bauma Aktuelles Messerückblick Verkehrswegebau – Tiefbau

Klemm Bohrtechnik: Neues für den Spezialtiefbau

Auf der Bauma hat Klemm Bohrtechnik als Kompetenzzentrum für kompakte Spezialtiefbau-Bohrgeräte innerhalb der Bauer-Maschinen-Gruppe zahlreiche Neuentwicklungen vorgestellt. Der Fokus der Exponate lag auf Innovationen im Bereich der Kinematik und der Gerätesteuerung sowie auf den Themen Energieeffizienz und funktionale Sicherheit.

Zu den besonderen Bauma-Exponaten gehörte das neue Bohrgerät KR 704-2E, dessen Elektroantrieb das Arbeiten ohne Abgasemissionen und mit geringster Geräuschentwicklung ermöglicht. Die KR 704-2E-Serie existiert seit Jahren mit E-Motor, wurde aber u. a. hinsichtlich der neuen Bohrgerätenorm und der automatischen Anpassung an unterschiedliche Netzfrequenzen (50/60 Hz) vollständig überarbeitet und bietet die Voraussetzungen für den Einsatz beispielsweise in beengten Kellerräumen, in denen ein Diesel wegen der Abgasentwicklung nicht in Frage kommt (das bauMAGAZIN berichtete bereits in Heft 11/18, Seite 69).

KR 806-3GS mit neuer Kinematik

Zu den Klemm-Exponaten in München zähle ebenso die KR 806-3GS aus der 806-Baureihe. Diese präsentierte sich mit neuentwickelter Kinematik, hoher Tragfähigkeit und vielfältigen Schwenkmöglichkeiten. Gegenüber dem Vorgängermodell wurden u. a. die Kinematikbaugruppen neu entwickelt. Steifigkeit und Dauerfestigkeit wurden erhöht.

Die Gerätekinematik ist primär für flach geneigte Bohrungen mit extrem tiefen Ansatzpunkten ausgelegt, andererseits lassen sich nun auch Pfahlbohrungen mit Bohransatzpunkten neben den Fahrwerken erstellen. Das Bohrgerät ist für leistungsintensive Doppelkopfbohranlagen, Hydraulikhämmer oder Drehantriebe optimal ausgelegt. Der Antriebsstrang basiert auf einem 160 kW starken Dieselmotor inklusive SCR-only Emissionstechnologie für die Abgasstufen 4 (EU) oder 4final (EPA). Eine Ausführung in Abgasstufe 5 (EU) mit 175 kW soll ab Herbst verfügbar sein. Das Hydrauliksystem umfasst u. a. ein Zweikreis-Load-Sensing-System mit den Technologien Grenzlastregelung und Power Sharing. Die Mobilsteuerblöcke sind direkt in den CAN-Bus integriert. Das Effizienzpaket EEP enthält ein Leistungs- und Energie-Management, wobei die Motordrehzahl automatisch und hochdynamisch an den jeweiligen Last- und Betriebszustand angepasst wird. Kraftstoffverbrauch und Schallemission werden nach Anbieterangaben erheblich gemindert. Die Funk-Fernsteuerbarkeit aller Funktionen ist Standard. Die funktionale Sicherheit der Maschinensteuerung entspricht Performance Level C (ISO 13849), sie ist somit sehr störungs- und ausfallsicher ausgelegt. Die Anzeige- und Diagnosemöglichkeiten wurden ausgebaut, beispielsweise gibt es am Bedienpult Anzeigen für die Durchflussregulierung der einzelnen Spülungszweige.


Darüber hinaus zeigt Klemm Bohrtechnik mit seiner neuen Version der KR 805-3G auch ein Universalbohrgerät mit besonders langer Bohrlafette. Diese ­Variante wurde speziell für Anwendungen mit Bodennägeln, Schnecken und Bohrrohren für Bohrtiefen von bis zu 6 m im Single-Pass-Verfahren entwickelt (bau­MAGAZIN 4/19, Seite 144). Gleich im Anschluss an die Bauma in München war der erste Baustelleneinsatz in den USA geplant.

Zu den Bauma-Exponaten gehören weiterhin die Bohrgeräte KR 709-3G – als Weiterentwicklung des Vorgängermodells in der Ausführung für SOB-Bohrungen (bauMAGAZIN 3/19, Seite 103) – sowie das Universalbohrgerät KR 909-3G, ausge­stattet mit Hydraulikhammer KD 2524 und MAG 2.5V.

Update für Gestängemanipulator

Klemm zeigte in diesem Jahr auch den Gestängemanipulator Bohrtechnik 120. Das System wurde bereits auf der Bauma 2016 mit dem Eurotest-Preis der BG Bau ausgezeichnet, weil es innovative Technik mit hohem Maß an Arbeitssicherheit vereint. Die Baureihe HBR 120, 122 und 124 wurde nun in wesentlichen Punkten weiterentwickelt, um eine unkomplizierte Adaption der mechanisch-hydraulischen Komponenten und deren Steuerung an unterschiedliche Trägergeräte (Minibagger) zu ermöglichen.    §

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