Flughafenbeton ist kein gewöhnlicher Abbruchbeton. Die Flächen müssen hohen Punktlasten, Schubkräften, dauerhafter Nutzung und extremen klimatischen Bedingungen standhalten. Entsprechend robust sind die Betonstrukturen ausgelegt. In der Praxis bedeutet das: hohe Druckfestigkeit, harte Zuschlagstoffe, eine dichte Betonmatrix und häufig eine hohe Abrasivität. Für den Recyclingprozess ist diese Kombination Fluch und Vorteil zugleich. Einerseits verlangt das Material nach einer leistungsstarken Brechtechnik mit ausreichend Reserven. Andererseits kann aus dem gebrochenen Material ein hochwertiger Recyclingbaustoff entstehen, wenn die Aufbereitung kontrolliert erfolgt. Besonders wichtig sind dabei eine definierte Kornverteilung, ein gleichmäßiger Materialfluss und eine Endkörnung, die für den späteren Einsatz im Tiefbau, Straßenbau oder in weiteren Recyclinganwendungen geeignet ist.
Kontrollierte Aufbereitung
Nach dem Ausbau der Betonplatten wird das Material zunächst bereitgestellt und vorzerkleinert. Die Vorzerkleinerung auf etwa 70 cm Kantenlänge ist ein wesentlicher Prozessschritt. Sie sorgt dafür, dass die Aufgabe in den Brecher gleichmäßiger erfolgt und extreme Einzelstücke reduziert werden. Das ist besonders bei hartem, dichtem Beton wichtig, weil übergroße oder unregelmäßige Stücke den Materialfluss beeinträchtigen und die Wirtschaftlichkeit des Brechbetriebs verschlechtern können. Anschließend wird das Material der »innocrush ic35« zugeführt. Die mobile Prallbrechanlage übernimmt die Hauptzerkleinerung. Durch die Prallzerkleinerung wird der Beton nicht nur gebrochen, sondern auch hinsichtlich Kornform und Kornverteilung gezielt beeinflusst. Gerade bei Recyclingmaterial ist das ein entscheidender Punkt, da das Endprodukt nicht nur kleiner, sondern auch bautechnisch verwertbar sein muss.
Nach dem Brechprozess folgt die Klassierung über die »is2«-Siebanlage. Sie trennt das Material auf die geforderte Endkörnung von 0 bis 45 mm. Überkorn kann bei Bedarf zurückgeführt werden, sodass ein kontrollierter Aufbereitungsprozess entsteht. Das Ergebnis ist ein definierter mineralischer Baustoff, der anschließend gelagert oder direkt in den weiteren Baustellenablauf eingebunden werden kann.