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150 Jahre Schwarzmüller – von Passau nach Österreich und nach Europa

Auf 150 Jahre einer vielfältigen und international erfolgreichen Unternehmensgeschichte kann die Schwarzmüller-Gruppe im Jahr 2021 zurückblicken. Das Industrieunternehmen wurde in Passau 1871 als Schmiede gegründet, zog in den Wirren der Weltwirtschaftskrise über die Grenze nach Österreich um und konzentriert sich seit den 1930er-Jahren auf den Fahrzeugbau. Heute ist es in 21 europäischen Ländern tätig und bietet das nach eigenen Angaben breiteste Portfolio von Anhängern und Lkw-Aufbauten in Europa. »Die erfolgreiche Unternehmensgeschichte ist eine Verpflichtung, unsere Marktstellung weiter zu verbessern. Die Potenziale sind vorhanden«, betont CEO Roland Hartwig am heutigen Unternehmenssitz Hanzing in Freinberg bei Schärding (Oberösterreich).

Ende 1871 gab Josef Schwarzmüller in Passau be­kannt, dass er eine Schmiede in der Passauer Innstadt gegründet habe, bezeichnenderweise in der damaligen Schmiedgasse 12. Die Anzeige aus dem Dezember 1871 gilt als Gründungsdokument eines Unternehmens, das heute zu den führenden europäischen Herstellern von Anhängern und Lkw-Aufbauten zählt. Bekannt geworden ist das Gründungsjahr durch Recherchen von Dr. Herbert Wurster, dem früheren Leiter des Archivs des Bistums Passau. Er hat für das Jubiläum die Geschichte aus den Dokumenten rekonstruiert und dabei das Gründungsjahr von 1870 auf 1871 korrigiert. »Die Chronik unseres Unternehmens ist das erste große Projekt im Jubiläumsjahr. Ein Unternehmen mit Tradition muss wissen, woher es kommt, um zu entscheiden, wohin es gehen wird«, betonte CEO Roland Hartwig. Fünf Generationen der Eigentümerfamilie Schwarzmüller haben jedenfalls mit ihrer konsequenten Aufbauarbeit voll ins Schwarze getroffen und ein in seiner Branche europaweit führendes Unternehmen entwickelt.

Fahrzeugbau stand schon früh im Blickfeld

Zur Schmiede kam im 19. Jahrhundert rasch eine Wagnerei. Daraus entstand der damals noch junge Fahrzeugbau, ein Gewerbe, das Schwarzmüller in den 1930er-Jahren anmeldete. In den Wirren der Weltwirtschaftskrise zog der wachsende Betrieb ins nahe, aber öster­reichische Freinberg um und errichtete 1936 im Ortsteil Hanzing jenes Werk, das bis heute die Unternehmens­zentrale ist. Geplant war das anders: In der Gegend war eine Autobahn projektiert worden, diese moderne Infrastruktur wollte man nutzen. Zur Autobahn kam es nicht, das Werk gibt es immer noch. Hier arbeiten 750 Beschäftigte, mehr als die Hälfte in der Produktion. Damit zählt Schwarzmüller zu den größten Arbeitgebern im Innviertel.

Gezielte Expansion nach Osten

In der Zeit des Wirtschaftswunders begann das Unter­nehmen, ein Netz von Niederlassungen in Österreich zu gründen, und erreichte in den 1990er-Jahren die Marktführerschaft auf dem Heimmarkt. Ungefähr gleichzeitig entschied man sich für eine konsequente Expansion in die Länder hinter dem ehemaligen Eisernen Vorhang. Es entstanden Werke in Ungarn und Tschechien, seit 2020 gibt es ein viertes Werk in Deutschland. Aktuell ist Schwarzmüller in Österreich, der Schweiz, Ungarn und Tschechien sowie der Slowakei der Marktführer. Inzwischen arbeiten mehr als 2 000 Menschen daran, dass 150 verschiedene Fahrzeugtypen in 21 Ländern erfolgreich abgesetzt werden. Verkauft werden jährlich etwa 10 000 Stück.


Premiumanbieter mit Mehrwertgarantie

Diese Marktstellung wurde erreicht, obwohl das Unter­nehmen eigentlich nicht mit Standardprodukten die Verkaufszahlen maximiert, sondern auf die höhere Leistungsfähigkeit seiner Fahrzeuge setzt. Schwarzmüller-Anhänger gelten als Premiumprodukte für Transporteure, die mehr Wertschöpfung erzielen wollen.

»Wir sind in der Lage, unsere Produkte an jede Einsatzumgebung anzupassen. Dann bringen sie einen Mehrwert«, erläutert Hartwig. Alleine bei den Kippern bietet Schwarzmüller 50 verschiedene Varianten. Neben Kippern baut man Tieflader, Schubboden- und Tankfahrzeuge sowie Fahrzeuge für den Holz- und den Behältertransport, aber auch Trailer für den Fernverkehr.

»Wir fühlen uns im Jubiläumsjahr optimal aufgestellt, um in Europa noch stärker aufzutreten«, gibt sich Hartwig zuversichtlich. Schwarzmüller könne sich auf seine Kompetenzen in Konstruktion und Metallverarbeitung ebenso stützen wie auf seine dynamische Organisation. Eine völlig neu aufgebaute Fließproduktion hat mitgeholfen, dass man im Jubiläumsjahr mit dem besten Fahrzeugportfolio der Unternehmensgeschichte weitere Erfolge feiern wird, gibt sich Hartwig selbstbewusst.     t

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