Henle Baumaschinentechnik GmbH Tüftlerfamilie feiert 45-jähriges Bestehen

Die Henle Baumaschinentechnik GmbH feiert in diesem Jahr ihr 45-jähriges Bestehen – und das bauMAGAZIN hat, gemeinsam mit Geschäftsführer Gerhard Henle, einen ganz eigenen »Blick zurück« gewagt. Zum einen steht, wie für ein solches Jubiläum üblich, der Werdegang des Unternehmens im Mittelpunkt. Und zum anderen hat die Redaktion hinterfragt, was tatsächlich »hinter der Fassade« steckt. Denn die Firmenhistorie zeigt, dass man erfolgreich und beständig gewachsen ist. Sie zeigt aber auch, dass das tatsächliche Erfolgsrezept der Firma weniger in hochtrabenden Business-Floskeln, sondern vielmehr in harter Familienarbeit zu finden ist. Und die war nicht immer geradlinig. Bei Henle ist man gemeinsam durch 45 Jahre gegangen – mit allen Ecken und Kanten, mit Erfolgen und Schrammen, die diese Branche gleichermaßen mit sich bringt.

Lesedauer: min | Bildquelle: Henle
Von: Dan Windhorst

Mein erster Besuch am Stammsitz von Henle im schwäbischen Rammingen liegt viele Jahre zurück – und in Erinnerung ist geblieben, dass Gerhard Henle in seiner gewohnt direkten Art aufzeigte, dass es keine teuren Krawatten und erst recht keine hochglanzpolierten Broschüren braucht, um in der Baumaschinenbranche zu bestehen. Im Gegenteil. »Wir sind umgeben von Machern: Wir entwickeln und produzieren Anbaugeräte für Leute, die tagtäglich damit arbeiten. Als Hersteller stehen wir deshalb in der Verantwortung neue Lösungen parat zu haben, die nicht auf dem Papier, sondern auf der Baustelle funktionieren«, so Gerhard Henle damals. Und an dieser Devise hat sich bis heute nichts geändert.

Technikbegeisterte Tüftler

Die Gründe für den Erfolg von Henle sind vielschichtig: Zum einen hat das mittelständische Familienunternehmen vom »Tüftlertum« profitiert. Seit der Gründung im Jahr 1981 haben sowohl der Vater Werner Henle als auch sein Sohn Gerhard Henle großes Interesse an neuer Technik bewiesen. Zum anderen hatte der Erfolg mit Mut zu tun: In der Anfangszeit verfügte das Kleinunternehmen über drei Mitarbeiter, ein Schweißgerät, eine Bohrmaschine und einen großen, schweren Hammer. Und den haben Vater und Sohn gehörig geschwungen: Zu Beginn konzentrierte man sich noch auf Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie den Vertrieb von Baggerverschleißteilen. Danach folgte der Verkauf von Anbaugeräten – später stieg Henle dann in die eigene Produktion ein. »Und ich erinnere mich noch gut an die Worte meines Vaters, als wir unsere Produktion und das Lager das erste Mal erweitert haben«, so Gerhard Henle schmunzelnd. »So viel Platz: Das reicht für die Ewigkeit.« In den Folgejahren weiterte das Unternehmen seine Produktions-, Büro- und Lagerflächen kontinuierlich aus. Investiert wird bis heute in hochmoderne Fertigungsanlagen – auch und gerade, um die Fertigungstiefe so hoch wie möglich zu halten.

45 Jahre fest in Familienhand

Was mit der Gründung durch Werner und Irene Henle begann und unter Gerhard und Gabriele Henle weitergeführt wurde, soll mit der nunmehr dritten Generation in die Zukunft getragen werden: Mit Christiane Henle, Tobias Gnann, Kevin Bee und Kathrin Henle-Bee werden heute in gleichberechtigter Weise unterschiedliche Unternehmensbereiche geleitet. »Und das gelingt, indem wir aufeinander achten, Kompromisse finden und füreinander dastehen«, wie Gerhard Henle anfügt. Auf die Frage hin, wie der Geschäftsführer auf die vergangenen viereinhalb Jahrzehnte zurückblickt, entgegnete er: »Wenn ich an die Gründung durch meinen Vater denke, dann überwiegen Stolz und Respekt. Gleichzeitig erleben wir aktuell wirtschaftlich unruhige Zeiten, sodass wenig Raum bleibt, ausführlich zurückzublicken. Wir sind mitten im Tagesgeschäft. Aber das Unternehmen hat sich immer wieder weiterentwickelt und auch schwierige Phasen gemeistert. Gerade deshalb lautet unsere Einstellung heute: Jetzt erst recht.« Die größte Veränderung, so Gerhard Henle weiter, begründe sich in der Digitalisierung: »Viele Prozesse sind einfacher geworden, aber eines hat sich nicht verändert: Der persönliche Kontakt zu Kunden und Mitarbeitern bleibt für uns unverzichtbar.«

Anbaugeräte aus eigener Hand

Zum aktuellen Zeitpunkt umfasst das Sortiment eine Vielzahl an Tief-, Tele-, Spaten-, Abbruch- und Sortierlöffel. Hinzu kommen zentrale Entwicklungen wie etwa die hauseigenen Schnellwechselsysteme »HQ« und »QuickChange«. Bedient wird außerdem das Rodungssegment mit Roderechen, Wurzelschneidern, Baggerrechen und zugehörigen Reißzähnen. Um die Bandbreite zu komplettieren, bietet Henle auch Schwenkeinrichtungen wie »PowerTilt« oder »HKS«, die in Kombination mit Henle-Schnellwechslern individuell für die jeweiligen Einsatzanforderungen gefertigt werden. Was bei Henle-Lösungen auffällt: Man tüftelt tatsächlich noch wie früher. Eine Geschichte, an die sich das bauMAGAZIN beispielsweise noch gut erinnert, ist die Überarbeitung der Sicherheitseinrichtungen von Schnellwechslern. Vorgeschrieben war, dass wirksame Sicherungen geschaffen werden mussten, um das Herabfallen von Anbaugeräten durch eine unvollständige oder fehlerhafte Verriegelung zu verhindern. Daraufhin, so Gerhard Henle, habe man damals den Produktions- und Technikleiter für mehrere Wochen in dessen Büro gesperrt, um eine hauseigene Fallsicherung zu entwickeln. Und ähnlich verhält es sich bis heute mit vielen weiteren Produkten. Trotz der heutigen Größe von Henle erfindet, bastelt, schweißt und hämmert man noch immer gemeinsam mit dem Ziel, anwendernahe Lösungen zu finden, die ohne große Erklärungen und Mehraufwand auskommen.

»Haben uns weiterentwickelt«

Auf die Frage hin, ob es in über 45 Jahren »das eine Ding« gab, das bei Henle alles verändert habe, reagierte Gerhard Henle mit einem Lächeln: »Einzelne Produkte waren nie der entscheidende Meilenstein, sondern die Entwicklung des Unternehmens selbst. Wir haben den Weg von der klassischen Schlosserei mit Schweißgerät und Hammer hin zu einer modernen industriellen Fertigung mit eigener Konstruktion und hochmodernem Maschinenpark geschafft. Unser größter Erfolg ist heute vielmehr die Fähigkeit, nahezu jede Kundenanforderung umzusetzen, von Standardprodukten bis hin zu individuellen Sonderlösungen.« Und auch hier wird deutlich, dass gerade die hohe Fertigungstiefe von Henle ein entscheidender Faktor war – und bis heute geblieben ist. »Das ermöglicht uns große Flexibilität und Unabhängigkeit.« So etwas kommt aber nicht von ungefähr: »Gerade weil wir vom kleinen Betrieb zum industriellen Hersteller gewachsen sind, mussten wir jeden einzelnen Entwicklungsschritt alleine gehen. Wir kennen die Branche von Grund auf und ich rate jedem, der wissen möchte, wie wir arbeiten, vorbeizukommen: Bei einem Besuch in Rammingen sieht man schnell, dass das, was wir versprechen, auch tatsächlich in unseren Produkten und unserer täglichen Arbeit steckt.«


In den vergangenen Jahren hat auch der Anbaugerätespezialist die Auswirkungen der Bauflaute zu spüren bekommen. Und obwohl die deutsche Politik darum bemüht ist, der Bauwirtschaft mit Reformen unter die Arme zu greifen, kritisiert Gerhard Henle die bis heute spürbare Bremswirkung durch Bürokratie: » Wir müssen wieder stärker ins Handeln kommen und Projekte schneller umsetzen.« Zum aktuellen Zeitpunkt bleibt abzuwarten, ob und wie beispielsweise der »Bauturbo«, die Digitalisierung der Genehmigungsverfahren und Vergabeprozesse, das Sondervermögen für Infrastruktur sowie der beschleunigte Wohnungsbau greifen. »Wir bei Henle sehen derzeit eine leichte Erholung und haben das Gefühl, die Talsohle hinter uns gelassen zu haben. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir eine weitere Stabilisierung und hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt. Grundsätzlich gibt es in der Baubranche nach wie vor viel zu tun. Entscheidend wird sein, wie schnell die geplanten Projekte tatsächlich umgesetzt werden«, so Gerhard Henle abschließend.

Firmeninfo

HENLE Baumaschinentechnik GmbH

Ringstrasse 9
89192 Rammingen

Telefon: 07345-96770

[12]
Socials