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Tobroco Giant bei Kiesel: »Deutschland ist für uns ein klarer Wachstumsmarkt«

Die Produktion in den vergangenen drei Jahren verdoppelt, den Umsatz zuletzt um 18 % gesteigert und für insgesamt 12 Mio. Euro eine Werkserweiterung in Angriff genommen: Tobroco Giant, der niederländische Spezialist für die Entwicklung und Herstellung kompakter Radlader, Teleskopradlader, Teleskoplader, Skid­steer-Lader sowie diverser Anbaugeräte mit Hauptsitz im Oisterwijk ist »voll auf Expansionskurs«, wie es Firmengründer und Geschäftsführer Toine Brok im Redaktionsgespräch mit dem bauMAGAZIN formulierte. Besonders im Fokus hat er dabei den Bereich Bauwirtschaft – und dort vor allem den deutschen Markt. Auf diesem ist für den Vertrieb und den Service der Giant-Maschinen in den Segmenten Bau- und Kommunalwirtschaft die Kiesel-Gruppe zuständig. Deren lang­jähriger Vertriebsleiter für Kompaktmaschinen, Gerd Ettwig, stellt den nieder­ländischen Ladern ein exzellentes Zeugnis aus. »Die Leistungsdaten des Giant V452T X-TRA HD, ­beispielsweise dessen extrem hohe Hubkraft, sind meiner Ansicht nach in dieser Klasse wirklich einzigartig.« Auf der Intermat hat Tobroco Giant jetzt zwei Premieren mit dem Radlader Giant G4500 X-TRA und dem Skidsteer-Lader SK252D gefeiert.

Das 1996 vom heute 47-jährigen Toine Brok gegründete Unternehmen, das in seinen Anfangsjahren diverse Produkte für die Landwirtschaft herstellte, gilt heute in den Niederlanden als eines der erfolgreichsten und innovativsten mittelständischen Unternehmen überhaupt. Dafür ist Tobroco Giant vor zwei Jahren mit dem renommierten »König-Willelm I«-Preis als bestes Unternehmen in der Kategorie Klein- und Mittelständische Unternehmen ausgezeichnet worden (das bauMAGAZIN berichtete in Heft 7/16, Seite 90). Überreicht wurde die Auszeichnung von der niederländischen Königin Maxima bei einem Werks­besuch in Oisterwijk, an den sich Toine Brok noch heute mit einem Leuchten in den Augen erinnert. »Das ist für uns alle ein ganz besonderes Erlebnis gewesen und die Bestätigung dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das war so etwas wie die Krönung unserer Arbeit.«


Produktionsfläche auf 35 000 m² erweitern

An der wird es dem Unternehmen mit derzeit insgesamt gut 200 Mitarbeitern – davon knapp 100 am Standort im ungarischen Eger (Stahlbau) – auch in Zukunft nicht mangeln, denn die Nachfrage nach Maschinen von Tobroco Giant ist ungebrochen. Waren es im vergangenen Jahr insgesamt 15 000 Maschinen, die seit der Firmengründung produziert worden sind, sollen vom Jahr 2020 an jährlich 4 500 Maschinen hergestellt werden.

Damit dieses Ziel realisiert werden kann, wird das Werk in Oisterwijk erweitert. So werden die Abteilung Forschung und Entwicklung sowie der Vertrieb in einem komplett neuen Gebäude untergebracht, die Produktionsfläche auf zwei Ebenen um 8 000 m² auf dann 35 000 m² erweitert und ein neues 16 m hohes Lager gebaut. Außerdem investiert das Unternehmen massiv in die maschinentechnische Ausstattung sowie in den Logistik­prozess, um so die Produktivität und dieQualität gleichermaßen zu erhöhen.

Dass der Qualitätsanspruch von Anfang an ein sehr hoher war, das erklärt Toine Brok damit, dass »wir wirklich alles selbst entwickeln«. Dabei seien alle Radlader grundsätzlich so konzipiert, dass damit auch die verschiedensten Anbaugeräte betrieben werden können. So könne man mit bis zu 150 Optionen die individuellen Anforderungen der Kunden erfüllen.

»Maschinen sind auf Dauerbetrieb ausgelegt«

Zu den wichtigsten Merkmalen der nahezu uni­versell einsetzbaren Radlader und Teleskoplader zählen deren Leistungsmerkmale und der Um­stand, dass sie exakt nach Kundenwunsch konfiguriert werden können. »Unsere Maschinen sind auf Dauerbetrieb ausgelegt, und zwar sowohl beim Fahren als auch beim Arbeiten«, betonte Toine Brok.

Wenn die Werkserweiterung 2019 abgeschlos­sen ist, soll die Produktion nach und nach signifikant erhöht werden, so Toine Brok, der zudem schon seit längerem eine OEM-Partnerschaft mit Kubota eingegangen ist. Für dieses Jahr rechnet er mit einer Umsatzsteigerung von 23 % nach 18 % im Jahr 2017. Der Exportanteil liegt bei etwa 80 %, sind doch die Niederländer mittlerweile in 40 Ländern präsent. Als einen der ganz »klaren Wachstumsmärkte« hat Tobroco Giant Deutschland definiert.
»Wir sehen für Tobroco Giant in Deutschland mittelfristig ein Potenzial von rund 500 Maschinen für die Bereiche Bau- und Kommunalwirtschaft«, sagte Gerd Ettwig, Vertriebsleiter Kompaktmaschinen bei der Kiesel-Gruppe, mit der die Niederländer ihre Vertriebspartnerschaft 2017 um weitere fünf Jahre verlängert haben. Dabei setzten die beiden Partner nicht allein auf das bewährte Maschinenportfolio, sondern auch auf die Neuheiten G4500 X-TRA und SK252D, die jetzt auf der Intermat in Paris vorgestellt worden sind. »Von der neuen Radlader-Serie G4500 versprechen wir uns sehr viel«, so Gerd Ettwig weiter, »vor allem im Segment Bau.«

Neue Radlader-Serie G4500 jetzt komplett

Nachdem der G4500 und der G4500 Tele im November vergangenen Jahres auf der Agritechnica in Hannover ihre Premiere gefeiert haben, ist jetzt mit der Präsentation des G4500 X-TRA in Paris die neue Serie G4500 komplett. Die X-TRA-­Aus­führung ist speziell dafür ausgelegt, besonders schwere Aufgaben in Bau und Erdbewegung zu übernehmen. Abhängig von den Optionsausstattungen hat der G4500X-TRA ein Einsatzgewicht zwischen 4,4 t und 5,2 t. Die Maschine kann vollständig nach Kundenwunsch konfiguriert werden. Beispielsweise besteht die Wahlmöglichkeit zwischen zwei verschiedenen Kubota-Dieselmotoren: einem mit einer Leistung von 36 kW (50 PS) und einer Ausführung mit 54 kW (74 PS). Beide sind mit einem Katalysator (DOC) und einem Dieselpartikelfilter (DPF) ausgestattet und entsprechen den neuesten Standards der Emissionsstufe V. Der hydrostatische Vierrad-Antrieb mit selbstbewegender Lenkung und die zu 100 % umschaltbare Arretierung auf beiden 16-t-Radachsen sorgen immer für ausreichenden Grip, eine hohe Zugkraft und ruhige Bewegungen. Die Kipplast liegt je nach Ausstattung zwischen 3 500 kg und 5 000 kg.

Neuer Skid­steer-Lader SK252D

Bei seiner Intermat-Premiere stellte Tobroco Giant erstmals auch eine 25-PS-Version des neuen Skid­steer-Laders SK252D vor. Aufgrund seiner kompakten Abmessungen kann der Skid­steer dort arbeiten, wo andere Maschinen nicht eingesetzt werden können. Abhängig vom Reifentyp haben die Maschinen einen Radstand von nur 76 cm bis zu 110 cm. Ein weiterer Vorteil ist, so heißt es bei Tobroco Giant, dass man direkt auf der Baustelle die Reifen wechseln kann. Dies wird durch den Einsatz neuer Flansche ermöglicht. Der SK252D hat ein Betriebsgewicht von 810 kg und kann deshalb sehr gut im Innenabbruch für Rückbau und Abtransport von Materialien genutzt werden.

Höhere Schub- und Zugkraft

Durch den Einsatz einer größeren Hydraulikpumpe erhöht sich die Hydraulikleistung auf 25 l/min und 180 bar. Größere Radmotoren unterstützen noch bessere Fahreigenschaften sowie höhere Schub- und Zugkraft. Diese Eigenschaften und die Kipplast von 434 kg sorgen dafür, dass der Skid­steer-Lader SK252D seine Aufgaben zuverlässig und effizient erfüllen kann.

»Die Baustellen werden immer automatisierter«, sagte Gerd Ettwig, »weshalb die kompakten, leistungsstarken und universell einsetzbaren Maschinen von Tobroco Giant hervorragend zum Maschinenangebot der Kiesel-Gruppe passen. Solch ein Skid­steer-Lader beispielsweise erleichtert einfache Hebearbeiten auf der Baustelle ungemein. Das spart Zeit und damit Kosten.«     ß

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