Hyundai Construction Equipment Europe »Think Further – Think Future« setzt klare Akzente

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: Hyundai Construction
Von: Dan Windhorst

Zwei Dinge hat der Messeauftritt von Hyundai Construction Equipment (HCE) zweifelsohne mit sich gebracht: Eine zukunftsweisende Vision und viele staunende Gesichter. Für Letzteres dürfte sicherlich die Premiere des wasserstoffbetriebenen Mobilbaggers HW155H verantwortlich sein, bei dessen feierlichen Enthüllung die bauMAGAZIN-Redaktion vor Ort war und die Gelegenheit nutzte, gleichzeitig einen Blick auf die neu entwickelten Minibagger zu werfen, die Hyundai für München als Weltpremiere im Gepäck hatte.

Der Umfang neu vorgestellter Hyundai-Maschinen war groß. Dem voraus ging allerdings die erklärte »Hausaufgabe«, den europäischen Markt, aber auch sich selbst noch stärker zu hinterfragen. »Dieses Jahr ist gespickt mit wichtigen Entscheidungen: Das betrifft zum einen unsere Aktivitäten auf dem europäischen Markt – insbesondere mit Blick auf unsere Minibagger. Zum anderen haben wir die Vision, eine zukunftsorientierte Markenidentität zu schaffen. Und genau die möchten wir hier auf der Bauma mit Ihnen teilen«, sagte Cheol-Gon Choi, CEO bei Hyundai Construction Equipment (HCE), der auf das geltende Hyundai-Motto »Think Further – Think Future« anspielte und damit, rückblickend betrachtet, keinesfalls zu hoch gegriffen hatte. Zum Hintergrund: »Seit über 27 Jahren exportieren wir Maschinen nach Europa, das hat uns dazu mo­tiviert, diesen Weg weiter zu denken«, so Sungwoo Lee, Geschäftsführer bei HCE Europe. »Unser erklärtes Ziel ist es, dem europäischen Markt mit mehr Flexibilität zu begegnen und für schnellere Lieferzeiten zu sorgen. Wir haben außerdem verstanden, wie wichtig das Minibaggersegment innerhalb Europas ist, und nutzen nun unser Know-how sowie die Erfahrung der Händler und Anwender, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.«

Acht kleine Kraftpakete

Mit Einsatzgewichten von 1,7 t bis 5,5 t soll die neu eingeführte Reihe an Kompakt- und Midibaggern der A-Serie weniger Emissionen, eine erhöhte Hydraulikkapazität und einen verbesserten Bedienkomfort auf europäischen Baustellen bieten.

Anlässlich der Bauma sprach Cheol-Gon Choi, CEO bei HCE, von wichtigen Entscheidungen, die hinsichtlich der Aktivitäten auf dem europäischen Markt notwendig sind, und ging dabei auf die Vorstellung der neuen Minibagger sowie die Schaffung einer zukunftsorientierten Marktidentität ein.

Die neuen Maschinen komplettieren laut Hyundai die bisherige Palette von Kompaktbaggern, die nunmehr vom kleinsten 1 t schweren HX10A Micro bis zum vielseitigen HX85A reicht, der bei Ausrüstung mit Verstellausleger im Segment von 9 t bis 10 t konkurriert. Insgesamt stehen laut Hubertus Münster, Sales & Marketing Director bei HCE, acht neue Modelle in den Startlöchern, die nicht zuletzt durch das auffällige Tiger-Eye-Design in den Mittelpunkt geraten. In den Modellen bis 3,5 t finden sich Kubota-Motoren, während in den Maschinen ab 4 t Yanmar-Motoren zum Einsatz kommen. Beide, so Hubertus Münster weiter, versorgen die kompakten Bagger mit hoher Leistungskraft.

Ausgestattet sind außerdem alle Modelle über 4 t mit dem Load-Sensing-Hydrauliksystem. Für alle acht Maschinen gilt hingegen die optionale Ausstattung mit Proportionalsteuerung per Joystick, Schnellwechslerverrohrung und Sicherheitsventilen an Ausleger-, Löffelstiel- und Planierschildzylindern. Hervorgehoben hatte der Hyundai-Experte zudem die neue Kabine, die mehr Komfort und damit angenehmeres Arbeiten ermöglichen soll. Sie ist bei den Modellen über 3,5 t übrigens kippbar, was den Zugang für Servicearbeiten deutlich erleichtern dürfte.

Elektrokonzept auf den Weg gebracht

Ein weiteres Highlight aus dem Segment der Mini-Bagger war der Konzept-Kompaktbagger 18E. Er basiert auf der Robex-Kompaktserie und bringt es inklusive Schutzdach auf 1,8 t, in der Vollkabinenversion hingegen auf 2 t Einsatzgewicht. Elektrisch versorgt wird der 18E über ein 20,7-kW-Batterie­paket, das laut Hubertus Münster ausreichend Energie für einen Tagesbetrieb bei normaler Nutzung mit sich bringt. Für das generelle Nachladen werden hingegen rund 5,6 h benötigt, insofern eine 220-V-Stromquelle vor Ort genutzt wird. Angetrieben wird der Konzeptbagger über einen Elektromotor mit 13 kW Leistung, der von einem Inverter gespeist Spitzenleistungen von 27 kW bringt. Dies wiederum treibt die Hydraulikpumpen der Ma­schine in der gleichen Weise wie bei einem herkömmlichen 1,8-t-Dieselmodell an, wobei die elektrische Energie im Elektromotor laut Hersteller in mechanische Energie umgewandelt und dann an das Hydrauliksystem weitergeleitet wird.

Seit mehr als 27 Jahren exportiert der Hersteller Maschinen nach Europa. »Unser erklärtes Ziel ist es, dem europäischen Markt künftig mit mehr Flexibilität zu begegnen und für schnellere Lieferzeiten zu sorgen. Wir haben außerdem verstanden, wie wichtig das Minibagger-Segment innerhalb Europas ist, und nutzen nun unser Know-how sowie die Erfahrung der Händler und Anwender, um diesen Anforderungen gerecht zu werden«, betonte Sungwoo Lee, Geschäftsführer HCE Europe.

Grundsätzlich verfügt der 18E über eine Losbrechkraft von 15,1 kN bei einem 0,04 m³-Tieflöffel und eine Reißkraft des Löffelstiels von 9,4 kN. Bei dem mit einem 1 800-mm-Mono-Ausleger und einem 960-mm-Löffelstiel ausgerüsteten Bagger beträgt die maximale Grabtiefe 2 405 mm, während die Grabreichweite bei 4 110 mm liegt. Er ist mit einem Stützschild für zusätzliche Stabilität und erhöhte Grabkraft sowie einem Hyundai-Schnellwechsler für den zeitsparenden Tausch von Anbaugeräten ausgerüstet.

Ein Fazit hierzu: Das Kompaktbaggerkonzept soll laut HCE zu marktreifen Modellen führen, die für Kunden in Europa angeboten werden. »Wir sehen zurzeit eine starke Tendenz in Richtung der Maschinen mit Elektroantrieb, die nicht ignoriert werden kann«, sagte Gert Peeters, Produkt-Manager bei HCE Europa. Dies, so der Produkt-Manager weiter, gelte hauptsächlich für die kleineren Maschinen wie Kompaktbagger.

Als Sales & Marketing Director bei HCE hatte Hubertus Münster die ehrenvolle Aufgabe, u. a. die acht neuen Modelle der Kompaktbaggerserie A vorzustellen.

Auf Wasserstofftechnologie gesetzt

Feierlich wurde es, als HCE auch noch das Geheimnis um den neu konzipierten Mobilbagger HW155H lüftete – eine mit Wasserstoff-Brennstoffzelle ausgestattete Konzept-Maschine (das bau­MAGAZIN berichtete in Heft 10/22, Seite 40), die gleich vor Ort ihr Können unter Beweis stellen durfte. Bei rund acht Stunden Einsatzdauer, so Hyundai, soll der 14 t schwere Bagger innerhalb von nur zehn Minuten wieder voll beladen sein. Im Gegensatz zum dieselbetriebenen Mobilbagger ist bei der Maschine mit Wasserstoffantrieb eine Brennstoffzelle im hinteren Teil des Oberwagens angebracht. Diese setzt die chemische Reaktion des gespeicherten Wasserstoffs mit Sauerstoff aus der Luft voraus. Aus dieser Reaktion erzeugt die Brennstoffzelle elektrische Energie, und ein Umrichter wandelt diese Energie in nutzbare elektrische Leistung um. Ein Elektromotor treibt dann die Hydraulikpumpe an, die wiederum die Maschine bewegt. Die einzige Emission des Brennstoffzellenstapels ist Wasser, eine Kombination aus Wasserstoff und Sauerstoff. Wenn dieser Wasserstoff mit erneuerbarer Energie wie beispielsweise von Offshore-Windparks erzeugt wird, führt dies zu einem Maschinenantrieb mit extrem niedriger CO₂-Bilanz.


Beim Bagger wird der Wasserstoff auf der rechten Seite der Maschine gegenüber der Fahrerkabine in Hochdrucktanks gespeichert. Diese bewährte Technologie wird bereits im Brennstoffzellen-Pkw Nexo eingesetzt. Das Auto nutzt die zweite Generation der Brennstoffzelle von Hyundai Motors, die kleiner, leichter und stärker ist als das Original im ix35. Die Zelle liefert laut Hersteller einen Systemwirkungsgrad von 60 % bei einem Verbrauch von 0,95 kg H₂ pro 100 km Fahrstrecke und ermöglicht dem Nexo eine Reichweite von bis zu 666 km. Dennoch dauert das Betanken nur wenige Minuten und nicht mehrere Stunden wie das Aufladen eines E-Fahrzeugs mit reinem Batterieantrieb. Alles in allem hat HCE vor und während der Bauma wirkungsvolle Technologien, wichtige Neuerungen sowie neue Wege versprochen – und das haben sie, nunmehr rückblickend betrachtend, auch wirklich eingehalten.    d

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