Lissmac: Ein etwas anderes Verfahren für den Glasfaserausbau

Als dreimal schneller gelte Diamant-Trenching für das Verlegen von Glasfaserleitungen gegenüber der herkömmlichen Methode mittels Bagger und Schaufel, gibt der Maschinenbauer Lissmac zu bedenken. Das Erstellen des Grabens (Trenching) und Leerrohrverlegen erfolgt hier in einem Arbeitsgang, das Verfüllen des nur 30 mm breiten Schlitzes direkt im Anschluss. Das minimalinvasive Verfahren, das bevorzugt in verfestigtem Untergrund eingesetzt werde, spare damit Zeit, Geld und belaste die Anwohner weit weniger als jede Alternative. Diamant-Trenching nennt Lissmac als smarte neue Lösung für den Glasfaserausbau, das seine Vorteile gerade bei der Erschließung der »letzten Meile« ausspielen soll.

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Die Vorteile des Diamant-Trenchings in dicht besiedelten Bereichen zeigt ein Projekt im oberschwäbischen Bad Wurzach, der Heimatstadt von Lissmac. Graf Tiefbau aus Leutkirch im Allgäu hatte den Auftrag, rund 40 Glasfaserhausanschlüsse im Wurzacher Gewerbegebiet Ziegelwiesenweg herzustellen. Für die Trench-Arbeiten und die Verfüllung der Schlitze beauftragte man die OAT-Straßenbauprofis aus Oberpframmern, die dafür zwei Diamant-Trenching-Maschinen von Lissmac einsetzten. Lissmac-Anwendungstechniker begleiteten das Projekt mit Rat und Tat, schulten die Bedienmannschaft auf den Diamant-Trenching-Maschinen und halfen bei der Optimierung der Arbeitsabläufe.

Zwei Kilometer in 15 Tagen

»Wir reißen keine tiefen Gräben, sperren keine kompletten Straßen, blockieren nicht tagelang Grundstückszufahrten und hinterlassen keinen hässlichen Flickenteppich auf dem Asphalt. Nach einer Stunde können Anwohner wieder ihre Einfahrt nutzen, nach längstens 24 Stunden sind so gut wie alle Spuren beseitigt«, schildert Franz Bareth, Anwendungstechniker und Diamant-Trenching-Spezialist bei Lissmac, die Vorteile des Verfahrens. Etwa 1 m/min arbeitet sich die Lissmac-Diamant-Trenching-Maschine DT 60 durch den Wurzacher Untergrund und verlegt im gleichen Arbeitsgang bis zu 12 mm x 10 mm + 1 x 20 mm Leerrohre in den 38 cm tiefen Kabelkanal. »Wir würden 2 m/min schaffen, wenn der Boden unter dem Asphalt nicht so locker kiesig, sondern kompakter wäre«, so Bareth. Trotz widriger Bodenverhältnisse ist das Einbautempo hoch: Den 2 km langen Kabelkanal durch das Gewerbegebiet schneidet die DT 60 in 15 Arbeitstagen. Nach 17 Tagen ist das Projekt abgeschlossen, die Hausanschlüsse sind verlegt, die Schlitze verfüllt, verdich
tet und mit Gussasphalt versiegelt.

»Diamant-Trenching ist wesentlich schneller als das Ausbaggern der Kanäle. Der Bauunternehmer spart immens Personalkosten und kann die gewonnene Arbeitszeit in weitere Projekte stecken. Die schmalen Schlitze können sofort wieder mit dem Auto oder Lkw überfahren werden«, sagt Roland Gaile, Spartenleiter Diamant-Trenching bei Lissmac.


Die Stärksten kommen durch

38 cm tief und 30 mm breit auf einen Rutsch in den Asphalt zu sägen, bedeutet eine massive Belastung für die Trenching-Maschine. Herkömmliche Fugenschneider sind auf materialschonendes Stufenschneiden ausgelegt und wären überfordert. Die beiden kräftigsten Lissmac-Konstruktionen kommen für das Diamant-Trenching in Frage: Als Basis für die DT 60 dient das Fugenschneider-Flaggschiff Unicut 600. Für das 136-PS-Paket wurde ein Diamant-Trenching-Anbausatz entwickelt, bestehend aus einer speziellen Haube, die das zerspante Material seitlich ablegt. Auch integriert ist die Verlegeeinheit, die aussieht wie ein Pflug und die Leerrohre direkt dem Schneidblatt folgend auf der Kanalsohle positioniert. An die DT 60 angehängt ist der Kabelwagen, der aktuell bis zu 16 x 1-m-Rollen tragen kann.

»Unser Unicut 600 ist in der Diamant-Trenching-Ausführung DT 60 wie geschaffen für diese sehr anspruchsvolle Aufgabe. Er ist hydraulisch gesteuert, das macht den Schneidblattantrieb so extrem robust und volllastfest ohne nennenswerten Verschleiß. Richtig Freude macht es mir als Techniker, zu sehen und zu spüren, wie kraftvoll und laufruhig der Antrieb mit dem 100-kW-Deutz-Motor die hohe Last beim ›Trenchen‹ durchzieht. Und all das steuere ich zentimetergenau durch Antippen mit einem Finger per Joystick«, sagt Lissmac-Anwendungstechniker Bareth.

Im Team besonders schnell

Die Vorgabe an die DT 60 besteht darin, mindestens 1 m/min Strecke zu machen und den Kabelkanal der festgelegten Route folgend voranzutreiben. Zur Seite steht im Idealfall die etwas kleinere, wendige Lissmac DT 90, die flink die Abzweige zu den Hausanschlüssen erstellt. Hier dient der Multicut 900 als Basismaschine, deren 55 kW (74,8 PS) leistender Motor ein 800-mm-Schneidblatt antreibt, das 30 cm tiefe und 20 mm breite Fugen herstellt. Die größere DT 60 arbeitet mit einem 1 000-mm-Trenching-Blatt, eine Spezialanfertigung für extra tiefe (38 cm) und breite (30 mm) Schnitte.     t

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