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Hatz: Den weltweit ersten Einzylinder-Diesel-Motor mit elektronischer Steuerung präsentiert

Der niederbayerische Motorenspezialist Hatz hat auf der Bauma den weltweit ersten Einzylinder-Diesel-Motor mit elektronischer Steuerung vorgestellt. Mit der neuen E1-Technologie schlägt Hatz die Brücke zwischen ­mechanisch geregelten Motoren und den Anforderungen moderner, digitalisiert arbeitender Unternehmen. Mit dem ebenfalls neuen Connected Services setzt Hatz einen weiteren Meilenstein, um erstmals leichtes Gerät, aber auch kompakte Maschinen, in die digitale Welt der Industrie 4.0 einzubinden. »Mit der Resonanz auf unsere Neuheiten sind wir sehr zufrieden«, erklärte Marketingleiter Stephan Gritsch im Gespräch mit dem bauMAGAZIN.

Die wichtigsten Komponenten der E1-Technologie sind das Motorsteuergerät, Sensoren und die Kraftstoffeinspritzung mit elektromagnetischem Ventil, das von Hatz in Kooperation mit Bosch entwickelt worden ist. Das Steuergerät misst kontinuierlich Drehzahl, Öldruck, Öl- und Motortemperatur, Betriebsdauer sowie Umgebungsdaten wie Luftdruck oder -temperatur, um einen optimalen Betrieb zu garantieren. Darüber hinaus können Maschinenhersteller und -betreiber motorrelevante Daten mithilfe des neuen Hatz-Diagnosewerkzeugs HDS2 und über CAN J1939 abrufen, beispielsweise für die Motoranalyse oder den Service.

Automatischer Startschutz

Neben der Motorsteuerung und der Erfassung der Motordaten für den Service sind mit der E1-Technologie zusätzliche Funktionen für einen erleichterten Betrieb möglich. »Dazu gehört zum Beispiel der automatische Startschutz zur Vermeidung von Starterschäden«, betonte Stephan Gritsch. »Auch die Leerlauferkennung zur automatischen Abschaltung bei zu langen Leerlaufphasen ist eine hilfreiche Funktion, um einen ineffizienten Betrieb oder einen unnötig hohen Verschleiß zu vermeiden.«

Eine Universalschnittstelle lasse jederzeit einen Datenaustausch mit dem Steuergerät zu, so Stephan Gritsch. Der Datentransfer in beide Richtungen diene einerseits der Analyse der Motordaten, andererseits dem Einspielen neuer Daten. »Auch lassen sich unterschiedliche Betriebsmodi einstellen, etwa eine konstante Drehzahl für bestimmte Anwendungen, ein Eco-Betrieb für emissionssensitive Umgebungen oder eine Anpassung des Motors an unterschiedliche Kraftstoffe.«


Schnittstelle eine Kernkomponente

Darüber hinaus sei die Schnittstelle der E1-Technologie eine Kernkomponente bei der Einbindung und Vernetzung von Maschinen in digitale Anwendungen und das Internet der Dinge. »Damit lässt sich erstmals auch kleines Gerät in die digitalen Anwendungen und Prozesse moderner Unternehmen integrieren.«

Prozesse beschleunigen

Mit Connected Services wolle Hatz die Lücke zwischen der industriellen Digitalisierung und bisher manuell gesteuerten und betriebenen Maschinen schließen, erläuterte Stephan Gritsch. Die Vernetzung mit automatisierter Übertragung von Motor- und Maschinendaten optimiere und beschleunige bestehende Prozesse – beispielsweise bei der Erfassung, Übertragung und Auswertung von Betriebsstunden, Verbrauchswerten, Motordrehzahlen, Temperaturen oder Drücken.

Im Zusammenspiel mit geeigneter Software ließen sich zum Beispiel Wartungen planen, Betriebstoffe und Ersatzteile nach tatsächlichem Bedarf ordern oder auch eine Einsatzplanung für Maschinen erstellen. Von Connected Services könnten Maschinenhersteller, Besitzer, Anwender, Werkstätten und Vermieter gleichermaßen profitieren.    Michael Wulf  ß

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