FAE Central East Europe GmbH In Venetien die Radwege stabilisieren

Radwege sind auch in Italien aktuell ein wichtiges Thema. Viele Provinzen und Kommunen investieren in den Bau neuer Radstrecken bzw. in die Verbindung bestehender Wege, um diese besser nutzbar zu machen. Das Projekt »Bicitalia«, das ganz Italien abdeckt und zum Ziel hat, ein zusammenhängendes nationales Radwegenetz zu schaffen, gilt als das vielleicht repräsentativste Beispiel hierfür. In der Provinz Padua entsteht beispielsweise ein 32 km langer Streckenabschnitt – im Einsatz ist hierfür Technik des italienischen Herstellers FAE.

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Der Radweg »Anello delle città murate« (Ring der befestigten Städte) soll die Städte Monselice, Este, Montagnana, San Salvaro, Merlara und Vighiozzolo d’Este verbinden. Die Route durchquert die Bassa Padovana, die Euganeischen Hügel sowie die Scodosia und wurde im Jahr 2020 teilweise fertiggestellt. Das Unternehmen F.A.I. aus Fossò, das seit 1981 in Venetien, der Lombardei, im Friaul sowie der Emilia Romagna tätig ist und auf Erd-, Asphaltierungs-, Abfalltransport-, Eisenbahn- und Forstarbeiten spezialisiert ist, hat u. a. den Auftrag für die Bauarbeiten auf diesem Abschnitt des Radweges erhalten. Hauptakteur bei dem Projekt ist eine im Juni 2021 angeschaffte FAE-Multifunktionsfräse MTM/HP, kombiniert mit einem Deutz-Traktor des Typs 9340 TTV.

»Der Abschnitt der Baustelle, für den wir zuständig sind, verläuft entlang des orografisch linken Ufers des Kanals Scolo Fontana zwischen Villa Bartolomea und Chiesa Vecchia bei Montagnana: Es handelt sich um eine Böschung aus eher weichem, sand- und lehmhaltigem Aufschüttungsmaterial mit einigen kleineren Steinen«, erklärt Federico Giora, der zusammen mit Alberto Giora das Unternehmen F.A.I. führt.

Das bestgeeignete Bindemittel

»Als wir mit den Arbeiten begannen, war das gesamte Gelände von Spontanvegetation, hauptsächlich Gras, Wildkraut und kleinen Sträuchern, bedeckt. Also begannen wir mit der Abtragung der Grasnarbe, wobei wir den Deutz 9340 TTV mit Scheiben­egge und Planierhobel einsetzten. Anschließend haben wir Bodenproben entnommen und im Labor analysieren lassen, um herauszufinden, welches Bindemittel sich am besten für die Stabilisierung eignet: Zwischen Kalk und Zement haben wir uns für Zement entschieden«, berichtet Federico Giora.

Eine Schicht aus stabilisiertem 0 – 20-Schotter wurde auf den Boden aufgebracht, auf die mit dem Bindemittelstreuer dann der Zement aufgetragen wurde. »An dieser Stelle kam unsere FAE MTM/HP zum Einsatz, die den Boden in zwei aufeinanderfolgenden Durchgängen bearbeitete. Nach ihrem Einsatz zeigte sich der Boden sofort stabilisiert und mit einer völlig einheitlichen Korngröße«, so Federico Giora.


Anschließend griff man auf eine 20 t schwere Eisen-/Gummiwalze zurück, die den Boden in mehreren Durchgängen verdichtete, und der Planierhobel, um den Boden optimal zu formen. Ein letzter Durchgang mit der Verdichterwalze sorgte für die endgültige Verdichtung. Auf diese nun vollkommen ebene Fläche wurden dann der Asphalt und eine Splittauflage aufgetragen (auch »Drei-Schicht-Behandlung« genannt, eine Mischung aus Bitumen und Kieselsteinen), die einen sehr natürlichen »Kieseffekt« erzeugt und für das Befahren mit Fahrrädern geeignet ist. »Das Radfahren auf einer solchen Strecke ist angenehm und sicher: Es gibt keine Schlaglöcher, Unebenheiten, Pfützen oder andere Hindernisse, die den Radfahrern Probleme bereiten könnten«, betont Federico Giora.

Auch die Techniker vor Ort waren des Lobes. Alberto Giora nennt bedeutsame Pluspunkte: »Der Boden wird bis zu einer Tiefe von 40 cm mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 1,5 km/h bearbeitet. Dabei beträgt der Kraftstoffverbrauch etwa 40 l/h bis 45 l/h. Bis zum Ende der Bauarbeiten werden wir insgesamt 162 000 m² Land stabilisieren – mithilfe dieses Fahrzeugs sind wir sicher, immer mit voller Auslastung zu arbeiten.«

In puncto Verschleißfestigkeit der Originalwerkzeuge wusste die FAE-Technik ebenso zu überzeugen: »Die Maschine hat bereits mehr als 400 Betriebsstunden auf verschiedenen Geländetypen hinter sich und es gibt keine Anzeichen von Verschleiß an den Werkzeugen – wir verwenden immer noch den Originalsatz, der beim Kauf der Maschine im Juni 2021 montiert wurde«, so Alberto Giora. Sehr zufrieden sei man auch mit der Leistung der MTM/HP auf Böden mit Steinen und Kieselsteinen: dies sei nicht bei allen Modellen auf dem Markt gegeben.

Weitere Pluspunkte, die auf der Baustelle mit der Kombination aus Deutz 9340 TTV und FAE MTM/HP registriert wurden, waren die Geschwindigkeit im Rückwärtsgang und die gute Sicht nach hinten.

Vielseitigkeit zählt

Das F.A.I.-Team lobte besonders die Vielseitigkeit der Maschine und ihre leichte Transportierbarkeit. »Wir können sie schnell und problemlos von einer Baustelle zur anderen bewegen, wobei wir mit dem Traktor normale Asphaltstraßen und Fahrbahnen befahren, ohne dass Spezialfahrzeuge erforderlich sind. Das bedeutet eine große Zeit- und Kostenersparnis«, sagt Alberto Giora.    t

 

Fakten

Multifunktionsfräsen punkten

Die FAE-Multifunktionsfräsen MTM sowie MTM/HP können mit Traktoren von 240 PS bis 360 PS kombiniert eingesetzt werden und ermöglichen die Stabilisierung des Bodens, das Zerkleinern von Steinen und das Fräsen von Asphalt mit einer Arbeitstiefe von bis zu 40 cm.

Dank kompakter Abmessungen und hoher Wendigkeit lässt sich die in Venetien eingesetzte MTM auf Flächen nutzen, die mit selbstfahrenden Maschinen schwer erreichbar sind.

Eines der wichtigsten Merkmale dieses Modells ist die variable Geometrie der Zerkleinerungskammer. Die Lösung ermöglicht die Durchdringung des Bodens allein durch den Rotor, der von der Traktorkabine aus hydraulisch regelbar ist. Das Volumen der Kammer ist variabel: Je höher die Arbeitstiefe, desto größer das Volumen der Kammer. Im Vergleich zu einer Maschine, die mit dem Rahmen in den Boden eindringt, reduziere die Kammer mit variabler Geometrie laut FAE die Traktionskräfte und sorge für einen geringeren Kraftstoffverbrauch, eine erhöhte Betriebsgeschwindigkeit und eine größere Zeitersparnis. Die Kammer mit variabler Geometrie garantiere zudem optimale Zerkleinerungsergebnisse. Zudem würden die Gegenschneide aus verschleißfestem Hardox und das Gitter an der Heckklappe die gewünschte Korngröße des bearbeiteten Materials gewährleisten.

Zur Standardausrüstung gehören die hydraulisch verstellbare Front- und Heckklappe, austauschbare Hardox-Verschleißplatten, ein vollständig geschlossener, staubdichter Rahmen, ein interner Seitenschutz, Schutzketten, die verstellbare Hardox-Gegenschneide, Zahnradgetriebe, Getriebe mit Freilauf, Kardanwelle ohne Drehmomentbegrenzer (HP-Version) oder mit Drehmomentbegrenzer in der klassischen Version, seitliche Kardanwellen mit Kupplung, angeschraubte Rotornaben aus geschmiedetem Stahl, verstellbare Kufen und federgedämpfte Dosierklappen.

Zum für die MTM erhältlichen Zubehör gehören eine 3-Punkt-Anbauverlängerung, ein optionaler Rotor mit Fräszähnen, ein hydraulischer Oberlenker, eine WSS-High-Flow-Wasserinjektionsanlage und eine FCS-Injektionsanlage:

Das Wassersystem WSS High Flow wird von einem Hydraulikmotor angetrieben und ist mit einer Pumpe mit hoher Förderleistung ausgestattet. Das System soll eine bessere Durchmischung ermöglichen. Die hohe Förderleistung der Pumpe begrenzt laut FAE nicht nur die Temperatur der Werkzeuge, was das Fräsen und Asphalt-Recycling ermöglicht, sondern soll auch dazu beitragen, den Feuchtigkeitsgehalt des Bodengemischs zu erhöhen, sodass sich die Maschine für Stabilisierungsarbeiten eignet.

Das automatische Injektionssystem FCS Full Control System von FAE ist für eine exzellente Abgabe und Verteilung von Wasser bzw. die Stabilisierung mit flüssigen Bindemitteln entwickelt worden. Mit dem intuitiven System kann der Bediener die exakte Flüssigkeitsmenge je nach Straßenfläche (l/m2) oder Mischvolumen (l/m³) auf dem Display bestimmen.

 

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