Mit einem breiten Portfolio will Perkins den sich wandelnden Anforderungen der globalen Bauindustrie nachkommen. Im Zuge dessen soll mit der neuen Perkins-»904«-Serie nun ein neuer Standard für kompakte Aggregate gesetzt werden. Der vorgestellte »904J-E36TTA« liefert dazu eine Leistung von 129 kW und bietet ein Drehmoment von 740 Nm bei 1 500 U/min, eine laut Perkins »klassenführende Leistungsdichte aus einem 3,6-l-Motor«. Das neue Aggregat ergänzt eine Motorplattform, die bereits ein 55-kW-Modell und die 2025 eingeführte 106-kW-Powerboost-Variante umfasst.
Die neue Hochleistungsversion erfüllt verschiedene Emissionsstandards, darunter EU Stage V, US EPA Tier 4 Final und Korea Stage V. Sie bietet laut Perkins bis zu 1 000 Betriebsstunden lange Öl- und Kraftstofffilterintervalle. Dazu kommt eine größere Flexibilität bei der Auswahl des Kraftstoffs: Der Motor ist mit B20-Biodieselmischungen sowie 100-Prozent-HVO und anderen nachhaltigen Kraftstoffen kompatibel, solange die von Perkins angegebenen Spezifikationen erfüllt werden.
Um aus der bewährten 3,6-l-Plattform bis zu 129 kW zu erzielen, wurde der Motor aufgrund der neuen Leistungsdaten hinsichtlich seiner Robustheit verstärkt und ein Doppelturbolader hinzugefügt. Dieser soll die Leistungsansprache verbessern. Angepasst wurde auch das Abgasnachbehandlungssystem, welches laut Perkins einen wartungsfreien Betrieb gewährleisten soll. Nicht zuletzt wurde eine größere Ölwanne eingeführt, um die verlängerten Serviceintervalle zu unterstützen. Nach Unternehmensangaben soll das neue 129-kW-Aggregat die erforderliche Leistung bei hohen, mittleren und niedrigen Lasten für eine Vielzahl von Geräten liefern, darunter Mobilbagger, Muldenkipper, Walzen, Baggerlader, Asphaltfertiger und Teleskoplader.
Neue hybride Wasserstoff-IOPU
Ebenfalls zu sehen war die neue, mit Wasserstoff betriebene Industrial Open Power Unit (IOPU), bekannt als »Project Coeus« (das bauMAGAZIN berichtete in Ausgabe 04/25 ab Seite 184). Als direkter Ersatz für eine Diesel-IOPU wurde das Aggregat in einem dreijährigen Projekt mit den E-Antriebs-Spezialisten Equipmake und der Wolfson School of Mechanical, Electrical and Manufacturing Engineering der Loughborough University entwickelt. Die vier Brennstoffe des »Project Coeus« – Ethanol, Methanol, Biomethan und Wasserstoff – haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind alle fremdgezündet. Um sie nutzen zu können, hat Perkins eine konfigurierbare Verbrennungsplattform entwickelt, auf der das Projekt basiert. Daraus entstand eine hybridisierte IOPU auf Basis der Perkins-»1200«-Serie. Die ausgestellte »1206«-Wasserstoff-Hybrid-IOPU erbringt eine Leistung von 379 kW sowie ein Drehmoment von 1 938 Nm bei 1 200 bis 1 500 U/min. Sie besteht aus dem Motor und der integrierten Motor-Generator-Einheit (MGU). Ein fortschrittliches Hybrid-Kühlsystem reduziert laut Perkins den Kraftstoffverbrauch, während eine bedarfsgesteuerte Kühltechnologie die Geräuschentwicklung minimiert.
Kraftstoffflexible »2600«-Serie
Außerdem präsentiert wurde die Perkins-»2600«-Serie. Diese 13-l-Stage-V-Dieselplattform ist laut Hersteller auf beste Leistungsdichte, Drehmoment, Kraftstoffeffizienz und Produktivität ausgelegt. Die neue Baureihe im Bereich mittelgroßer Motoren ist für Anwendungen im Bauwesen und weiteren Off-Highway-Szenarien gedacht. Sie bietet acht Leistungsstufen von 340 bis 515 kW und bis zu 3 200 Nm-Spitzendrehmoment. Auch industriell offene Leistungseinheiten mit motorseitig montierter Abgasnachbehandlung und Kühlpaketen werden verfügbar sein, um Installations- und Validierungskosten für OEMs zu reduzieren.
Elektrische Plug-and-Play-Unit
Ein weiteres Highlight war das neue batterieelektrische Aggregat von Perkins, welches bereits auf der Bauma 2025 zu sehen war (das bauMAGAZIN berichtete in Ausgabe 05/25 auf Seite 123). Das in einer McElroy-»TracStar-900i«-Rohrschweißmaschine präsentierte Plug-and-Play-Aggregat ermöglicht einen nahtlosen Übergang vom Dieselmotor zum batterieelektrischen Antriebsstrang. Die Einheit findet im selben Chassisraum Platz und verfügt über die gleichen mechanischen Anschlüsse sowie elektrischen Schnittstellen wie die ersetzte 3,6-l-IOPU. Erzeugt wird eine Leistung von 95,5 kW und ein Drehmoment von 750 Nm bei 1 200 U/min mit einer Nenndrehzahl von 2 000 bis 2 200 U/min. Das System besteht aus einer Perkins-Batterie sowie Invertern, Motoren und Bordladegeräten – alles in einem kompakten Drop-in-System für eine schnelle, sichere und kosteneffiziente Umstellung.
Digitale Lösungen
Mit flexiblen Konnektivitätslösungen und Optionen zur Zustandsüberwachung will Perkins Ausfallzeiten reduzieren und die Maschinenverfügbarkeit steigern. Dazu können Kunden mit Perkins' »Interlink« oder einer API-basierten Lösung ihre Perkins-betriebenen Anwendungen einfach verbinden, überwachen und verwalten. Im Rahmen der Zustandsüberwachung sollen sich Kunden auf die Expertise und das globale Supportnetzwerk des Unternehmens verlassen können, um über Empfehlungen die Maschinenbetriebszeit zu maximieren. Die Lösungen sollen Kunden einen klaren Überblick über erforderliche Maßnahmen für ihren Motor geben, um ungeplante Ausfallzeiten zu reduzieren und einen effizienteren Betrieb zu ermöglichen.