MAN Truck & Bus Deutschland GmbH Wenn es viel wegzukehren gilt

Im Herbst sind das Laub, im Frühjahr der Winterstreusplitt in den Gemeinden und Städten von den Straßen und Wegen zu entfernen. Auf Baustellen gehört nicht nur das Reinigen der Zu- und Ausfahrten auf das öffentliche Straßennetz zur täglichen Routine. Fahrbahnen und Plätze werden im Lauf der Zeit immer mal wieder gereinigt und gekehrt. Die Aufgabenvielfalt für Kehrmaschinen ist groß. Genauso vielfältig lauten die Anforderungen, die Kommunen, Dienstleister, Baufirmen und Fahrer an ihr Arbeitsgerät stellen. Vom Fahrgestell erwarten sie sich beste Wendigkeit, hohe Nutzlast, hohen Komfort für den Bediener, ausgezeichnete Zuverlässigkeit, universelle Aufbaufreundlichkeit und die Möglichkeit für unterschiedliche Antriebskonzepte der Kehraufbauten. MAN bietet dafür mit seinen neuen Baureihen TGL, TGM und TGS geeignete und branchengerecht konfigurierte Fahrgestelle an.

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Die kleinste MAN-Baureihe TGL ist bis zu 12 t zulässigem Gesamtgewicht erhältlich. Die Behältergröße der Kehraufbauten reicht von 4 m³ bis 6 m³. Weit verbreitet für diese Aufgaben ist der MAN TGM, der die Gewichtsklasse 12 t bis 18 t abdeckt und üblicherweise Behälter von 5 m³ bis 7 m³ trägt. Für Großkehrmaschinen mit hohem Leistungsbedarf im Einsatz auf Straßen, Autobahnen oder Großbaustellen eignet sich die MAN-Baureihe TGS, die es mit zwei, drei und vier Achsen gibt.

Den Fahrer in den Mittelpunkt rücken

Bei den neuen MAN öffnen die Türen rechtwinklig. Breite treppenartig angeordnete Stufen sowie lange Haltegriffe unterstützen dabei eine ergonomisch gerade Körperhaltung. Die neue Sitzgeneration weist einen größeren Einstellbereich als zuvor auf, eine bequeme Sitzposition mit passender Sitz- und Lenkradeinstellung soll sich leicht finden lassen. Und um den Fahrerarbeitsplatz lassen sich die Bedienelemente für die Kehrmaschine positionieren.


Die Gliederung des Cockpits in eine Bedien- und in eine Ableseebene unterstützt die Fahrerkonzentration auf das Verkehrsgeschehen. Mit einer zukunftsweisenden Gestaltung des Fahrerarbeitsplatzes bei der neuen Truck-Generation soll das Feedback widergespiegelt werden, das sich die MAN-Entwickler von mehr als 700 Fahrern einholten: Griffgünstig sind die Bedienelemente und Taster angeordnet, weiter entfernt vom Fahrer liegen die Anzeigen und Displays. Das soll die Anpassung der Augen beim Wechsel von der Fernsicht auf den Straßenverkehr zur Arbeitsebene mit den Instrumenten erleichtern. Deutlich überarbeitet hat MAN das Bedienkonzept, denn ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen, bedient der Fahrer nun die Getriebesteuerung, Dauerbremse und die Programmauswahl mit einem Lenkstockschalter auf der rechten Seite. Rechts oberhalb des Lenkrads befindet sich der Schalter für die optional erhältliche elektrische Feststellbremse. Diese Parkbremse aktiviert sich automatisch beim Abstellen des Fahrzeuges und löst sich beim Anfahren.

Eine exzellente Übersicht als Ziel

Seit Jahresanfang können alle MAN TGL, TGM, TGS und TGX mit dem digitalen Spiegelersatzsystem OptiView ausgestattet werden. Die Kameratechnik deckt die Bereiche neben und vor dem Fahrzeug lückenfrei ab und sendet das Bild auf, an den A-Säulen im Fahrerhaus befestigte, Monitore. Über die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen zu Sichtfeldern hinaus bietet OptiView somit eine Abdeckung größerer Sichtbereiche.

Links und rechts sitzen über dem Türrahmen Kameras in klappbaren Gehäusearmen. Die beiden Kameras für Nahbereich und Weitwinkel ersetzen Außenrück-, Weitwinkel- und Bordsteinspiegel. Eine Kamera an der A-Säule auf der rechten Seite übernimmt die Aufgabe des Frontspiegels. Klar erkennbare Bilder werden laut MAN dank der spritzwassergeschützten Montage selbst bei Regen und Frost geliefert. Letzteres ist durch eine in Abhängigkeit von der Außentemperatur arbeitende Heizung gegeben. Eine Software filtert Blendungen heraus, sodass eine tiefstehende Sonne oder der rückwärtige Verkehr nicht das Bild auf den Monitoren an der A-Säule beeinträchtigen können.

Das passende Chassis für die Kehrmaschine

Eine Kehrmaschine benötigt zwischen den Achsen freien Anbauraum für die Kehrwalze, Tellerbesen, Blas- und Saugschacht. Üblicherweise hängen bei einem Lkw am Rahmen Abgasanlage, Dieseltank und verschiedene Anbauten. Den erforderlichen Umbau vor der Auslieferung an den Aufbauhersteller übernimmt MAN Individual und verlegt Abgasanlage, Adblue-Tank mit Fördermodul, Dieseltank, Kraftstoffvorfilter, Luftkessel, Lufttrockner, 4-Kreis-Schutzventil und Batteriekasten.

Je nach Fahrgestellausführung und Aufbau kommen die Aggregate in ein Traggestell hinter das Fahrerhaus. Des Weiteren hebt MAN Individual das Fahr-Niveau um 30 mm an, um unter dem Rahmen mehr Bodenfreiheit für die Kehreinrichtungen zu erreichen.     t

 

Fakten

Offen für drei Antriebskonzepte

Um die Kehrmaschine in Einsatz zu bringen, gibt es drei Antriebskonzepte, die mit MAN-Fahrzeugen realisierbar sind:

Ein eigener, im Aufbau integrierter Motor treibt unabhängig vom Fahrzeugmotor im Fahrgestell das Gebläse und die Kehrgeräte an. Der Antriebsstrang im MAN, also die Kombination aus Motor, Getriebe, Achse und Achsübersetzung, wird so ausgelegt, dass die Lkw-typische Fahrgeschwindigkeit auf der Strecke sowie die niedrige Arbeitsgeschwindigkeit beim Kehren möglich sind.

Bei dem hydrostatischen Antrieb ist die Kardanwelle zwischen Getriebe und Hinterachse zweigeteilt zum Einbau eines Hydrostaten in der Mitte des Rahmens. Der bei der Fahrt zum Kehrort mechanische Antrieb vom Motor zur Hinterachse wird abgeschaltet, sobald die Kehrmaschine in Betrieb geht. Der Motor treibt dann über den vorderen Teil der Kardanwelle im Hydrostat eine Hydraulikpumpe an, die einen an der Hinterachse angeflanschten Hydraulikmotor mit Energie versorgt. Die niedrige Kehrgeschwindigkeit wird hydrostatisch erreicht. Eine zweite Hydraulikpumpe im Hydrostat übernimmt den Antrieb aller Aggregate im Aufbau.

Als drittes Antriebskonzept hat MAN TipMatic Sweeper entwickelt. Hierbei sorgt der MAN-Motor zum einen über die standardgemäße Kardanwelle für den Fahrantrieb des Fahrzeugs. Die Programmierung des automatisierten TipMatic-Getriebes in Verbindung mit einer Achsübersetzung von i = 5,29 ermöglicht sowohl die Fahrt mit lastwagentypischer Geschwindigkeit zwischen den Kehrorten als auch die geringe Arbeitsgeschwindigkeit im 1. Gang von ca. 2,5 km/h. Zum anderen geht direkt vom Motor an einem schwungradseitigen Nebenabtrieb eine Gelenkwelle zu im Fahrzeugrahmen montierten Hydraulikpumpen. Diese treiben alle Aufbaufunktionen hydraulisch an. Nutzlast und Bedienkomfort für den Fahrer sind bei dieser Bauform besser als bei den anderen Varianten. Der Verzicht auf einen Einbaumotor vermeidet zusätzliche Geräusch- und Abgasemissionen, Kraftstoffverbrauch und Wartungsaufwand. Ebenso soll die TipMatic Sweeper mit ihrem hydraulischen Aufbauantrieb gegenüber einem Hydrostaten bei der Wirtschaftlichkeit und dem geringeren konstruktiven Aufwand aufwarten.

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