Das Ellmautal im Großarltal im Salzburger Pongau zählt zu den sehenswertesten Regionen Österreichs. Die Natur birgt jedoch auch unberechenbare Gefahren. Um die Bevölkerung im umliegenden Tal zu schützen und Schäden zu vermeiden, müssen daher rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden. Ein Beispiel dafür ist die Errichtung einer Konsolidierungssperre im Flussbett des Sillegggrabens auf der Ellmauer Alm, um sich gegen herabkommendes Geröll vom Berg abzusichern. Für den Bau des Schutzbauwerks kommt auf der Baustelle ein »34 K«-Schnelleinsatzkran von Liebherr zum Einsatz. Dipl.-Ing. Nikolaus Wieser von der Wildbachverbauung ist als Bauleiter vor Ort.
Energieversorgung der Baustelle als Herausforderung
Eine der größten Herausforderungen bei der Planung einer Baustelle in einem so abgelegenen Gebiet ist die Energieversorgung. Oftmals ist die Netzversorgung vor Ort nicht ausreichend, um große Stromspitzen abzudecken, oder sie ist gar nicht erst vorhanden. In diesem Fall ist der Schnelleinsatzkran der größte Verbraucher auf der Baustelle. Üblicherweise würde man hierfür ein Dieselaggregat nutzen. Die Wildbachverbauung setzt jedoch auf eine andere Lösung: den mobilen Energiespeicher »LPO 100« von Liebherr.
Energiespeicher als nachhaltige Alternative
Der Energiespeicher puffert mit 94 kWh zusätzlich den Fixstromanschluss vor Ort und versorgt neben dem Kran auch weitere Verbraucher wie Containereinheiten, Akkugeräte, Kreissägen und eine Wasserpumpe. Tagsüber dient der Speicher dazu, die Energiespitzen des Krans bis zu 100 kVA abzudecken. Es wird nur so viel Energie verbraucht, wie tatsächlich benötigt wird. Der Speicher kann parallel zum Betrieb oder auch nachts aufgeladen werden. Seit über vier Monaten ist der Liebherr-Energiespeicher fix neben einem Container installiert.
Im Vergleich zu einem Dieselaggregat sieht Bauleiter Nikolaus Wieser den großen Vorteil des Energiespeichers darin, dass dieser den ganzen Arbeitstag über betrieben werden kann, ohne dass ein Nachtanken erforderlich ist. Somit entsteht kein logistischer und zeitlicher Aufwand. Zudem werden durch den Einsatz des Energiespeichers etwa 20,3 t CO₂ über den Zeitraum von vier Monaten eingespart. »Die Inbetriebnahme lief gut; seitdem steht der Speicher und läuft – so soll es sein«, so Wiesers Fazit. Er betrachtet den Liebherr-Energiespeicher als innovative und zukunftsfähige Lösung und kann sich dessen Einsatz auch in innerstädtischen Gebieten mit Lärmemissionsauflagen sehr gut vorstellen. Übrigens: Die Firmengruppe Liebherr ist im Komponenten-Segment auf die Entwicklung, Konstruktion, Fertigung und Aufarbeitung leistungsfähiger Komponenten auf dem Gebiet der mechanischen, hydraulischen und elektrischen Antriebs- und Steuerungstechnik spezialisiert. Zuständig für die Koordination aller Aktivitäten des Produktsegments Komponenten ist die Liebherr-Component Technologies AG mit Sitz in Bulle (Schweiz). Das Programm umfasst Verbrennungsmotoren, Einspritzsysteme, Motorsteuergeräte, Axialkolbenpumpen und -motoren, Hydraulikzylinder, Großwälzlager, Getriebe und Seilwinden, Schaltanlagen, Komponenten der Elektronik und Leistungselektronik sowie Software. Die qualitativ hochwertigen Komponenten kommen z. B. in Kranen und zahlreichen Erdbewegungsmaschinen, in der Minenindustrie, maritimen Anwendungen, Windkraftanlagen, in der Fahrzeugtechnik oder aber auch in der Luftfahrt und Verkehrstechnik zum Einsatz. Synergieeffekte aus den anderen Produktsegmenten der Firmengruppe Liebherr werden genutzt, um die stetige technologische Weiterentwicklung voranzutreiben.j