Olssons: Schwedischer Ersatzteilspezialist möchte Export in die EU ausweiten

Ohne die zeitnahe Lieferung von Ersatzteilen kommen viele Arbeiten auf der Baustelle schnell zum Erliegen. Der Ausfall einer Baumaschine kostet mit jeder weiteren Stunde bares Geld und bedeutet unliebsame Bauverzögerungen. Umso wichtiger ist daher ein zuverlässiger Ansprechpartner. Olsson Parts ist seit 64 Jahren als Lieferant von Ersatzteilen und Ausrüstungen für Baumaschinen und Traktoren tätig und weiß, dass zuverlässige und vor allem schnelle Lieferungen als tragende Säule der Bau- und Landwirtschaftsbranche gelten. Im Gespräch mit bauMAGAZIN-Redakteur Dan Windhorst berichtet Olle Olsson, Geschäftsführer bei Olsson Parts, wie das Geschäft aufgebaut ist und warum das schwedische Unternehmen auch in Zeiten von Corona gute Umsatzzahlen vorweisen kann.

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bauMAGAZIN: An seinem Hauptsitz im schwedischen Ellös verfügt das familiengeführte Unternehmen Olsson Parts über eine hochmoderne Lagerlogistik. Herr Olsson, wie läuft eine normale Bestellung ab und wie schnell kann sie geliefert werden?
Olle Olsson: Wir erhalten den Großteil der Bestellungen über unsere Website, das macht im Schnitt etwa 75 % aus. Normalerweise werden alle Bestellungen, die vor 15 Uhr eingehen, noch am selben Tag ausgeliefert. Für die Betreuung am Telefon steht außerdem ein Team von zwölf Personen zur Verfügung – deutschsprachige Ansprechpartner sind ebenfalls dabei.

bauMAGAZIN: Sie bieten unter anderem Ersatzteile für Radlader, Baggerlader, Dumper und Bagger von verschiedenen Herstellern an. Wie viele Artikel bietet Olsson Parts derzeit an? Und können Sie uns einen kurzen Überblick geben, welche Marken geliefert werden?
Olsson: Wir haben aktuell über 30 000 Teile auf Lager. Darüber hinaus haben wir Zugriff auf das Sortiment unserer Lieferanten, aber unser Fokus liegt auf der direkten Lieferung aus unserem eigenen Lager. Wir glauben, dass unser Teilesortiment für Volvo-CE-Maschinen das interessanteste für den deutschen Markt ist.


bauMAGAZIN: Wie Sie bereits erwähnten, ist auch der deutsche Markt für Olsson Parts interessant. Wie schätzen Sie das Potenzial in Deutschland im Allgemeinen ein? Und gibt es weitere internationale Bereiche, die in Zukunft für Sie interessant sein könnten?
Olsson: Ersatzteile sind im Wesentlichen ein Dienstleistungsprodukt. Wenn es eine Nachfrage nach unserem Produkt gibt und effiziente Vertriebswege vorhanden sind, ist jeder Markt für uns interessant. Bislang exportieren wir vor allem in die nordischen Länder. Für die Zukunft hoffen wir, dies auszuweiten, vor allem auf den EU-Markt.

bauMAGAZIN: Seit Anfang 2020 hat Covid-19 einen großen Einfluss auf die Weltwirtschaft. Im Gegensatz zu anderen Branchen ist die Bauindustrie bisher weniger betroffen. Wie hat sich die Pandemie bisher auf Olsson Parts ausgewirkt?
Olsson: Wir sind ebenfalls betroffen, aber nur bedingt: Einige Lieferungen haben sich verzögert, aber wir lagen mit unseren Vorhersagen über die Auswirkungen von Corona richtig, und dank einer starken finanziellen Position konnten wir unsere Lagerbestände Anfang 2020 nochmals aufstocken. Wir haben unsere gesteckten Verkaufsziele für 2020 erreicht und sogar übertroffen. Wir sind dankbar, dass wir uns in einer günstigen Position befinden, in einem relativ unbeeinflussten Bereich des Geschäfts.

bauMAGAZIN: Nun ist es sicherlich schwierig, aufgrund der weiter andauernden Pandemie eine Prognose abzugeben. Können Sie unseren Lesern trotzdem sagen, was Ihr Unternehmen für 2021 geplant hat und welche Ziele gesteckt wurden?
Olsson: Wir haben es geschafft, unser Unternehmen durch die Pandemiekrise zu führen und einen Rekordumsatz zu erzielen. Wir sind zuversichtlich, dass wir ein noch besseres Jahr 2021 haben werden. Unser Produkt-Team entwickelt unsere Produktpalette ständig weiter. Unsere neue E-Commerce-Plattform wird neue Märkte unterstützen und unseren Export steigern. Meine Prognose ist, dass unser Umsatz 2021 über 30 Mio. Euro liegen wird. Grundsätzlich lässt sich sagen: Solange die Landwirtschaft gebraucht wird, um die Menschen zu ernähren, und solange es Baustellen gibt, wissen wir, dass auch Ersatzteile benötigt werden.    d