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Bobcat: Innovative Konzepte und neue Kompaktlader zum Anfassen

Im Rahmen seiner traditionellen »Demo Days« im tschechischen Dobříš hat der Baumaschinenhersteller Bobcat im Oktober Händlern und Kunden aus der gesamten EMEA-Region nicht nur neue und bewährte Maschinentechnik präsentiert, sondern auch sein Innovation Center sowie neuentwickelte Steuerungslösungen, um Baumaschinen künftig per Smartphone lenken und auf der Baustelle gleich mehrere Maschinen frei bedienen zu können, ohne dafür in der jeweiligen Fahrerkabine sitzen zu müssen. »Die Besucher der ›Demo Days‹ haben hier in Dobříš die Freiheit, unsere Maschinen und digitalen Lösungen direkt auszuprobieren und mit den wichtigsten Ansprechpartnern vor Ort über die Neu- und Weiterentwicklungen zu diskutieren. Außerdem bieten wir damit den idealen Rahmen, um die enge Beziehung zwischen Bobcat und seinen Händlern und Kunden weiter zu stärken«, betonte Gustavo Otero, Präsident von Doosan Bobcat EMEA.

Von Dan Windhorst

Besondere Aufmerksamkeit wurde dem laut Bobcat weltweit ersten elektrischen Minibagger im 1-t-Segment geschenkt: Der erstmals auf der Bauma im April gezeigte E10e (das bauMAGAZIN berichtete in Heft 4/19, Seite 90) verfügt über einen wartungsfreien Lithium-Ionen-Akku, der auf die kompakten Maße einer Zero-Tail-Swing-Kurzheck-Maschine (ZTS) abgestimmt ist. Laut Hersteller kann der E10e einen 8-Stunden-Einsatztag ableisten. Wird für das Laden ein externer Supercharger verwendet, lassen sich laut Bobcat 80 % der Akkukapazität in unter zwei Stunden erreichen. Der Bagger arbeitet besonders leise: Der Geräuschemissionswert des E10e liegt bei 74 dBA gegenüber dem E10, der rund 80 dBA misst. »Das ist halb so laut wie eine vergleichbare Dieselmaschine«, sagt Freddy Remory, Produkt-Manager Kompaktlader bei Bobcat. »Durch die leichte Handhabung, die geringe Geräuschentwicklung und den emissionsfreien Antrieb eignet sich der E10e zum Beispiel auch gut für Abrissarbeiten im Innenbereich, bei Kellerbauten oder genereller Nachtarbeit.«

Trotz des kompakten Aufbaus und eines geringen Betriebsgewichts von ca. 1,22 t erweise sich der E10e außerdem als robust: »Der Aufbau sowie alle Systeme und Teilkomponenten des E10e sind speziell für den Einsatz in rauer Umgebung konzipiert.« Laut Bomag erreicht die Maschine die komplette Leistungsfähigkeit des Diesel-Pendants E10z. So bietet der E10e mit seiner ZTS-Bauweise die Möglichkeit, standardisierte Türen bei einer Mindestbreite von 71 cm zu passieren. Ein zusätzlicher Ölkühler ermöglicht darüber hinaus den ganztägigen Einsatz eines Hydraulikhammers – aufgrund der doppelwirkenden Zusatzhydraulik ist der E10e auch für noch komplexere Anbaugeräte geeignet und kann mit allen Anbaugeräten betrieben werden, die für den E10z konzipiert wurden.

Neue Lader der M-Serie mit Stufe-V-Motorisierung

Ab kommendem Jahr erhalten die neuen Bobcat-Maschinen ebenso ein neues Design (siehe auch »Fakten« auf Seite 30), das die Markenbotschaft »One Tough Animal« weiter unterstreichen soll. Zu sehen gab es das neue Design während der »Demo Days« beispielsweise bei den neuen Ausführungen der Kompaktlader aus der M-Serie. Neben dem S450 (2,436 t) sowie dem S510 (2,816 t) wurde auch der S530 (2,952 t) gezeigt. Sie alle verfügen über einen Stufe-V-Bobcat-Motor und werden in Dobříš ge­baut.

»Die neuen Stufe-V-Lader der M-Serie sollen für noch mehr Effizienz auf der Baustelle sorgen und neben mehr Leistung auch höheren Komfort bieten«, sagte Jiri Karmazin, ebenfalls Produkt-Manager für Kompaktlader bei Bobcat. Knifflig sei es gewesen, den Stufe-V-Motor in das kompakte Design der S450-, S510- und S530-Lader zu integrieren und dabei weiterhin ein geringes Gewicht, hohe Manövrierbarkeit und eine gute Transportfähigkeit zu erhalten.


Das Drehmoment ist nach Aussage von Karmazin um rund 37 % erhöht worden. »Auf diese Weise arbeitet der Fahrer mit derselben Leistung bei höherem Komfort, dafür aber mit niedrigeren Drehzahlen, weniger Geräuschentwicklung und einem geringen Kraftstoffverbrauch.« Gleiche Leistung bei niedriger Drehzahl bedeute laut Karmazin einen erheblich reduzierten Geräuschpegel, sodass der Fahrer weniger schnell ermüde. Darüber hinaus werde für dieselbe Arbeit weniger Kraftstoff verbraucht. Die serienmäßig mit einem Dieselrußpartikelfilter ausgestatteten Maschinen könnten nun auch in Bereichen betrieben werden, in denen strenge Abgasnormen gelten, zum Beispiel im innerstädtischen Bereich. Der Motor der Stufe V bringt laut Bobcat einen weiteren wichtigen Vorteil: Die Hochleistungszusatzhydraulik soll die Maschinen noch vielseitiger machen, indem da­durch auch Anbaugeräte mit Hochleistungshydraulik wie Kehrbesen, Kaltfräsen oder Radsägen verwendet werden können. Für die Modelle S510 und S530 sei zudem eine neue Klimaanlage optional verfügbar.

Neue Technologien und vielseitiger Einsatz

Die in den Vorgängermodellen noch optionale Deluxe-Instrumententafel ist bei den neuen Stufe-V-Ladern serienmäßig verbaut. Wichtigste Vorteile sind laut Bobcat hierbei eine größere Sprachauswahl und Telematik zum Schutz der Maschinen und zur Leistungsüberwachung. Die Kompaktlader S450, S510 und S530 überzeugen durch ihre kompakte Größe, aber auch durch die umfangreiche Auswahl an Anbaugeräten. »Mehr als 50 verschiedene Produktfamilien bieten hier Lösungen für äußerst vielseitige Einsatzbereiche. Genau diese Vielseitigkeit machen die Bobcat- Kompaktlader zu idealen Werkzeugträgern, mit denen sich jede erdenkliche Arbeit erledigen lässt«, so Jiri Karmazin.

»Die Lader mit radialem Hubweg, also die Modelle S450 und S510, verbinden exzellente Manövrierbarkeit bei begrenzten Platzverhältnissen mit der Reichweite und Sicht, die für Einsätze wie Ausschütten über Mauern, Rückverfüllen oder Beladen von Pritschen-Lkw benötigt werden. Die Ausleger mit vertikalem Hubweg sind besonders für Hebe- und Tragearbeiten sowie den Materialumschlag geeignet.«

Neues Kühlaggregat für die Lader der R-Serie

Eine gesteigerte Leistungskraft und ein verbesserter Bedienkomfort zählten zu den Zielen bei der Entwicklung des neuen Kompaktladers S580 sowie des Kompakt-Raupenladers T580, die Ende 2020 auf dem Europäischen Markt erscheinen. Die neuen Lader der R-Serie sollen im Vergleich zu ihren Vorgängern nochmals die Effizienz auf der Baustelle steigern. Weitere Vorteile sind laut Angaben des Herstellers der geringere Geräuschpegel sowie die neue, einteilige Konstruktion der Kabine und ein neues LED-Beleuchtungssystem für bessere Sicht bei Nacht. Auf den neuen Touchscreendisplays in der serienmäßigen 5"- und der optionalen 7"-Ausführung können detailliertere Informationen zum Maschinenbetrieb abgerufen werden. Alle Lader der R-Serie sind darüber hinaus mit neuen Hubarmen aus Gussstahl ausgestattet, die laut Bobcat um 20 % stärker sind als frühere Stahlkonstruktionen. Eine weitere Neuerung ist das neue Kühlaggregat, das laut Jiri Karmazin als Reaktion auf die Nachfrage nach einer verbesserten Kühlleistung entwickelt wurde. »Unsere Kompakt-Raupenlader der R-Serie zeichnen sich außerdem durch eine hohe Stabilität aus. Wir haben in alle Raupenladermodelle der Serie eine drehstabgefederte 5-Gelenke-Technologie eingebaut.«

Neue Konzeptmaschinen und Steuerungslösungen

Zu den während der »Demo Days« vorgestellten – und im Innovationszentrum in Dobříš entwickelten (siehe unten auf dieser Seite) – Konzeptmaschinen gehörte unter anderem der Quad-Track-Lader, dessen Quad-Tracks auf den Rahmen eines Bobcat-Kompaktlader aufschraubbar sind und damit die Anpassung an die Umgebung wie auch Einsatzbereiche erweitern. Aktuell befindet sich die Quad-Track-Maschine in der Evaluierungsphase.

Eine weitere Bobcat-Entwicklung ist das MaxControl-System, eine neuartige Plug-and-Play-Fernsteuerung auf iOS-Basis, bei der der Anwender einen Bobcat-Lader per Smartphone steuern kann. »Ähnlich eines Joysticks, etwa wie bei der Nutzung eines Xbox-Controllers, bietet MaxControl eine ausgezeichnete Haptik sowie eine intuitive Handhabung«, wie Vijay Nerva, EMEA Head of Innovation bei Bobcat, gegenüber dem bauMAGAZIN verriet und die leichte Bedienbarkeit direkt vor Ort unter Beweis stellte.

Tatsächlich lässt sich der Kompaktlader mithilfe des Smartphones einfach handhaben, ohne Vorkenntnisse besitzen zu müssen. »Und genau das ist es, was wir erreichen wollten. Selbst jemand, der noch nie in seinem Leben eine solche Baumaschine bedient hat, ist mit Lösungen wie MaxControl dazu in der Lage, alles problemlos zu bedienen. Es ist nichts anderes als die Nutzung eines Spielkonsolen-Controllers und damit ein wichtiger Schritt in die Zukunft.«

Mit MaxControl ist es nicht mehr notwendig, ständig aus der Maschine aus- und wieder einzusteigen, um Türen zu öffnen, zu parken, die Maschine auf Anhänger zu laden oder ausgehobenes Material aufzunehmen. »Das System wurde bereits in Nordamerika begrenzt eingeführt und befindet sich im EMEA-Raum aktuell in der Testphase.« Während der Bedienung per Smartphone fällt außerdem auf, dass das System zuverlässig abschaltet, sobald der Anwender nicht mehr das Blickfeld auf die Bedienung der Maschine richtet. Auch Anrufe oder das Sichten von E-Mails sind während der Bedienung nicht möglich – MaxControl schaltet dann sofort ab und lässt die Maschine sicher ruhen. Ein weiterer Vorteil ist laut Vijay Nerva, dass von nur einem Smartphone aus eine Vielzahl verschiedener Maschinen auf der Baustelle wählbar sind. Zudem können jederzeit Angaben zur Maschine wie der Batteriestatus angezeigt werden, weshalb künftig nur noch das Smartphone als einziges Bedienelement nötig wäre.

»Über eine technische Spielerei hinausgehend«

Bereits etabliert ist hingegen die Remote-Control-Lösung von Bobcat. Genutzt wird hierfür eine tragbare Funkfernsteuerungseinheit. »Der Vorteil der Fernsteuerung ist, dass man ein vollkommen neues Bedienerlebnis schafft, das aber weit über irgendeine technische Spielerei hinaus geht«, so Vijay Nerva. »Der Anwender kann seine Baumaschine aus sicherer Entfernung bedienen und ist damit weder Lärm noch Vibrationen, Witterungsverhältnissen oder Staub ausgesetzt. Gleichzeitig schaffen wir damit hohe Präzision und eine bemerkenswerte Übersicht und das mit einem sehr geringen Aufwand.«

Integrieren lassen sich beide Systeme innerhalb weniger Minuten: Die Steuerungselemente und Empfänger sind dank vorhandener Schnittstellen schnell angeschlossen. In diesem Zusammenhang weist Vijay Nerva aber auch auf das generelle Thema Digitalisierung hin. »Die Geschwindigkeit, die der digitale Wandel bereits jetzt aufgenommen hat, ist unvorstellbar hoch – vom Potenzial gar nicht erst gesprochen. Daher ist es unglaublich wichtig, gerade jetzt hinzuhören, was der Markt braucht und wonach die Kunden suchen. Es reicht in Zukunft nicht aus einfach, nur mitzuziehen, sondern dem Ganzen einen Schritt voraus zu sein. Und genau da ist Bobcat im Augenblick dran.«    d

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