Aktuelles Gewinnung / Aufbereitung / Brechen / Sieben

Keestrack: Krisenjahr erfolgreich gemeistert

Keestrack zieht Bilanz

Trotz erheblicher nationaler und internationaler Einschränkungen durch die Corona-Pandemie blickt die Keestrack-Gruppe auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr zurück. Positive Rückmeldungen von Händlerseite und zahlreiche angekündigte Produktneuheiten für 2021 geben Anlass zu einer nachhaltigen Verbesserung des Geschäftsverlaufs im kommenden Jahr.  

„Wie viele anderen internationale Hersteller von Baumaschinen und -ausrüstungen war auch Keestrack erheblich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen,“ unterstreicht Frederik Hoogendoorn, Geschäftsführer am belgischen Hauptsitz und weltweit verantwortlich für Vertrieb und Marketing innerhalb der Keestrack-Gruppe. „Dabei nahmen die Entwicklungen an unseren einzelnen Standorten einen sehr unterschiedlichen Verlauf, was uns nicht nur vor große Herausforderungen in den unmittelbaren Marktregionen, sondern auch in der Aufrechterhaltung unserer internen und externen Lieferströme sowie in der endkundenorientierten Lieferlogistik bei Anlagen und Ersatzteilen stellte.“

Bereits im Januar betraf dies den chinesischen Produktionsstandort in Chuzhou, der seinen Betrieb wie viele seiner lokalen Zulieferer im Zuge der nationalen Shutdown-Maßnahmen kurzfristig bis Mitte Februar einstellen musste. Gleiches dann ab Mitte März für sechs Wochen im italienischen Keestrack-Werk Ponzano und fast zeitgleich im erst 2019 eröffneten Montagewerk der indischen Keestrack-Tochter ETrack Crushers. „Unser europäisches Hauptwerk in Tschechien und die Zentrale in Belgien blieben geöffnet. Dank des großen Engagements unseres eigenen Personals und der externen Partner konnten wir hier trotz der corona-bedingten Einschränkungen in der Arbeitsorganisation und Transportlogistik die Produktion, Ersatzteilversorgung und Serviceleistungen durchweg aufrecht erhalten,“ erklärt Frederik Hoogendoorn. „Hier kamen uns auch die großen Investitionen zugute, die wir in den vergangenen Jahren in die digitale Vernetzung unserer eigenen Abläufe, aber auch in die weltweite Anbindung unserer Händler- und Servicepartner sowie den Datenaustausch mit Bestandsflotten und Einzelmaschinen bei unseren Endkunden getätigt haben.“

Angesprochen auf das wirtschaftliche Ergebnis unterstreicht Hoogendoorn: „Es ist derzeit wohl noch zu früh, den Geschäftsverlauf für alle Regionen exakt zu bilanzieren, zu unterschiedlich waren die Auswirkungen der Covid-Pandemie auf die einzelnen Märkte und deren Branchen. Zwar hatten wir international erfreulich wenige Auftragsausfälle zu beklagen, allerdings registrieren wir eine gewisse Zurückhaltung der Kunden bei langfristigen Investitionen. Geplante Erneuerungen oder Erweiterungen wurden verschoben, was uns insgesamt unsere Prognosen nach unten korrigieren ließ.“ Statt ursprünglich mit 20 % Umsatzwachstum gegenüber 2019 (ca. 116 Mio. Euro) rechnet die Keestrack-Gruppe jetzt konkret mit 7 % Steigerung in 2020.


„Ausgehend von den positiven Rückmeldungen unserer weltweiten Vertriebspartner, die sich durchweg ebenso entschlossen gegen die Krise stemmen, bleiben wir für 2021 weiterhin optimistisch. Hinzu kommt, dass wir auch im kommenden Jahr unser Angebot um wichtige Maschinenlösungen ergänzen und ganz neue Produktlinien einführen,“ so Frederik Hoogendoorn. Wiederum um 20 Prozent will die familiengeführte Gruppe 2021 ihren Umsatz weltweit steigern, was mit einem Ausbau des eigenen Personalbestandes von derzeit über 650 Mitarbeitern und des internationalen Vertriebsnetzes mit mehr als 65 Vertragspartnern in 46 Ländern einhergehen soll.

Revolution und Evolution

Eines der Schlüsselprodukte, die Keestrack bereits im Frühjahr 2021 vorstellen wird, ist die komplett neue raupenmobile Prallmühle Keestrack I4e, die sich dank der innovativen RIC-Brechertechnologie (Reversible Impact Crusher) sehr flexibel in der Nachzerkleinerung von Gestein und Recycling-Baustoffen (z. B. Asphalt, Schlacke) einsetzen lässt. Die spezifische Bauform des reversierbaren Horizontal-Prallbrechers mit großer variabler Brechkammer, leistungsfähigem Rotor (Ø 1100 mm; 4 Schlagleisten) und elektronisch überwachter, hydraulischer Spaltverstellung (+80 mm bis -220 mm bei neuen Werkzeugen) ermöglicht Aufgabestückgrößen bis 250 mm und durchgängig hochwertige Endkörnungen bis 0/2 mm im geschlossenen Kreislauf. Sekundär- und Tertiärbrechstufe lassen sich so in einer hochmobilen Anlage vereinen, was den Keestrack I4e vor allem hinsichtlich der Produktionsleistungen von 100 bis 250 t/h als sehr gute Alternative zu mobilen Kegelbrechern oder Vertikal-Prallbrechern positioniert. Hinzu kommen laut Keestrack systembedingt ein geringerer Verschleiß, eine bessere Qualität der Endprodukte (z. B. Kornform) sowie deutliche Energieeinsparungen bei typischen  Anwendungen (z. B. Sandproduktion 0/4 mm:  ca. -30 % ggü. Kegelbrechern; -30 bis -40 % ggü. VSI-Prallbrechern). Verantwortlich dafür ist auch das fortschrittliche diesel-elektrische Antriebskonzept der kompakten Anlage (Transport-LxBxH: 15,05 m x 3,00 m x 3,23 m), die inklusive Eindeck-Nachsieb und Rückführung rund 41 t wiegt. Die Antriebseinheit aus 283-kW-Diesel und 300 kVa-Generator ist wie bei anderen Keestrack-Großbrechern (H4e/H6e, B7e) als abnehmbares Drop-Off-Modul ausgeführt. Elektrische Antriebe für den Brecher (160 kW), Aufgeber, Förderbänder und Nachsieb sowie die Anlagenhydraulik ermöglichen den besonders kosteneffizienten und abgaslosen Plug-In-Netzbetrieb. Drei erteilte Patente zeugen von den innovativen Lösungsansätzen in der Entwicklung des Keestrack I4e RIC.

Als wichtige Ergänzung zu seinen emissionsarmen diesel-elektrischen Plug-in-Brechern und Siebanlagen präsentiert Keestrack jetzt das batteriebetriebene raupenmobile Haldenband Keestrack S5e. Als Alternative zu den diesel-hydraulischen/diesel-elektrischen Schwestermodellen S5/S5e und ist das 23-m-Haldenband mit einem 22,8 kWh-Lithium-Ionen-Batteriepack ausgestattet, das die Energie für den vollautarken elektrischen Betrieb des Raupenfahrwerks und der Hubhydraulik liefert. Damit lässt sich die 12,7 t selbständig ent- und verladen, auf der Baustelle verfahren und positionieren. Der Förderbandantrieb (max. 300 t/h bei 2,2 m/s) wird weiterhin über den serienmäßigen Plug-In-Netzanschluss bzw. über die externe Stromversorgung der vorgeschalteten Brech- oder Siebanlage versorgt. Das neue Modell ist ein weiterer Beitrag des Herstellers zur Verringerung lokaler Abgasemissionen auf Baustellen, in der Baustoffproduktion bzw. -aufbereitung und bietet durch den Ersatz von Onboard-Diesel und großvolumiger Bordhydraulik Vorteile durch den Batterie-Antrieb in Handling und Wartung.

Buchstäblich ganz neue Wege beschreitet Keestrack mit seinem neuen Programm an Straßenfräsen. Unter Federführung von Keestrack-China arbeitete ein internationales Team von internen und externen Spezialisten über insgesamt fünf Jahre an dem Kaltfräs-Konzept und stellt nun mit der Keestrack F6 das erste Serienmodell vor. Herzstück ist die leistungsfähige Fräswalzeneinheit mit einem spezifischen Meißeldesign, das hohe Fräsleistung, schnellen Materialaustrag, weniger Verschleiß und damit eine hohe Lebensdauer gewährleisten soll. Die Arbeitsbreite des 30-t-Modells mit 447-kW-starkem Cummins-Antrieb beträgt 2000 mm, die Arbeitstiefe bis 320 mm. Weitere Kennzeichen sind laut Keestrack ein modernes, ergonomisches Design, große Schwenkwinkel des Austragsbandes sowie effiziente Staubunterdrückungssysteme. Seit über zwei Jahren bewähren sich Prototypen und Vorserien-Modelle der Keestrack-Straßenfräsen in großangelegten Praxistests in ganz China, wo die neue Baureihe auch produziert wird. Parallel zur Einführung am dortigen volumenstarken Markt und in Südostasien arbeitet Keestrack an Strategien für weitere Regionen, die neben dem Aufbau eines spezifischen Vertriebs- und Servicenetzes auch den mittelfristigen Ausbau des  Modellangebots umfassen sollen.

FIRMENINFO

Keestrack N.V.

Taunusweg 2
B3740 Munsterbilzen

Telefon: +32 89 515851
Telefax: +32 89 515850

Nach oben
facebook Instagram youtube twitter rss LinkedIn