Aktuelles Erdbewegung

Kinshofer: Auch bei den Fräsen breit aufgestellt

Kinshofer hat sich vor einigen Jahren zum Ziel gesetzt, bei Anbaugeräten für Ladekrane und für Bagger ein »One-Stop-Shop« zu werden.

Das Produktangebot, das neben vielfältigen Löffeln und hydraulischen ­Werkzeugen auch Adapter, Schnellwechsler und Tiltrotatoren umfasst, wurde zur letzten Bauma vorgestellt. Das Anbaugerätesortiment ist im Frühjahr – auch durch die Übernahme des kompletten Fräsengeschäfts von Atlas – mit einer breiten Palette hydraulischer Anbaufräsen für Hydraulik­bagger erweitert worden (das bau­MAGAZIN berichtete in Heft 6/18, Seite 15).

Die Anbaufräsen der WS-Serie sind mit Hochdrehmomentmotoren ausgestattet, die dank Untersetzungsgetriebe mit einer hohen Schneidkraft aufwarten. Zusammen mit der Auswahl der richtigen Frästrommeln und passenden Meißel unterstützt diese Kombination ein optimales Eindringen in das Gestein und damit eine hohe Produktivität. Fräsen bieten sich insbesondere dort an, wo ein Hydraulikhammer ineffizient oder nicht erlaubt ist. Das betrifft vor allem Bereiche, in deren Umfeld besonders vibrationsarm gearbeitet werden muss oder Einschränkungen in Form von Lärmschutzbestimmungen vorliegen. Auch für Unterwassereinsätze und bei Präzisionsarbeiten in Tunneln werden die Fräsen seit Jahren eingesetzt.

Anbaufräsen-WS-Serie

Die Anbaufräsen WS15 bis WS150 (15 kW bis 150 kW Eingangsleistung) sind in den Arbeitsbreiten von 500 mm bis 1 400 mm für Bagger mit einem Dienstgewicht von 2 t bis 60 t lieferbar. Bei Bedarf gibt es die Kinshofer-Anbaufräsen WS30 bis WS90 auch mit einer flach aufbauenden 360°-Dreheinheit.

Je nach Einsatz können dank modularer Bauweise die Komponenten Hydraulikmotor, Fräs­trommeln und Meißel in den jeweiligen Geräteklassen auf die gegebenen Einsatzbedingungen angepasst werden. So ist etwa beim Kanal- und Rohrleitungsbau, bei der Bodenaufbereitung sowie besonders im Steinbruch und beim Abbruch ein starker Hydraulikmotor von Vorteil.

Profiliertrommeln

Neben Trommeln für den Felseinsatz, die sich für das Fräsen in weichem bis mittelhartem Gestein eignen, sind auch Profiliertrommeln verfügbar. Ihr besonderes Merkmal ist der Besatz mit einer höheren Stückzahl an Meißeln. Diese sind etwas kleiner und wollen mit einer besonders sauberen Oberfläche nach dem Fräsen punkten.

Zudem werden spezielle Trommeln für den Abbruch angeboten. Sie werden in der Regel mit Meißeln bestückt, die zu der vorhandenen Betongüte passen. Zusätzlich werden die Meißelhalter auf der Abbruchtrommel durch ein Spiralblech unterstützt. Das führt zu einer Verringerung der Vibrationen und erzeugt gleichzeitig eine definierte Eindringtiefe im Beton. Diese Spiralbleche sind aus verschleißfestem Stahl gefertigt und können auch nachgepanzert werden. Zusätzlich zu den robusten Frästrommeln verfügen die Kinshofer-Anbaufräsen standardmäßig über ein Gehäuse, in dem an stark beanspruchten Bereichen verschleißfestes Material verbaut ist.

Schneidrad DMW

Aktuell bietet Kinshofer für schmale Frässchnitte, bei denen es mehr um Frästiefe als -breite geht, auch das mit Fräsmeißeln bestückte Schneidrad DMW an. Dessen zwei seitlichen Hydraulikmotoren sorgen für höchste Schneidkraft bei ruhigem, gleichmäßigen Arbeiten. Dadurch sollen selbst im harten Gestein sowie im bewehrten Stahlbeton höchst effizient enorme Produktionsleistungen erreicht werden können.

Kinshofer bietet verschiedene Schneidradvarianten für Schneidtiefen bis zu 1 000 mm an. Ebenso steht eine Schneid­rad-Aus­wahl bis 400 mm Breite zur Verfügung. Auch Sonderbreiten und weitere Schneidtiefen sind optional lieferbar. Durch die Einsatzmöglichkeit der DMW-Serie bis zu 30 m unter Wasser sind diese Modelle für Kanalarbeiten oder für den Betonabbruch in Gewässern geeignet. Vorteil des Schneid­rads ist eine hohe Wirtschaftlichkeit, die neben dem präzisen und profilgenauen Fräseinsatz selbst bei härterem Gestein auch auf seiner Robustheit und der geringen Wartung beruht. Der modulare Aufbau unterstützt auch bei dieser Spezialfräse eine hohe Flexibilität.


Einsatzmöglichkeiten ausgebaut

Kinshofer bietet mit der BRC-Pfahlkopffräse Brextor ein spezielles Anbaugerät zur Fertigstellung von Betonpfahlköpfen an, wie man sie etwa beim Fundament-, Bahn- und Straßentiefbau sieht. Wo mit schweren Presslufthämmern die Bewehrungseisen mühsam freigelegt wurden und der Überbeton im Kopfbereich abgetragen wurde, wird mit der Pfahlkopffräse BRC das Material schonend und präzise auf die gewünschte Höhe abgetragen. Die verbleibenden Betonreste zwischen den intakten Armiereisen der Anschlussbewehrungkrone können anschließend mit dem Pfahlkopfbeißer BRC LC110 vom Bagger aus ebenfalls herausgelöst werden. Dank der BRC-Pfahlkopffräse soll es zu keinen Beschädigungen und Abplatzungen außen am Pfahlkopf kommen, Risse und verbogene Anschlussbewehrung schließt Kinshofer ebenso aus. Die Tragfähigkeit des Pfahls wird erhalten, die Gefahr von Korrosion minimiert und negative statische Auswirkungen werden verhindert. Im kommenden Frühjahr will Kinshofer sein Fräsenprogramm noch um Flächenfräsen für überschaubare Arbeiten im Straßenbau erweitern.

Verschleißteile

Beim Fräsen führen die Meißel die eigentliche Lösearbeit des Gesteins durch. Bedingt durch unterschiedliche Gesteinsarten und deren Härten sowie Zähigkeiten sind verschiedene Kopfformen erforderlich, um eine optimale Penetration ins Gestein zu gewährleisten. Zusätzlich zur Wahl der Trommel müssen für den effektiven Einsatz der Fräse die passenden Meißel gefunden werden – neben Standard- und Heavy-Duty-Meißeln für hartes und massives Felsgestein sind verschleißoptimierte Meißel für sehr abrasives Gestein verfügbar.

Ferner werden für die Anbaufräsen auch Holzfräsmeißel für Baumstümpfe angeboten. Der durch die Meißelhalter vorgegebene spezielle Eingriffswinkel jedes Meißels sorgt für die kontinuierliche Rotation der Meißel und ermöglicht auch das automatische Selbstnachschärfen der Hartmetallspitze beim Fräsen.     §

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