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Bosch Rexroth: Debüt für Axialkolbenverstellpumpe und Radialkolbenmotor

Zur Bauma stellt Bosch Rexroth für den universellen Einsatz zwischen Mittel- und Hochdruck eine neue Axialkolbenverstellpumpe vor. Die A10VOH ist für vielfältige Anwendungen mit einem Nenndruck von 320 bar bzw. 350 bar und einer hohen Selbstsaugfähigkeit ausgestattet. In München debütiert ebenso mit dem MCR-S ein kompakter Radialkolbenmotor für effiziente Kettenantriebsanwendungen und mit dem Bodas-Drive eDA wird eine elektronische Steuerungslösung für hydrostatische Fahrantriebe gezeigt.

Zwischen den klassischen Grenzen von Mittel- und Hochdruck hat Rexroth mit seiner neuen Axialkolbenverstellpumpe A10VOH ein passendes Bindeglied geschaffen, das künftig Anwendungen bedienen kann, die bisher nur über Hochdruckeinheiten abgedeckt wurden. Darunter fallen Lenkantriebe, hydrostatische Lüfterantriebe und die Arbeitshydraulik. Darüber hinaus eignet sie sich auch für andere anspruchsvolle Aufgaben, die einen hohen Nenndruck und eine kompakte Bauform erfordern. Die A10VOH verfügt über eine hohe Selbstsaugdrehzahl. Bei einer zulässigen Nenndrehzahl von 2 300 min⁻¹ erreicht sie ein Verdrängungsvolumen von maximal 145 cm³.

Baumaschinen und ihre Komponenten müssen vor allem zuverlässig und robust arbeiten – auch unter extremen Einsatzbedingungen. Von Hydraulikeinheiten wird darüber hinaus erwartet, dass sie platzsparend und energieeffizient sind. Für Anwendungen, die zwischen den klassischen Grenzen von Mitteldruck (280 bar) und Hochdruck (350/380 bar) liegen, werden oft überdimensionierte und damit hochpreisige Hochdruckeinheiten eingesetzt. Für einen effizienten Betrieb im »light heavy-duty«-Bereich hat Rexroth mit der A10VOH (Baureihe 60, Nenngröße 145) ein passendes Bindeglied geschaffen.

Die neue Axialkolben-Verstellpumpe bietet einen zulässigen Nenndruck von 320 bar im Eckleistungsbetrieb bei maximalem Schwenkwinkel und Drehzahl. Bei reduziertem Schwenkwinkel steigt der zulässige Nenndruck bis auf 350 bar. Damit ­eignet sich die A10VOH beispielsweise zur Anwendung in Lenkantrieben, hydrostatischen Lüfterantrieben und der Arbeitshydraulik. Sie ist leicht und trotz ihrer Nenngröße von 145 cm³ so kompakt, dass sie den gleichen Bauraum benötigt wie die Rexroth A10VO (Baureihe 31, Nenngröße 100).

Kurz, leicht und effizient – Radialkolbenmotor MCR-S

Bosch Rexroth stellt auf der Bauma zudem den kompakten Radialkolbenmotor MCR-S für effiziente Kettenantriebsanwendungen vor. Die Neuheit soll mit hohem Wirkungsgrad und Dauerfestigkeit selbst bei hohen Temperaturen punkten.

Um eine noch kompaktere Lösung bereitzustellen, hat Bosch Rexroth die Feststellbremse an den Motorblock verlegt, den Zweigang-Schaltkolben in den Motorverteiler integriert und die Hauptanschlusslagen optimiert. Das Ergebnis ist nach Anbieterangaben ein bis zu 33 % kürzerer, 41 % leichterer und besonders einbaufreundlicher Motor mit optimiertem Wirkungsgrad und hoher Dauerfestigkeit.

Abgerundet wird die kompakte Bauweise durch die neue, speziell für Motorschluckvolumen zwischen 325 cm³ und 470 cm³ ausgelegte Rexroth-Baugröße MCR4 und ein 9-Kolben-Triebwerk, das für eine erheblich höhere Drehmomentdichte steht. In der Praxis erlaubt die 9-Kolben-Triebwerksanordnung eine Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs.

Der MCR-S weist alle entscheidenden Merkmale der Radialkolbenmotoren von Bosch Rexroth auf und bietet mit reibungsarmen Durchgangskanälen und Rotationselementen ein deutlich höheres Effizienzniveau. Dabei gewährleisten diese Eigenschaften zugleich auch präzise Regelbarkeit, maximalen Wirkungsgrad und höchste Dauerfestigkeit selbst bei hohen Temperaturen.


Elektronische Steuerungslösung für hydrostatische Fahrantriebe

Auf der Bauma zeigt Rexroth ebenso sein Bodas-Drive eDA – eine elektronische Steuerungslösung für hydrostatische Fahrantriebe. Bodas-Drive eDA ist wahlweise als komplett vorprogrammiertes oder als offenes, erweiterbares System verfügbar und ist eine elektronische Variante der von Fahrkomfort und Verlässlichkeit geprägten hydraulischen DA-Regelung des Herstellers. Die eDA eignet sich besonders für Radlader, Teleskoplader und Gabelstapler, aber auch für andere Anwendungen, die bisher traditionelle DA-Ansteuerungen nutzen. Als Basislösung mit voll elektronifizierter Fahrpumpe A4VG und Hydromotor A6VM soll die elektrohydraulische Lösung Herstellern neue Maschinenkonzepte und Zielmärkte öffnen.

Mit eDA bietet Rexroth ein umfängliches Paket, das die elektronische, drehzahlabhängige Verstellung eines hydrostatischen Getriebes umfasst. Für komplexere Antriebsarchitekturen mit Getriebe-Management soll die bewährte Steuerungslösung Bodas-Drive DRC essenziell bleiben. Bodas-Drive eDA ist eine elektronifizierte Lösung als Alternative zur rein hydraulischen DA-Steuerung für einfachere Antriebsarchitekturen.

Eine grafische Oberfläche in Kombination mit praktischen Anwenderhinweisen ermöglicht eine geführte Inbetriebnahme. Die Parametrierung der vorprogrammierten Funktionen basiert soweit möglich auf bekannten physikalischen Parametern der Maschine. Die Anzahl der Dynamikparameter ist auf ein Minimum reduziert und die Software-Struktur minimiert gegenseitige Abhängigkeiten. Das System ist auf eine strukturierte Schritt-für-Schritt-Optimierung ausgelegt. Kunden können spezifische Wünsche wie Bedienelemente oder Funktionen im Bereich des Fahrantriebs, der Arbeitshydraulik oder der Fahrzeugelektrik einfach integrieren oder in Zusammenarbeit mit Rexroth entwickeln lassen.

Die neue Pumpengeneration A4VG der Baureihe 35 ist mit der Bodas-Drive eDA-Software abgestimmt. Durch ihre integrierte Sensorik eignet sie sich besonders für den Einsatz in elektronifizierten Fahrantrieben. Das Design wurde anhand von Last­kollektiven für Fahrantriebe optimiert. Ergebnis sind eine ­kompakte Bauform und hohe Leistungsdichte mit einem Nenndruck von 400 bar und einem Höchstdruck von 530 bar.

In Kombination mit dem bewährten Verstellmotor A6VM unterstützt sie eine optimale Systemauslegung. Dieser wurde als Baureihe 71 von Bosch Rexroth im Wirkungsgrad optimiert und mit einer abgestimmten elektronischen Schnittstelle sowie einem integrierten Drehzahlsensor ausgestattet. Als zentrale Schnittstelle der Software und aller Komponenten dient das elektronische Steuergerät SRC-eDA der neuen Baureihe 40. Es kann flexibel im Fahrzeug platziert werden und bildet die Fahr- und Mehrwertfunktionen ab. Darüber hinaus sind auf dem Steuergerät die Sicherheitsfunktionen nach dem Standard EN ISO 13 849 auf Basis eines Monitoring-Konzeptes realisiert.    §

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