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DMS Technologie: »Wir geben jetzt richtig Gas und investieren weiter«

Wenn heute in der Baumaschinenbranche von DMS die Rede ist, dann weiß man in der Regel sofort: Das ist der Greifer-Spezialist. Mit seinem patentierten Greifer-Konzept für Bagger mit einem Einsatzgewicht von 1,5 t bis 22 t hat das 2008 von Walter Neumüller gegründete Unternehmen in kurzer Zeit seinen Bekanntheitsgrad enorm gesteigert. Jetzt macht die DMS Technologie GmbH mit Sitz in Fürth im Odenwald die nächsten Schritte: nach der Einrichtung einer neuen Fertigungslinie wird DMS künftig als OEM-Partner des finnischen Herstellers MultaVEX auch Sieblöffel anbieten, zudem einen eigenen Pendelgreifer auf den Markt bringen und darüber hinaus mit einer für DMS neuen und zum Patent angemeldeten Produktlinie auf der GaLaBau in Nürnberg Premiere feiern. »Wir geben jetzt richtig Gas und investieren weiter«, sagte Adam Geiß, der zusammen mit Walter Neumüller (Finanzen und Controlling) das Unternehmen leitet, beim ­Redaktionsgespräch mit dem bauMAGAZIN.

Dass ein vergleichsweise kleines Unternehmen in einem so hart umkämpften Marktsegment wie dem der Bagger-Anbaugeräte innerhalb we­niger Jahre so erfolgreich sein kann, führt Adam Geiß – neben der exakten Analyse der Marktgegebenheiten – vor allem auch auf das patentierte Greifer-Konzept zurück. Zu dessen wichtigsten Eigenschaften gehören eine spezielle, den Kolben vor Beschädigungen schützende Form des Hydraulikzylinders, ein niedriges Gewicht und eine kompakte Bauweise. Zudem gibt es aufgrund der innenliegenden Öldurchführung unterhalb des Drehmotors keine Hydraulikschläuche, die beschädigt werden können.

MultaVEX als Sieblöffel-Partner

Diese technischen Feinheiten und der Umstand, dass die DMS-Greifer exakt zum Einsatzgewicht des Baggers passen, haben laut Adam Geiß den Erfolg ermöglicht. Weshalb er auf skeptische ­Nachfragen, warum denn DMS jetzt auch noch »im gesättigten Markt der Sieblöffel« präsent sein möchte, antwortet: »Auch bei den Greifern hat man uns damals gesagt, der Markt sei gesättigt, es gebe genügend Hersteller. Bei den Sieblöffeln ist es jetzt ähnlich. Wir werden deshalb nach der gleichen Devise vorgehen und Sieblöffel anbieten, die optimal zum jeweiligen Bagger passen und dementsprechend leistungsfähig sind.« Adam Geiß hat deshalb MultaVEX als OEM-Partner für die Märkte in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz ausgewählt, weil die Löffel des finnischen Herstellers seiner Ansicht nach gleich mehrere Vorteile aufweisen. »Die Löffel sind sehr intelligent konstruiert, sehr robust und verschleißfest«, so Adam Geiß.

Auch das Sieben von Abbruchmaterial mit ­Baustahl sei möglich. Neben der einfach einstellbaren Siebgröße und dem geringen Eigengewicht überzeuge der Löffel zudem durch optimales ­Handling aufgrund seiner gewöhnlichen Tieflöffelform.


»Man kann mit dem Anbaugerät eigentlich wie mit einem Standard-Löffel baggern«, so Adam Geiß. »Die geniale Einfachheit der Sieblöffel ergänzt unsere Greifer perfekt.« Ein weiteres Ziel sei es gewesen, einen Sieblöffel auch für einen Minibagger in einem Preisniveau anbieten zu können, das zum Preis des Baggers passe. Insgesamt soll es 14 Löffelgrößen geben für Bagger im Bereich von 1,5 t bis 35 t. Denn Adam Geiß ist davon überzeugt, dass Material künftig vermehrt direkt auf der Baustelle verarbeitet wird, auch auf Baustellen im GaLaBau, denn: »Die Deponiekosten steigen eben­so rasant wie die Kosten für den Transport.

Jetzt bis zu 2 000 Einheiten möglich

Ebenfalls neu im DMS-Portfolio ist ein Pendel-Greifer für Bagger mit einem Einsatzgewicht von 1,5 t bis 9 t. »Dabei verwenden wir das gleiche Zylinder-Konzept wie bei unseren starren Greifern«, erläuterte der 45-Jährige. Entschlossen hat man sich zu dieser Entwicklung, weil Kunden immer öfter nach einem Pendelgreifer gefragt haben, vor allem für »Arbeiten im Kanalbau, beim Kabeleinbau oder für spezielle Aufgaben.« Zu den großen Vorteilen des Pendel-Greifers zähle, dass es keine Schläuche oder Kolbenstangen gibt, die beschädigt werden könnten. »Das macht ihn sehr robust und weniger anfällig gegen Verschleiß.«

Aber auch im klassischen Greifer-Segment will DMS kräftig zulegen. »Nach der Inbetriebnahme unserer neuen Fertigungshalle wollen wir in diesem Jahr rund 1 000 Einheiten produzieren«, sagte Adam Geiß, nachdem man zuvor auf etwa 600 Einheiten limitiert gewesen sei. Jetzt liege die Gesamtkapazität bei 2 000 Greifern. Ein weiteres großes Plus sei, dass man in der Fertigung auch aufgrund des Lagerbestands an Einzelkomponenten sehr flexibel produzieren und dementsprechend schnell die Produkte ausliefern könne. »Wenn es nötig ist, liefern wir den Greifer innerhalb eines Tages nach Auftragseingang«, so Adam Geiß. Was auch für die DMS-Händler von Vorteil sei. »Durch diesen Service müssen sie unsere Greifer nicht in ihr Lager aufnehmen.«

Zur Erfolgsgeschichte von DMS gehört auch, dass das Unternehmen für diverse Baumaschinenhersteller als OEM-Partner Sonderumbauten vornimmt. Eine langjährige Partnerschaft gibt es dabei mit Wilhelm Schäfer, dem deutschen Generalimporteur des japanischen Kompaktbagger-Spezialisten Takeuchi. Für den rüstet DMS derzeit vier Modelle zum Hybrid-Bagger um. So verfügen der TB 210 SH, der TB 216 SH, der TB 228 H und der TB 235 H nach dem Umbau durch DMS neben dem Dieselmotor auch über einen Elektromotor. Dank dem kann emissionsfrei gearbeitet werden, was heute vermehrt gefordert ist bei Sanierungs- oder Abbrucharbeiten in geschlossenen Umgebungen. Rund 120 Maschinen modifiziert DMS im Jahr für die Wilhelm Schäfer GmbH, bei der Adam Geiß lange Jahre lang als Technischer Leiter beschäftigt war.

Neue Produktlinie zum Patent angemeldet

Aber auch mit Kubota, dem japanischen Weltmarktführer von Kompaktbaggern mit einem Werk in Zweibrücken, arbeitet DMS zusammen. »Es gibt beispielsweise ein Projekt bezüglich des Bagger-Modells KX019-4, der einen zusätzlichen Hydraulikkreis benötigt, damit unser Greifer bedient werden kann«, erläuterte Adam Geiß. »Unser Interesse ist es, auch für Kubota verschiedene Leistungspakete zu entwickeln, die dann von dessen Händlern eingebaut werden.«

Grundsätzlich sei man aber bestrebt, so Adam Geiß, alle namhaften Baumaschinen-Hersteller und deren Händler sowie Handelsorganisationen mit DMS-Greifern und jetzt auch Sieblöffeln beliefern zu können. »Allein im Bereich von 0,9 t bis 8 t werden in Deutschland jedes Jahr rund 15 000 Bagger verkauft. Diese Zahl zeigt, wie groß das Marktpotenzial für DMS-Anbaugeräte ist.«

Die Umsatzentwicklung der vergangenen Jahre – so wurde DMS im März als eines der 1 000 am schnellsten wachsenden Unternehmen Europas ausgezeichnet – kann sich aber gleichwohl sehen lassen. Nach 1,5 Mio. Euro in 2014 und 7 Mio. Euro in 2017 wird der Umsatz in diesem Jahr laut Adam Geiß auf rund 10 Mio. Euro steigen. »Und wir investieren weiter«, sagte er und kündigte den Aufbau einer für DMS komplett neuen Produktlinie an, die schon zum Patent angemeldet ist. Um was für ein Anbaugerät es sich handelt, das wollte Adam Geiß vorab nicht verraten. »Premiere ist auf der GaLaBau in Nürnberg, wo wir auf unserem Hallenstand einen Hybridbagger in Aktion zeigen und zudem auf dem Demo-Gelände präsent sein werden.«     ß

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