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CRAMO: »Wir sind erst am Anfang unserer Reise«

Dass der Vermietdienstleister Cramo mit seiner Neuausrichtung hin zum ganzheitlichen und partnerschaftlichen Dienstleister auf der Baustelle den richtigen Weg eingeschlagen hat, das haben Leif Gustafsson als CEO der Cramo Group und Hartwig Finger, Executive Vice President Zentraleuropa und Vorstand der Cramo AG, im Gespräch mit dem bauMAGAZIN auf der Bauma unterstrichen. »Wir sind dabei zwar erst am Anfang unserer Reise, aber wir merken deutlich, dass unsere Kunden diesen ­ganzheitlichen Ansatz honorieren«, so Hartwig Finger.

Von Michael Wulf

Den Wandel vom Komplettanbieter im Vermietungsbereich zum Partner bei der Einrichtung, beim Betrieb und beim Unterhalt einer Baustelle hat Cramo im Frühjahr des vergangenen Jahres mit der Übernahme des Baulogistik-Spezialisten KBS Infra eingeleitet. »Diese Neuausrichtung mit dem ganzheitlichen und partnerschaftlichen Beratungs- und Betreuungsansatz ist vor allem für mittelständische Kunden interessant und bietet ihnen viele Vorteile«, so Hartwig Finger.

»Komplett-Pakete«

Von der Planungsphase an über die Einrichtung, die Logistik, das Abfall-Management, die Maschinenauswahl bis hin zur Abwicklung der kompletten Baustelle biete Cramo Lösungen an, immer exakt zugeschnitten auf die Bedürfnisse des Kunden. Und die könnten auch schon mal außergewöhnlich sein, so Hartwig Finger. »Einmal haben wir kurzerhand mehrere Reisebusse angemietet, damit der Kunde seine Arbeiter zur Baustelle bringen konnte.«

Cramo biete »Komplett-Pakete« an, ergänzte Leif Gustafsson, »für eine schnelle, flexible, effiziente und produktive Umsetzung. Dabei liegt der Schwerpunkt sicherlich weiterhin auf der Vermietung von Maschinen und Geräten, aber das ist eingebettet in einen exzellenten Service und eine umfassende Beratung«. Dazu gehöre auch, dass man mit der Cramo-School das Schulungsangebot ebenso weiter ausbaue wie das Angebot an Maschinen und Geräten mit Hybrid- oder vollelektrischen Antrieben, um so den Energieverbrauch und die Schadstoffemissionen zu reduzieren.

»Nur zusammen mit den Kunden«

Eine »extrem wichtige Rolle« spielten auch die digitalen Angebote, wie das Cramo-Onlineportal oder die Apps Product Viewer und MyEquip. Mit denen können Kunden Werkzeuge, Baumaschinen und weiteres Equipment online mieten, einen besseren Überblick über ihr gemietetes Equipment erhalten und Rücktransporte organisieren. Ob und bis wann das Vermietgeschäft komplett digital abgewickelt werde, das allerdings sei heute noch nicht absehbar, so Leif Gustafsson. »Ich denke, das wird auf jeden Fall noch eine Zeit lang dauern.«


Nach Hartwig Fingers Ansicht »weiß derzeit niemand in der Branche«, in welche Richtung sich das Online-Geschäft entwickeln werde. »Keiner kennt heute den richtigen Weg. Alle versuchen es nach der Devise ›Versuch und Irrtum‹. Aber klar ist auch: Wir werden den richtigen Weg nur zusammen mit unseren Kunden finden. Vom Schreibtisch aus wird das nicht funktionieren.« Wichtige Voraussetzungen dafür seien aber auf jeden Fall Transparenz und die Möglichkeit, Daten austauschen zu können.

»Ein wirklich gutes Jahr«

Hinsichtlich der Geschäftsentwicklung ist man bei Cramo weiterhin verhalten optimistisch. So sei 2018 für das Unternehmen »ein wirklich gutes Jahr« gewesen, sagte Leif Gustafsson. Dabei habe sich der deutsche Markt für Cramo sehr stabil entwickelt. Zwar müsse man hinsichtlich der Konjunkturentwicklung in Deutschland für die Jahre 2020 und 2021 mit einem leichten Rückgang der Konjunktur rechnen angesichts des zuletzt sehr hohen Niveaus, ergänzte Hartwig Finger. »Aber wenn wir alles richtig machen, haben wir sehr gute Wachstumsmöglichkeiten. Stand heute gibt es jedenfalls keine Anzeichen dafür, dass es zu einem starken Einbruch der Konjunktur in Deutschland kommen könnte«, so Hartwig Finger. Für Leif Gustafsson steht jedenfalls fest: »Grundsätzlich sehen wir in Zentraleuropa und vor allem auch in Deutschland weiterhin ein großes Wachstumspotenzial für Cramo.«    ß

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