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Bibko: Rückbetonverwertung mit Recycling-Anlage und Kammerfilterpresse

Das Rehm Kies- und Betonwerk in Lottstetten am Hochrhein beschäftigt sich seit mehr als 50 Jahren mit der Gewinnung, Aufbereitung und dem Vertrieb von Sand und Kies, sowie der Produktion von Fertigbeton. Das Unternehmen hat sich aber auch längst einen Namen im Bereich Entsorgung und Baustoff-Recycling gemacht. Um anfallenden Rückbeton umweltgerecht zu recyceln, hat Bibko Umwelt- und Reinigungstechnik für Rehm ein Konzept erarbeitet.

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Das von Bibko ausgearbeitete Konzept beinhaltet zwei Recycling-Maschinen inklusive Rührwerken sowie einer Kammerfilterpresse. Bei der Konzeption wurde Wert darauf gelegt, die Wartezeiten für die anfahrenden Fahrmischer so kurz wie möglich zu halten, weshalb zwei Auswaschmaschinen mit einer Kapazität von je 30 m³/h parallel aufgestellt wurden. Dieser Ansatz ermöglicht das gleichzeitige Auswaschen von bis zu vier Fahrmischern.

Das ausgewaschene Material wird über einen 3 m langen Wendelförderer entwässert und auf eine Abwurfhöhe von 2 500 mm gefördert, sodass genügend Höhe zur Verfügung steht, um das ausgewaschene Material unter der Anlage nicht permanent abfahren zu müssen. Damit konnte der Werkverkehr reduziert werden, was ebenso zu einer Energiekostenreduzierung führte.

Beide Systeme verfügen über je zwei Spülgalgen, die die Fahrmischertrommeln mit Recycling-Wasser befüllen. Der noch flüssige in der Mischertrommel enthaltene Restbeton wird mit dem aufgegebenen Recycling-Wasser in den Aufgabetrichter in einem der beiden Systeme ausgedreht und in der Recycling-Maschine in die Bestandteile separiert.


Das Absetzen der Feinteile verhindern

Das entstehende Waschwasser (maximale Feinteilkorngröße ≥ 0,2 mm) wird über eine Auslaufrinne dem Rührwerkbecken zugeführt, wo die Feinteile im Restwasser durch zyklisches Rühren in Schwebe gehalten werden und ein Absetzen der Feinteile verhindert wird.

Steigen nun der Füllstand oder die Dichte des Wassers im Rührwerkbecken über einen festgelegten Wert, so startet die Filterpresse automatisch, um entweder die Dichte und/oder den Füllstand auf das gewünschte Niveau zu bringen. Der Vorgabewert kann bequem nach kundenseitigen Erfordernissen via Touchdisplay frei eingestellt werden. Die Prozessautomatisierung trägt dazu bei, dass manuelle Eingriffe weitestgehend vermieden werden.

Das Recycling-Wasser mit den enthaltenen Feinanteilen und einer durchschnittlichen Dichte von 1,05 kg/l bis 1,07 kg/l wird über eine Druckluftmembranpumpe mit erhöhtem Druck in die Kammerfilterpresse eingepumpt. Hier wird es geklärt und die enthaltenen Feinteile werden zu einem stichfesten Filterkuchen gepresst. Anschließend öffnet sich die Presse, je nach Ausführung, automatisch und wirft das Material durch Rütteln ab.

Recycling-Material für den Wegebau

Der durch die Wasserklärung entstehende Filterkuchen kann dann beispielsweise als RC-Material im Wegebau weiterverwertet werden. Die Kammerfilterpresse ist nach individuellen Vorgaben gefertigt und wintersicher untergebracht. Die Einhausung selbst ist isoliert und erlaubt damit ein ganzjähriges Arbeiten. Zusätzlich besteht die Option, die Abwurföffnung im Container-Boden mit einer automatischen Verschlussklappe auszustatten, um so einen noch besseren Kälteschutz zu gewährleisten.

Kammerfilterpressen und passende Container-Lösungen fertigt Bibko in verschiedenen Größen und Ausführungen auch speziell nach Kundenwünschen. Sowohl die Kammerfilterpresse, als auch das Recycling-System lassen sich mit zusätzlichen Systemen, wie einer Dichtemessung oder einer pH-Neutralisation, ausstatten. Darüber hinaus bietet Bibko die Kammerfilterpresse mit verschiedenen Restwasser- und Klarwasserbecken oder auch als mobiles System an.    t