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Schlei & Birkert: »Profitieren von guter Auftragslage«

Als Experte für Reparaturarbeiten an Brech-, Sieb- und Recycling-Anlagen profitiert das Unternehmen Schlei & Birkert seit Jahren von einer guten Auftragslage. Der Bedarf der Branche ist nach Angaben von Mitgründer und Geschäftsführer Sandor Schlei »gewaltig«. Der Meisterfachbetrieb mit Sitz in Langenbrettach nahe Heilbronn wurde 2018 von Sandor Schlei (43) und Benedikt Birkert (31) gegründet und hat sich seither auf die Wartung, Instandhaltung sowie Reparatur und Nachrüstung spezialisiert. Aktuell ist das Unternehmen mit seinem Vor-Ort-Service bundesweit aktiv – steuert allerdings immer häufiger auch Aufträge weltweit an. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage, der hohen Reputation und einer gewissen Monopolstellung am deutschen Markt sieht Sandor Schlei im Gespräch mit bauMAGAZIN-Chefredakteur Dan Windhorst den Bedarf weiter zu expandieren, um die gute Auftragssituation durch zusätzliche Manpower abzudecken.

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Von: Dan Windhorst

bauMAGAZIN: Herr Schlei, der Meisterbetrieb Schlei & Birkert ist ein Reparaturspezialist für Brech-, Sieb- oder auch Recycling-Anlagen: Das beinhaltet Wartung, Instandhaltung und auch Nachrüstung, richtig? Geben Sie uns doch einen kurzen Einblick in Ihren Arbeitsalltag.
Sandor Schlei: Von Wartungsaufträgen über Instandhaltung decken wir bis zur Reparatur alles im Vor-Ort-Service ab. Unser Tagesgeschäft bezieht sich auf die Fehlersuche und Diagnose – und damit auf die Reparatur und Instandhaltung unterschiedlichster Maschinen. Spezialisiert haben wir uns dabei auf den Service für Brech- und Siebanlagen sowie Recycling-Lösungen. Alltäglich sind für uns allerdings auch der Umgang mit Umwelttechnik und der professionelle Verschleißschutz. Klares Ziel: Wir sorgen dafür, dass die Anlagen (wieder) sauber laufen, um Stillstand zu vermeiden.

bauMAGAZIN: Für unsere Leser ist natürlich immer auch der Werdegang eines Unternehmens und damit die Frage nach Höhen und Tiefen in der Firmenhistorie interessant. Berichten Sie uns doch, wie alles bei Schlei & Birkert begann und wo Sie das Unternehmen heute sehen.
Schlei: Als gelernter Werksmonteur und Landmaschinenmechanikermeister liegt mir »das Schrauben« schlicht und ergreifend im Blut. Das Unternehmen haben mein Geschäftspartner, Benedikt Birkert und ich 2018 gegründet, weil wir den gewaltigen Bedarf an Service-, Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten kannten – und das hat sich bis heute nicht geändert. Nach wie vor ist das Marktpotenzial gewaltig hoch: Allein im letzten Drittel des vergangenen Jahres mussten wir das Personal noch einmal aufstocken, um die Nachfrage auch tatsächlich abdecken zu können.

bauMAGAZIN: Aktuell bieten Sie einen Vor-Ort-Service bundesweit an: Wie lässt sich das aktuell abdecken, beziehungsweise, wie hoch ist die derzeitige Nachfrage?
Schlei: Der Servicebedarf vor Ort ist extrem. Fünf bis sechs Mitarbeiter sind allein für den deutschsprachigen Raum zuständig – vor Ort sind wir für Hersteller aber mittlerweile weltweit, da gibt es keine Grenzen. Tatsache ist, dass jeder Maschinenausfall mit hohen Kosten verbunden ist, weshalb wir schnell reagieren und flexibel arbeiten müssen.

bauMAGAZIN: Grundsätzlich gilt der deutsche Markt als hart umkämpftes Pflaster: Wie schätzen Sie das, bezogen auf Ihre Branche, genau ein? Wo sehen Sie die besonderen Stärken von Schlei & Birkert?
Schlei: Wir genießen ein Stück weit unsere Monopolstellung: Wir haben relativ schnell beschlossen, unser Augenmerk explizit auf die Reparatur und den Service zu lenken, da dieser Markt von anderen nicht in diesem Umfang bedient werden kann. Natürlich bleibt es nicht aus, dass unsere Arbeit auch mit dem Verkauf einher geht, und das bieten wir auch nach wie vor zusätzlich an. Allerdings möchten wir unseren Fokus weiterhin auf die Reparatur richten. Einen großen Vorteil gegenüber anderen sehe ich darin, dass wir alles aus einer Hand bieten. Vom eigenen Mietpark bieten wir bis zur hochmodernen Ausstattung mit CNC-Plasmaschneidanlagen individuelle Arbeiten an, die sonst keiner liefert. Wir sind beispielsweise dazu in der Lage, Hydraulikleitungen, Sonderkonstruktionen und Muster für Kabelbäume aus eigener Hand zu fertigen. Gerade die Elektrik stellt gern mal eine Herausforderung dar, weshalb wir früh auf unser eigenes Know-how gesetzt haben und situationsbedingt reagieren können.


bauMAGAZIN: Werden die Reparaturen aktuell für alle gängigen Fabrikate angeboten?
Schlei: Ja. Wir sind stark bei Marken wie Rubble Master, Rockster Recycler, Arjes, Doppstadt, Metso, Portafill, Powerscreen, SBM Mineral, Terex Pegson oder auch Telestack vertreten. Für Anaconda sind wir darüber hinaus als Händler für die Postleitzahl-Gebiete »6« bis »9« zuständig.

bauMAGAZIN: Gerade innerhalb der Baubranche gehören klare und direkte Worte einfach dazu. Man spricht auf Augenhöhe. Aber worauf kommt es Ihnen beim Umgang mit Kunden außerdem an? Was macht Schlei am Ende womöglich noch besser als andere?
Schlei: In erster Linie geht es um Kompetenz – wir brauchen das Fachwissen, um hochwertige Arbeit abzuliefern. Dadurch, dass wir, wie bereits gesagt, alles aus einer Hand anbieten können, sind wir klar im Vorteil. Dazu kommen die gute Ausstattung unserer Fahrzeuge und hervorragend geschultes Fachpersonal, das die Branche in- und auswendig kennt. Ziel ist es, individuell auf Kundenwünsche einzugehen, flexibel zu bleiben und auch dann Lösungen zu finden, wenn es mal schwierig wird.

bauMAGAZIN: Seit mittlerweile zwei langen Jahren greift Covid-19 weltweit um sich und hat dabei deutliche Spuren hinterlassen. In zahlreichen Branchen haben wiederkehrende Lockdowns und die Einschränkungen durch Schutzmaßnahmen zum finanziellen Genickbruch geführt. Anders in der Baumaschinenbranche – die ist verhältnismäßig glimpflich davon gekommen, muss aber bis heute mit erhöhten Materialpreisen und Lieferengpässen kämpfen. Wie haben Sie die vergangenen Jahre mit Blick auf die Krise wahrgenommen?
Schlei: Das war (und ist) ein zweischneidiges Schwert: Einerseits haben wir Corona zeitweise durch einen hohen Personalausfall zu spüren be­kommen. Die Pandemie bleibt schlichtweg unberechenbar. Andererseits ist die Auftragslage seit 2020 kontinuierlich in die Höhe geschossen, was uns mehr Planungssicherheit gegeben hat. Wir sind darüber hinaus in der glücklichen Position, in der Werkstatt vieles selbst machen zu können, wodurch wir weniger in eine Abhängigkeit geraten. Generell lässt sich sagen, dass Schlei & Birkert auch in diesem Jahr von einer permanent guten Auftragslage profitiert – die Auftragsbücher sind schlichtweg voll. Und genau deshalb blicken wir fürs Erste auch sehr optimistisch in die Zukunft. Im Moment haben wir das Ziel, unsere Manpower weiter zu erhöhen, um dem gewaltigen Bedarf des Marktes gerecht zu werden.    d