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DLL: Finanzierer will einen Blick in die Zukunft wagen

Digitalisierung am Bau, autonomes Fahren, Umweltschutz oder Elektrifizierung des Fuhrparks sind Schlagwörter, mit denen die Baubranche im Augenblick auf Messen jongliert.

Das bauMAGAZIN hat Peter Lingner, Country Sales Manager, und Katrin Podewils aus dem Marketing bei De Lage Landen (DLL), gefragt, wie sich die Branche aus Sicht des Finanzierers entwickelt hat, welche Technologien auf dem Vormarsch sind und welche Rolle dabei das Thema Nachhaltigkeit spielt.

Unzuverlässige Auftraggeber, ein veralteter Fuhrpark, überfällige Modernisierungsmaßnahmen oder leere Auftragsbücher zwingen Unternehmen schnell mal in finanzielle Bedrängnis. Zusätzliche Investitionen bleiben da nicht aus, weshalb häufig Finanzierungsspezialisten wie De Lage Landen (DLL) auf den Plan treten.

In der Baubranche, im Transport und in der Industrie setzt DLL zum Beispiel auf die Bevorratung mit Neumaschinen, Inzahlungnahme von Gebrauchten oder die Refinanzierung von Mietparks. Und das sind Standards, die laut Peter Lingner der Branche Sicherheit und Beständigkeit liefern sollen. So werden zusätzliche Kredite oder Refinanzierungen beispielsweise dann notwendig, wenn Großaufträge winken, die Maschinen, Lagerkapazitäten oder Mitarbeiterzahl dafür aber nicht ausreichen. Ohne solche Optionen würden laut Lingner Unternehmer ins Stocken geraten oder den Anschluss an die Weiterentwicklung der Branche verlieren. Rund 25 % des DLL-Portfolios ist in Bau und Industrie angesiedelt, bei einem Gesamtumsatz von etwa 800 Mio. Euro und einem Ge­schäftsvolumen von ca. 1,4 Mrd. Euro handelt es sich dabei um eine merkliche Kenngröße. Spannend, so Lingner, sei in diesem Zusammenhang, wie stark sich einzelne Unternehmer, unabhängig von der Größe, in den letzten Jahren um den technologischen Wandel der Baubranche bemühten. Besonders im Bereich der Digitalisierung habe sich für Baumaschinen ein breites Feld aufgetan, das nach Ansicht des Finanzierungsexperten umfassende Veränderungen mit sich bringen könne.

»Wir drehen die Zeit zehn Jahre nach vorn«

Gerade weil sich die Branche derzeit wandelt, sind auch Finanzierer wie DLL daran interessiert, diesen Umschwung zu hinterfragen: »In unserer Partnerakademie in Düsseldorf haben wir mit den Teilnehmern zehn Jahre in die Zukunft geblickt. Und es war interessant zu sehen, wie dicht Fantasie und Wirklichkeit mittlerweile beieinander liegen. Der Traum von selbstständig fahrenden und mitdenkenden Baumaschinen ist bald ebenso Realität, wie die Verwendung von Drohnen oder der Einsatz von 3D-Druckern, um ganze Bau- und Maschinenteile zu konstruieren«, berichtet Peter Lingner.

»Wir müssen erkennen, dass die Zukunft diesem Technologietrend gehört. Und genau da sehe ich auch die Stärke von DLL. Wir gehen früh in die Märkte, wollen neue Ideen begleiten und auch umsetzen. Zero-Emission oder Batterien für Elektro-Baumaschinen als Leasing-Idee zum Beispiel stellen für uns aktuell spannende Projekte dar. Zusammengefasst kann man sagen, die technischen Möglichkeiten sind längst da, um auch in der Baubranche für Veränderungen zu sorgen«, ergänzt Lingner.

Neues Whitepaper für mehr Nachhaltigkeit

Auch das Thema Nachhaltigkeit stellt aus Sicht von DLL ein zentrales Thema dar, das »simultan zum technologischen Fortschritt der Maschinen« verläuft. Sei es das Recyceln von Materialien und Baumaschinen oder die Wiederaufbereitung: »Um Kunden besser adressieren, Geschäftsprozesse nachhaltig rationalisieren und neue Geschäftsfelder erschließen zu können, stellen Unternehmen auf die Kreislaufwirtschaft um«, so Katrin Podewils.

Bekannt ist die Kreislaufwirtschaft auch als ­zirkuläres Geschäftsmodell. Bei DLL werden die geschäftlichen und operativen Auswirkungen beim Übergang zur nachhaltigen Unternehmensstrategie genauer unter die Lupe genommen. Die wichtigsten Merkmale und Erkenntnisse dieser Untersuchung lassen sich im neuen Whitepaper »Managing the impact of compliance on life cycle management« nachlesen.

»Eine Kreislaufwirtschaft ist darauf ausgerichtet, wirtschaftlichen Erfolg und die Belastung der Umwelt durch die Nutzung natürlicher Ressourcen voneinander zu trennen«, heißt es dazu in einer Mitteilung des Finanzierungsspezialisten. Insbesondere gehe es darum, Ressourcen mit mehr Bedacht einzusetzen und mehrfach zu nutzen, was die Wertschöpfung erhöhe.


Die Unternehmen sollen dabei nach Aussage von DLL von den Kosteneinsparungen profitieren und gleichzeitig neue Märkte erschließen können. »Durch die Entwicklung von Produkten, die am Ende ihres ersten Lebenszyklus recycelt, wiederverwendet oder -aufbereitet werden, können Hersteller dazu beitragen, den Druck auf die Ressourcen des Planeten zu verringern. Gleichzeitig lassen sich Geräte, Maschinen und anderes mehrfach nutzen und so aus zweiten und dritten Leben neue Umsatzfelder erschließen«, heißt es weiter.

Das Konzept der Kreislaufwirtschaft stelle ganz konkret Nutzung vor Eigentum, so DLL. In nutzungszentrierten Modellen behalte der Hersteller die Kontrolle über seine Assets während der kompletten Lebensdauer. So könne sichergestellt ­werden, dass Geräte oder Materialien wiederverwendet und nicht entsorgt werden oder ungenutzt bleiben.

Die Vorgaben kennen und Chancen nutzen

Compliance, also Regelkonformität, wird aus Sicht von DLL oft als Hindernis oder Bremse für Geschäftsprozesse angesehen: »Wer Gesetze und Vorgaben aber nicht einhält, muss mit schwerwiegenden strafrechtlichen und finanziellen Folgen rechnen«, so DLL in seiner Mitteilung, in der Egbert de Jong, Vice President Product Development bei DLL, ausdrücklich dazu ermahnt, die Regeln und Vorschriften genau zu kennen: »Mit unserem Whitepaper wollen wir Einblicke in Gesetze, Vorschriften und Standards geben, die Hersteller, Händler und Reseller beachten sollten, wenn sie Assets wiederverwenden, ihnen ein neues Leben geben.«

Das Whitepaper beschreibt, wie sich zirkuläre Geschäftsmodelle auf die Prozesse eines Unternehmens auswirken können. »Wir glauben, dass Know-how, Bildung und Transparenz von grundlegender Bedeutung sind, um Unternehmen zu motivieren, ihr Geschäft durch ›Second Life Manufacturing‹ zu ergänzen«, so de Jong.    ™

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