins Blickfeld. Windsichter etwa, in der Vergangenheit als exotisch und schwer einstellbar bekannt, sind dies längst nicht mehr. In Maschinen wie dem Rubble Master 120GO! (siehe auch Seite 78 sowie Bild auf Seite 21) sind sie optional integrierbar. Der Prallbrecher mit Sieb und schwenkbarem Rückführband, wiegt nur 45 t und ist gut für bis zu 350 t/h Durchsatz. Warum der RM 120GO! nach der Bauma-Einführung im letzten Jahr so häufig verkauft wurde, zeigte sich auf der Steinexpo im Einsatz. Das Verhältnis zwischen ­Einlauf (1 160 x 820 mm), Rotordurchmesser (1 080 mm), Leistung (286 kW) und Gewicht (35,5 t) überzeugte auch Betreiber, die bislang noch nicht von der RM-Kompaktbauweise profitierten. McCusker zeigte sich entsprechend überzeugt von der RM 120GO!: »Es gibt keine andere Maschine, die in dieser Klasse so leistungsstark und so flexibel einsetzbar ist wie die RM120GO!. Die Anlagen von Rubble Master lassen sich zudem problemlos erweitern. Alle Maschinen haben das gleiche System und die gleiche Technik. Das ist ein Riesenvorteil beim Service und für den Bediener.«

Megatrend »Recycling«
Auch flexible Antriebsvarianten, von dieselelektrisch bis umschaltbar auf Netzstrom, waren ein Steinexpo-Thema und sind für viele der von Kölsch und Christophel vertriebenen Maschinen erhältlich. Aber schon allein der Megatrend »Recycling«, die ständig steigenden Ansprüche an die Qualität der Naturstein- wie auch der Recyclingprodukte, die aufkommenden Wünsche nach Fernüberwachung und Flottenmanagement und ständig wachsende Ansprüche an die Flexibilität und Energieeffizienz des Antriebs dürften dafür sorgen, dass Kölsch und Christophel auch in Zukunft die Herausforderungen nicht ausgehen werden. »In Zukunft wird das Material verstärkt auch in innerstädtischen Bereichen direkt vor Ort gebrochen werden, damit man es gleich wieder einbauen kann. Denn das spart den Transport und damit Emissionen. Das ist einfach effizienter. Aber dafür müssen die Maschinen auch ausgerüstet und dementsprechende umwelttechnische Standards erfüllen«, unterstrich Sean McCusker.    tü/iwu  §

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