Aktuelles Unternehmensführung

DLL: Auf flexible Finanzierungslösungen und digitale Technologien setzen

Die deutsche Bauindustrie hat sich auch während der Covid-19-Pandemie als stabiles Fundament der Wirtschaft erwiesen. Einerseits war die Branche wenig bis gar nicht von den Lockdown-Maßnahmen betroffen, andererseits konnten viele Unternehmer von der weiterhin guten Auftragslage sowie dem hohen Niveau des Jahres 2019 profitieren. Ebenso hat die Branche den Vorteil flexibler Finanzierungslösungen für sich erkannt – auch und gerade was das Leasing bei Baumaschinen betrifft. Statt langfristig zu planen und damit mehr oder minder im Trüben fischen zu müssen, können Bauunternehmer heute schneller und damit effizienter reagieren. Möglich machen das modern aufgestellte Finanzierungs- und Leasinggesellschaften wie DLL (De Lage Landen). Das Unternehmen mit Sitz im niederländischen Eindhoven ist weltweit tätig, verwaltet ein Portfolio von 35 Mrd. Euro und hat in den vergangenen Jahren vor allem schnelle, flexible und nutzungsbasierte Finanzierungslösungen entwickelt, die sich digital abwickeln lassen. Im Gespräch mit Peter Lingner, Head of Regional Sales West – Benelux/DACH, sowie Christian Wich, Account Manager bei DLL, erfuhr bauMAGAZIN-Redakteur Dan Windhorst, worauf sich die Bauindustrie derzeit fokussiert und warum mittlerweile rund 96 % aller Maschinen in der Baubranche finanziert werden.

Von Dan Windhorst

Auf einer Baustelle geht es gern mal hektisch zu, grundsätzlich ist die Branche aber eher von langfristiger Planung geprägt. Wegen der nach wie vor guten Auftragslage und einem hohen Baubedarf müssen Unternehmer aber immer enger takten – zu Ausfällen oder Fehlern darf es nicht kommen. Umso wichtiger ist aus Sicht von DLL eine beständige, aber eben auch flexible Finanzierungsarbeit. »Bemerkbar macht sich, dass die Kunden mittlerweile zielgerichteter finanzieren – die Zyklen werden spürbar kürzer«, so Peter Lingner. »Dass sich etwas verändert hat, lässt sich aber auch gut daran festmachen, dass rund 96 % aller Maschinen heutzutage finanziert werden, weshalb unser Geschäftsbereich ein immenses Spektrum an Branchen und Maschinen abdeckt.«

Gleichzeitig weist DLL darauf hin, dass es mit Zahlen auf dem Papier allein nicht gemacht sei. Es gehe laut Peter Lingner vor allem darum, einen Geschäftspartner so zu nehmen, wie er ist. »Wir gehen die Sache gemeinsam an und begleiten den Hersteller und Händler mit unserem Know-how, um für ihre Kunden Finanzierungslösungen anzubieten, sodass der Vertriebspartner sich voll und ganz auf seinen Geschäftsablauf konzentrieren kann.« Im Mittelpunkt stehe, dass sich beide Seiten auf Augenhöhe begegnen und ihre Erfahrungswerte mit einbringen, um gemeinsame Lösungsstrategien zu entwickeln.

In Zeiten von Corona

Entgegen der Gastronomie-, Tourismus- oder Einzelhandelsbranche ist die deutsche Bauindustrie bisher vergleichsweise mild durch die Krise gekommen. Zwar muss auch hier für 2020 mit einem Umsatzrückgang gerechnet werden, aber von der anfangs befürchteten Talfahrt ist man hierzulande bisher verschont geblieben: Insgesamt stieg der Umsatz der deutschen Bauwirtschaft in den ersten sieben Monaten um rund 6,6 %, bei einen Minus im Auftragseingang von gerade einmal 0,5 %. Angesichts solcher Zahlen hat der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr wieder leicht angehoben und geht aktuell von einem Plus von 3,5 % aus. Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt auch Peter Lingner, der bei seinen Kunden nach wie vor ein gesundes Maß an Optimismus spürt – auch und gerade mit Blick auf das kommende Geschäftsjahr. Dass die Corona-Krise trotzdem Narben hinterlässt, ist auch bei DLL sichtbar: »Durch Corona verzeichnen natürlich auch wir einen Rückgang. Allerdings bewegt sich unser Umsatz hier vergleichsweise auf Vorjahresniveau. Aktuell sind wir in 30 Ländern tätig und weisen ein Portfolio von 35 Mrd. Euro auf«, so Lingner. »Was uns sicherlich zugute kommt, ist, dass wir breit aufgestellt sind.« Neben der Baubranche ist DLL auch stark in den Bereichen Agriculture, Food, Healthcare, Clean Technology, Construction, Transportation, Industrial, Office Equipment und Technology Industries vertreten. Dazu kommt, dass DLL als Tochtergesellschaft der niederländischen Rabobank Group zuverlässigen Rückhalt genießt. Tatsächlich ist DLL auch in diesem Jahr gewachsen und rechnet aktuell mit einem einstelligen Wachstum für 2021.

Online-Abwicklung im Blickfeld

Oben auf der Agenda steht für DLL nach eigener Aussage die Investition in die Digitalisierung. Das Unternehmen setzt auf papierlose Abwicklung und hat laut Christian Wich bereits einen wichtigen Schritt mit der hauseigenen Online-Plattform gemacht. »Unsere Kunden können dort ihre Anfrage auf kürzestem Wege stellen, was beiden Seiten viel Zeit und Aufwand spart. Dazu kommt eine Genehmigungsquote von aktuell rund 82 %.« Peter Lingner fügt an, dass gerade die Großunternehmen das Online-Angebot stark nachfragen. Interessant seien außerdem kleinere und junge Unternehmen, die sich abheben möchten und von Beginn an auf die Digitalisierung setzen. »Die Akzeptanz der Online-Abwicklung hat in den vergangenen Jahren stark zugelegt, und das nicht zuletzt deshalb, weil sie viele Abläufe drastisch vereinfacht«, fügt Christian Wich an. Ein Trend ist aus Sicht von DLL zudem, dass die Unternehmen flexibler sein möchten, um schneller auf Unvorhersehbarkeiten reagieren zu können. Dies sei laut Lingner genauso wichtig geworden wie das Umsetzen neuer Ideen.


Individuell zugeschnitten

Setzen möchte DLL aber auch auf individuell zugeschnittene Finanzierungsprodukte wie Fair Market Value Leasing (FMV). Neben Standardangeboten wie Mietkauf, Darlehen, Leasing oder Miete soll FMV dabei helfen, Maschinenparks zu optimieren, Risiken zu reduzieren und die betriebswirtschaftliche Kalkulation zu verbessern. Eigenen Angaben zufolge unterstütze DLL damit »den Weg vom Besitzen zum Nutzen« und sichere zugleich eine moderne Ausstattung für die Unternehmen einschließlich aller Nebenleistungen wie Wartung und Versicherung.

Bei einem FMV-Vertrag zahlt der Leasingnehmer die monat­liche Nutzung der Maschine – am Vertragsende besteht jedoch keine Kaufverpflichtung für den Kunden. Zudem führt DLL an, dass die Maschinen regelmäßig getauscht, alternativ aber auch verlängert bzw. zurückgegeben werden können. Damit habe der Leasing-Nehmer die Möglichkeit, zusätzlichen Maschinenbedarf abzudecken, und könne stets auf einen aktuellen Maschinenpark zurückgreifen.    d

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