Gewinnung – Aufbereitung – Abbruch – Brechen und Sieben

Abbruchbagger R 960 feiert Weltpremiere

Neben der Weltpremiere des Raupenbaggers R 946 (das bauMAGAZIN berichtete in Ausgabe 4/2015, Seite 28) standen vor allem der neue Abbruchbagger R 960 und der auf der letzten Conexpo in Las Vegas angekündigte neue Verstellauslegerkran 710 HC-L im Mittelpunkt des Interesses. Der R 960 Abbruch ersetzt den R 954 C Abbruch und ist in zwei Versionen mit Auslegerlängen von 28 m und 34 m verfügbar. Er hat ein Einsatzgewicht von maximal 93,5 t. Sein Dieselmotor erfüllt die Abgasemissionsrichtlinen der Tier 4 final/Stufe IV und bietet eine Leistung von 240 kW/326 PS.


Anbauwerkzeuge bis zu 3,5 Tonnen

Mit dem R 960 Abbruch können Anbauwerkzeuge mit einem ­Gewicht von bis zu 3,5 t verwendet werden, wodurch eine hohe ­Ausbrechkraft erreicht werden kann. Eine neue geräumige Fahrerkabine mit verbesserter Sicht erhöht zudem die Sicherheit des Fahrers und den Arbeitskomfort. Das neue Liebherr Demolition Control System (LDC) gehört zur Standardausstattung des R 960 Abbruch. Die Entwicklung aus dem Hause Liebherr wurde bereits im Januar mit einem silbernen Intermat-Innovationspreis in der Kategorie »Engineering & Systems« ausgezeichnet (siehe auch bauMAGAZIN 3/2015, Seite 143).

Das LDC ist eine aktive Sicherheitskomponente, mit der der Fahrer Informationen zur Standneigung der Maschine und zur Werkzeugposition stets im Blickfeld hat. Das System löst bei Überschreiten einer kritischen Messgröße automatisch die elektronische Reichweitenbegrenzung aus. Bei Erreichen der Reichweitengrenze sind keine Ausrüstungsbewegungen mehr möglich, mit denen die Stabilität des Baggers vermindert werden könnte. Um dem Fahrer die Handhabung zu erleichtern, wurde LDC in die Elektronik des R 960 Abbruch integriert. Zusätzlich zu den Winkelsensoren wurde eine automatische Erkennung der Werkzeuglänge entwickelt, um die Position des Werkzeugs permanent bestimmen zu können.

Die Auswahl des Werkzeugs erfolgt per Touchscreen, während die Gewichtsangabe bereits Teil der Software ist. Um die Leistung des Baggers zu optimieren, wurde außerdem eine erweiterte Reichweite mit Drehbegrenzung entwickelt und in das System integriert. Mit der Einbindung des LDC-Systems in die Elektronik des Abbruchbaggers sind keine spezifischen Komponenten mehr erforderlich. Dies spart Kosten und vereinfacht die Handhabung. Die größere Reichweite ermöglicht es dem Fahrer, zusätzliche Arbeitsbereiche zu erreichen und so die Produktivität zu steigern.Neuer Verstellauslegerkran

»Ein neues Marktsegment erschließen im Ultra-Hochhausbau« will Liebherr sich laut Gerold Dobler mit dem neuen Verstellauslegerkran in der 700-mt-Klasse, von dem man nach der Ankündigung auf der Conexpo in den USA schon vier Stück habe verkaufen können. Der 710 HC-L ist in zwei Traglastvarianten erhältlich, und zwar mit 50 t und mit 64 t maximaler Traglast. Das schlanke Turmsystem ist innen und außen kletterbar. Bei der Konstruktion wurde zudem darauf geachtet, dass die Bemaßung aller Einzelteile den Anforderungen des Containertransports gerecht wird.

Der 710 HC-L wartet mit Topwerten bei Traglast und Hubgeschwindigkeit auf. Hakengeschwindigkeiten von bis zu 218 m/min überzeugen beim Einsatz. Zusammen mit der kraftvollen 220 kW starken Antriebseinheit ist die Umschlagleistung für diese Krangröße herausragend, so Liebherr. Gerade an hohen Gebäuden zahlt sich die Kombination von hoher Last und Geschwindigkeit aus. Bei der Neukonstruktion wurde besonders auf Detaillösungen geachtet. Schnellverbindungen für die Drehbühne, Kabine und Ausleger, sowie elektrische Steckverbindungen zu den Antrieben und der Schaltanlage erleichtern die Montage. Die Bolzen für die Schnellverbindungen sind leicht zu stecken, schnell gesichert und vereinfachen die Montage deutlich. Sehr anpassungsfähig zeigt sich der neue 710 HC-L bei der Montage der Krankabine. Je nach Anforderung der Baustellenplanung lässt sich die Kabine beim außenkletternden Aufbau links oder rechts an der Drehbühne montieren. Ein technisches Alleinstellungsmerkmal ist zudem, so Dobler, dass der Ballast auf und nicht am Gegenausleger positioniert ist.


Hakenhöhen von bis zu 74,8 Meter

Außerdem hat Liebherr für diese Kranklasse das neue und schlanke Turmsystem 24 HC entwickelt. Es bietet eine hohe Steifigkeit, durch die sich hohe und freistehende Hakenhöhen von bis zu 74,8 m realisieren lassen. Mit seinem geringen Außenmaß von lediglich 2,45 m bietet es bei eingeschränkten Platzverhältnissen zudem große Vorteile. Mit der bewährten Konusbolzenverbindung von Liebherr ist eine einfache und schnelle Montage und Demontage gewährleistet. Mit diesem Turmsystem kann man sowohl im Aufzugsschacht als auch außen am Gebäude klettern. Alle Bauteile des Kranes, inklusive Turmsystem sind für die Demontage mit dem Liebherr Derrick 200 DR 5/10 Litronic optimiert. Die Bauteile lassen sich auf ein Montagegewicht von lediglich 10 t reduzieren.     iwu

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